Hilfedateien in Windows XP offensichtlich mit gecrackter Software erstellt

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Mitglieder einer ehemaligen Cracker-Gruppierung haben entdeckt, dass einige mit Windows XP ausgelieferte Audiodateien mit einem ihrer Cracks erstellt wurden.

Audiodateien aus Windows XP mit Crack-Software erstellt? Das jedenfalls glaubt eine Crackergruppe, deren Signatur in neun betroffen Dateien enthalten sind. Diese befinden sich im Ordner “Help\Tours\WindowsMediaPlayer\Audio\Wav” im Windows-Hauptverzeichnis und enthalten jeweils eine Signatur vom “Deepz0ne”, einem Cracker, der der “Radium”-Gruppe zugehörte. Die Signatur lässt sich darstellen, indem die Audiodateien mit einem HEX-Editor oder ganz einfach mit dem mit Windows mitgelieferten Notepad geöffnet werden: Die letzte Zeile der Dateien zeigt dabei den Eintrag: “000-04-06 IENG Deepz0ne ISFT Sound Forge 4.5”.

Eine der Radium-Gruppe nahestehende Quelle bestätigte gegenüber Tom’s Hardware Guide die Echtheit der Signatur und dass die Audio-Dateien tatsächlich mit der von Deepz0ne gecrackten Software-Version erstellt wurden. Radium sei jedoch heute nicht mehr aktiv und bereits vor mehreren Jahren aufgelöst worden, so die Quelle. Allerdings träfen sich die ehemaligen Mitglieder regelmäßig und hätten die Entdeckung am vergangenen Wochenende diskutiert und dann wohl an ein Medienhaus weitergeleitet, so die Information.


Sound Forge
ist eine professionelle Software zur Bearbeitung von Audio-Dateien und wird seit mehr als einem Jahrzehnt von Entwicklern und PC-Enthusiasten geschätzt. Sony übernahm vor kurzer Zeit die Rechte an der Software von Sonic Foundry, das die Software ursprünglich entwickelt und vertrieben hatte, darunter auch die Version 4.5.

Nach Angaben von Benjamin Kern, Rechtsanwalt bei der Kanzlei Gordon & Glickson in Chicago, könne die Verwendung der raubkopierten Software eine Schadensersatzklage wegen Urheberrechtsverletzung zur Folge haben. Weitere Beschwerdepunkte könnten das Patentrecht, Handelsrecht und Vertragsrecht betreffen, so Kern. Aktuell sei aber unklar, ob Sony, Sonic Foundry oder beide das Klagerecht hätten.

Bei der Übertragung von Software ist laut Kern oftmals ebenso das potenzielle Klagerecht eingeschlossen. “In diesem Fall ist unklar, ob Sonic Foundry dieses Recht tatsächlich auf Sony übertragen hat und ob Sonic Foundry oder Sony der Rechteinhaber zum Zeitpunkt der Urheberrechtsverletzung war”, sagte Kern. In jedem Fall könnte eine Schadensersatzklage ein “beträchtliches Ausmaß” annehmen, so der Anwalt.

Sony hat sich bislang zu den Vorwürfen gegen Microsoft nicht geäußert.
Microsoft
selbst wollte auf Nachfragen “zum aktuellen Zeitpunkt keinen Kommentar” abgeben. (mk)
( – testticker.de)

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