IT Strategie
Airbus – Abheben mit RFID

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RFID beginnt sich in rasantem Tempo durchzusetzen. In einem Pilotprojekt will Airbus die Technologie zur Komponenten-Verfolgung einsetzen.

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In zwei Pilotprojekten wollen Airbus und Philips die Geschäftsvorteile der RFID-Technologie ermitteln. Zwei Fallstudien.


Fallstudie Airbus

Der Flugzeughersteller Airbus ist bereit, RFID-Smart Tags in einigen Bereichen zur Komponenten-Verfolgung einzusetzen. Das Unternehmen plant eine Implementierung der Technologie, sobald es von der US-amerikanischen Flugbehörde FSS (Federal Aviation Authority) grünes Licht bekommt.

Jens Heitmann, Manager für die System- und Anlage-Standardisierung bei Airbus, ist zuversichtlich, dass nach einer jahrelangen Testphase die FAA bis Ende des Jahres ihr Einverständnis zu der Technologie geben wird. “Ist die Genehmigung durch, werden wir das Ganze rasch umsetzen und bewegliche Teile sowie den Passagierbereich in den Flugzeugen mit Tags ausstatten”, meinte er. “Da es von allgemeinem Interesse ist zu wissen, was in einem Flugzeug alles installiert ist, sehen wir dort eine sinnvolle Verwendung von RFID. Aber es gibt noch mehr Einsatzbereiche, zum Beispiel die Passagierkontrolle, die Gepäckabfertigung und vieles mehr. Nicht alle Nutzungsmöglichkeiten betreffen Airbus direkt, sondern unsere Kunden in aller Welt.”

Das europäische Großunternehmen arbeitet schon eine ganze Weile mit RFID. Zunächst wurden Tausende der spezialisierten Tools mit Tags versehen, die zur Reparatur und Wartung der Maschinen außer Haus gegeben wurden. Seit dem Jahr 2000 erzielte das Programm allein Ersparnisse von 100.000 Euro in einem einzigen Jahr, wie uns Heitmann mitteilt. Während die Nutzung der Smarttags laufend erweitert wurde, hat das Unternehmen ein Pilotprogramm entwickelt, in das die zahlreichen besonderen Herausforderungen mit RFID einfließen, die für die Luftfahrtindustrie spezifisch sind.

“Es gibt eine Menge Feinheiten zu beachten. Zum Beispiel lässt sich ein einfacher Chip auf Metall nicht lesen, man braucht also andere Materialien zur Verstärkung des Signals, außerdem eine Möglichkeit, es zu schützen und abzuschirmen”, berichtet Heitmann. Alle Komponenten müssen auch extremer Hitze, Vibration, Vereisung, dem Kontakt mit Flüssigkeiten wie Düsentreibstoff und Blitzen standhalten können ? womit das breite Spektrum von Schwierigkeiten klar wird, mit denen man bei Airbus zu kämpfen hat.

Zur Lösung solcher Probleme arbeitet Airbus mit spezialisierten Unternehmen wie zum Beispiel Gore-Tex zusammen, um entsprechend leistungsfähige Materialien bereitzustellen. Doch wenn die offizielle Genehmigung auf dem Tisch liegt und die physikalischen Hürden genommen sind, werden, wie Heitmann ausführt, eine ganze Reihe von Vorteilen erreicht werden können, auch über die Funktion der Teile-Verwaltung innerhalb der Versorgungskette hinaus.

“Es gibt zum Beispiel jemanden, der vor jedem Flug unter dem Sitz überprüft, ob die Schwimmwesten an Ort und Stelle sind. Wenn diese alle entsprechend ausgezeichnet sind, könnte jemand einfach durch den Passagierraum gehen und sie automatisch scannen”, erklärt Heitmann.

Doch die Überwindung der technischen Schwierigkeiten ist nur eines der Projektziele. In einer Kooperation mit seinem Rivalen Boeing arbeitet Airbus daran, einen allgemeinen Standard für die gesamte Luftfahrtindustrie zu etablieren.

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Fallstudie Philips

Autor: jm.urio
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