Start-up verklagt Microsoft

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Burst.com wirft Microsoft Patent-Diebstahl und unfairen Wettbewerb vor. Die Ermittlungen werden allerdings durch fehlende Mails verzögert.

Das Start-up
Burst.com
hat schwere Vorwürfe gegen
Microsoft
erhoben. In einer Anzeige, die dem Bundesgericht in Baltimore bereits vor einiger Zeit zugestellt wurde, beklagt das Unternehmen den Diebstahl von Patenten sowie unfairen Wettbewerb. Das Verfahren ist seit zwei Jahren bei der Staatsanwaltschaft anhängig, so eine gestern veröffentlichte Mitteilung des Gerichts, die dem
Wall Street Journal
(Mittwochsausgabe) vorliegt. Die Ermittlungen gestalten sich dabei laut Burst.com äußerst schwer, weil Microsoft systematisch relevante E-Mails mit Beweisen vernichtete.

Laut der Klageschrift habe Microsoft auf Technologien für die Verarbeitung digitaler Videos von Burst.com zurückgegriffen, um Probleme in der eigenen Software zu beseitigen. Kurz nach der ersten Präsentation der Technik auf dem Redmonder Campus soll Microsoft jedoch auf die Entwicklung des Start-ups ein Patent angemeldet haben. Anschließend sei Windows mit einer Blockade-Funktion gegen die originale Burst-Software ausgestattet worden. Microsoft weist die Vorwürfe jedoch bisher zurück.

Auf Nachfrage konnte Microsoft den Ermittlern in den Fall die E-Mail-Kommunikation im Management nicht als Beweismaterial zur Verfügung stellen. Unternehmen wird zwar empfohlen, Nachrichten zu archivieren, falls diese in einem Prozess benötigt werden, dies ist jedoch keine bindende Vorschrift. Der Redmonder Konzern war jedoch bereits in früheren Wettbewerbsverfahren durch eine schnelle Vernichtung von E-Mails des Managements aufgefallen. Da jedoch nie alle Nachrichten eines Zeitraums gelöscht sind, hält sich der Verdacht, dass belastende Informationen gezielt aus der Welt geschafft werden.

Nach Angaben Microsofts würden jedoch lediglich durch die Nachlässigkeit von Mitarbeitern E-Mails existieren, die älter als 30 Tage sind. Die Vernichtung nach einem Monat sei eine allgemeine Richtlinie im Unternehmen, die beim Aufkommen von mehreren Millionen Nachrichten pro Jahr notwendig sei. Kopien der internen Kommunikation zeigen dabei jedoch, dass Mitarbeiter mehrfach direkt nach Eingang einer Klage explizit an die Regelung erinnert wurden, so Burst.com. (dd)

(
de.internet.com
– testticker.de)

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