26 Grafikkarten im Test
PCI Express & Videobearbeitung

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AGP hat bald ausgedient. Der neue Standard liefert höhere Datenraten von 3,7 GByte pro Sekunde in zwei Richtungen. Damit wird das Schneiden von Videos am Computer erheblich schneller.

Keine Vorteile für Spiele

26 Grafikkarten im Test

PCI Express eröffnet Grafikkarten ganz neue Möglichkeiten. Weniger bei der gewohnten 3D-Darstellung in aufwendigen Spielen, sondern bei der Videobearbeitung. Grafikchips der nächsten Generation arbeiten als grafischer Koprozessor, um die CPU von intensiven Rechenoperationen bei der Umwandlung und Darstellung von Videosequenzen zu entlasten. Schlüssel dazu ist die PCI-Express-Technik mit rasanten 3,7 GByte/s werden die Daten nicht nur vom System zur Grafikkarte, sondern auch zurück übertragen. Aber noch ist es nicht soweit. Aktuelle PCI-Express-Grafikkarten unterscheiden sich in der grundlegenden Architektur nicht von den bekannten AGP-Produkten. Innovativ sind nur die neuen Typenbezeichnungen für PCI-Express-Modelle. Aus 3D-Sicht bringt der Umstieg auf PCI Express keinen Gewinn. Die neue Schnittstelle allein macht keine Karte schneller.


Grafikchip als Video-Koprozessor

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Bei gleichen Taktraten haben PCI-Express-Modelle keinen Leistungsvorteil gegenüber den AGP-Artverwandten. Zwar befördert der PCI-Express-16x-Bus das Doppelte der AGP-8x-Verbindung. Doch bereits der Umstieg von AGP 4x auf die angeblich doppelt so schnelle AGP-8x-Schnittstelle hielt den vollmundigen Marketingversprechen nicht stand. Der Tempozuwachs lag unter drei Prozent in der Praxis kaum spürbar. Ähnlich ist die Situation bei der PCI-Express-Technik.

Ideal für Videoberechnungen

Die Applikation, die die neue PCI-Express-Schnittstelle zur Sensation machen soll, ist eine ganz andere: Gemeint ist die Videobearbeitung. Nachdem nicht zuletzt das HDTV-Format immer größere Beachtung erfährt, sind hohe Videobandbreite und schnelle Videoberechnungen mehr denn je gefragt. Die Videoeinheit der Grafikkarte kann dem Prozessor hier vor allem mit den zeitaufwendigen und bei Videoverarbeitung häufigen Floating-Point-Operationen viel Rechenarbeit abnehmen.

AGP Einbahnstraße
Hinderlich ist nur, dass der AGP-Bus als Einbahnstraße arbeitet. Mit einer Bandbreite von 2,0 GByte pro Sekunde fließen die Datenpakete zwar sehr zügig von Speicher und Prozessor zur Grafikkarte. In die Gegenrichtung sieht der AGP-8x-Standard dagegen gerade einmal 250 MByte pro Sekunde vor. Bislang war der Grafikbus schließlich auch nur dafür gedacht, Daten möglichst schnell zur Grafikkarte zu bringen, damit diese dann über den VGA-Ausgang in analoger Form den Bildschirm ansteuert. Dass Videodaten vom Grafikchip bearbeitet und dann an das System zurückgeschickt werden, stand nicht in den Plänen des AGP-Konsortiums.

Grafikchip als Video-Koprozessor
PCI Express liefert nicht nur eine höhere Datenrate, sondern stellt diese Bandbreite auch in zwei Richtungen bereit. Hin- und Rückkanal können gleichzeitig mit der vollen Geschwindigkeit ausgelastet werden. Bei AGP ist die Übertragung jeweils abwechselnd in nur einer Richtung möglich. PCI Express bietet damit gute Voraussetzungen, den Grafikchip als Video-Koprozessor zu nutzen.


Videobeschleuniger

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Aktuelle Grafikchips beschleunigen bereits die Wiedergabe von MPEG-1-, MPEG-2- und inzwischen auch MPEG-4-Filmen. Nvidia-Geforce-6800 entschlüsselt sogar WMV9-Dateien. Wenn eine Video-Anwendung die DirectX-VA-Schnittstelle nutzt, wird auch das Deinterlacing von Video-Halbbildern unterstützt. Doch bislang geht es ausschließlich ums Dekodieren. Funktionen zum Enkodieren sind zwar bereits in die neuesten Chips eingebaut, lassen sich bislang jedoch nicht nutzen. Eine Änderung ist in Sicht: Nvidia will für die kommenden Chips der 6er-Serie bis Ende September passende Treiber herausbringen, die auch das Encoding beherrschen.

Fazit
PCI Express braucht noch etwas Zeit. Wohin die Reise geht, zeigt die Extreme AX 800XT von Asus. Mit 116 Bildern pro Sekunde flitzt der Rennwagen in Colin McRae Rally 04 dreimal schneller über den Bildschirm als bei allen anderen Karten im Test.


Lautstärke und Taktfrequenzen

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Asus und MSI haben ihre Grafikkarten mit nützlichen Tools ausgestattet. So hilft zum Beispiel der Smart Doctor, die Lautstärke zu reduzieren. Je nach Temperatur des Chips ändert sich die Lüfterdrehzahl. MSI ermöglicht automatisches Übertakten in sechs Stufen. Geschwindigkeitswunder sollte allerdings niemand von den PCI-Express-Grafikkarten der ersten Generation erwarten. Am schnellsten ist die Extreme N5900/TVD von Asus, die etwa mit Geforce-FX-5900-XT-AGP-Modellen gleich zieht. Zwar liegt das Asus-Modell im Testfeld vorn, gegenüber aktuellen AGP-Spitzen-Grafikkarten ist die Performance aber nur mittelmäßig. Für anspruchsvolle 3D-Software nicht mehr zu empfehlen sind Nvidia-Geforce-PCX-5300- und ATI-Radeon-X300-Modelle. Bei den Geforce-PCX-5300-Karten ist Vorsicht angebracht. Einige Modelle arbeiten mit einem abgespeckten Speicherbus. Statt der üblichen 128 stehen nur 64 Datenleitungen zur Verfügung. Das halbiert die Bandbreite und hat stark reduzierte Frameraten zur Folge.

Testergebnisse im
Detail

Kaufempfehlung und
Chipübersicht
der Grafikkarten