Enterprise Computing
Durchbruch bei virtuellen Systemen

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Neue VMotion-Tools von VMware ermöglichen es IT-Administratoren, virtuelle Server schnell von einem Hardware-Host zum anderen zu verschieben, ohne dass der Dienst für die User unterbrochen wird, schreibt Roger Howorth.

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VMotion von VMware sorgte kürzlich bei der ersten VMworld-User-Konferenz in San Diego für einiges Aufsehen. Diese Technologie ermöglicht es, einen virtuellen Server von einem Hardware-Host zu einem anderen zu verschieben, ohne dass Betriebssystem oder Anwendungen des virtuellen Servers unterbrochen werden. Falls Sie das noch nicht gesehen haben: VMotion ist eine fantastische Technologie, die enthusiastisch begrüßt wurde, als man feststellte, wie sie Server-Operationen automatisieren kann. VMotion ist das Ergebnis einer Kombination von SAN-Hardware und der ESX-Server-Virtualisierungs-Software sowie der VirtualCenter-Verwaltungskonsole von VMware.

VirtualCenter automatisiert die Verschiebung von virtuellen Servern zwar nicht, existiert aber seit etwa einem Jahr und wird von vielen Firmen bereits in ihren Produktionssystemen genutzt.

Ein Redner erklärte, seine Firma nutze VMotion, um einen Netzwerk-Switch mitten während des Arbeitstages aufzurüsten, ohne die User zu unterbrechen. Ohne VMotion hätte dieses Upgrade Überstunden außerhalb der regulären Arbeitszeit erfordert. Die ersten Anwender sind zuversichtlich, dass VMotion verlässlich ist, und aufder Veranstaltung hieß es, dass die nächste Version, die für das kommende Jahr vorgesehen ist, Automatisierungsfunktionen enthalten werde. Sie soll verschiedene quantifizierbare Elemente nutzbar machen wie die Prozessorauslastung, die in Kombination mit Verwaltungsverfahren es ermöglichen werden, ausgelastete virtuelle Server auf leistungsfähigere Hardware zu verschieben. Außerdem wird die neue Version virtuelle Server und ihre Hosts überwachen. Bei einem Server-Ausfall wird VirtualCenter ihn entweder neustarten oder ihn auf einen neuen Host verschieben und dann einen Neustart durchführen.

Im Moment geht dies nur, wenn alle Hosts an das selbe SAN angeschlossen sind und gemeinsam ein Gigabit-LAN nutzen. Das wäre allerdings heutzutage ein Kinderspiel für jeden, der dies bei multiplen Datenzentren zum Funktionieren bringt.

Es gibt eine klare Verbindung zwischen dieser Art von Funktionen und den Vorstellungen, die hinter dem Konzept der Service-Orientated Architecture (SOA) stecken, das von den meisten Anbietern von Unternehmens-Software in diesem Jahr propagiert wird. Hinter SOA steckt die Vorstellung, ganzheitlich zu denken und automatisch Ressourcen bereitzustellen.

Eine E-Commerce-Site ist beispielsweise ein Service, der wahrscheinlich aus verschiedenen Anwendungen besteht. Ich würde gerne einen oder zwei Web-Server finden, die die Site den Usern präsentieren, plus eine Back-End-Datenbank, die Daten zu Kunden und Bestellungen verarbeitet. Und es müsste eine Middleware geben, die dies alles verbindet.

Anstatt die einzelnen Anwendungen zu verwalten, sieht das SOA-Konzept vor, eine automatisierte Verwaltungskonsole zu nutzen. Wenn die Reaktionszeiten von der Website zu langsam sind, werden mehr Web-Server-Kapazitäten hinzugefügt. Wenn die Transaktionsschlange zur Back-End-Datenbank zu lang wird, werden einige Datenbank-Server hinzugefügt oder der Speicher ausgebaut.

Natürlich ist die Funktion, die genutzten Ressourcen auch wieder herunterzufahren, von gleicher Bedeutung, und das alles wäre nur interessant, wenn das ganze System automatisiert wäre. Die meisten aktuellen Technologien lassen nicht zu, dass Applikations-Server auf diese Art und Weise angepasst werden, aber es wäre ziemlich einfach, die VirtualCenter-Version, die nächstes Jahr erscheint, zu benutzen, um neue Instanzen eines Server zu starten. Das ist eine radikale Verschiebung – aber da steckt auch das Geld .