ICANN verlegt Gerichtsstand nach Paris

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Statt mit einem Gericht in den USA will die ICANN mit Hilfe der Handelskammer in Paris ihren Streit mit VeriSign schlichten.

Die neue Entwicklung im Streit zwischen der Internet-Verwaltung ICANN und VeriSign, Betreiber der .com-Domains und des umstrittenen Dienstes Sitefinder, soll die noch strittigen Punkte im Sinne der weltweiten Internet-Nutzergemeinde schneller lösen. Das jedenfalls hofft die ICANN, wie sie in einer Mitteilung bekundet. Statt im Strafrechtsverfahren in Kalifornien soll der Fall mit einem Sachverständigen-Gremium der Handelskammer in Paris zum Abschluss gebracht werden.

Der Disput zwischen den Parteien schwelt schon seit einem Jahr. VeriSign wirft der ICANN vor, ihre Macht zu missbrauchen und Registrare in ihrer wirtschaftlichen Freiheit einzuschränken. Die ICANN verbot den Dienst SiteFinder, der bei einer Fehleingabe Werbe-Angebote, etwa für neue Domains, öffnete. Der Registrar wollte sich eine Platzierung der Anbieter auf dem SiteFinder bezahlen lassen – die ICANN wollte das nicht. Ein US-Gericht gab der “Internet-Behörde” schließlich Recht.

Seither gibt es Klagen und Gegenklagen. Dem soll nun die Verlagerung nach Paris aushelfen. Ob das Drama dort beendet werden kann, steht noch in den Sternen. (mk)

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