Microsoft schließt Vergleich mit Novell über 536 Millionen Dollar

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Offenbar will sich der Konzern aus der EU-Wettbewerbsklage freikaufen – ein Schuldeingeständnis soll dies aber nicht sein.

Microsoft beendet einen Rechtsstreit mit Novell gegen Zahlung von 536 Millionen Dollar. Zugleich wird eine Auseinandersetzung mit dem Branchenverband
Computer & Communications Industry Association
beigelegt, kündigte das Unternehmen heute in Redmond, Washington, an. Novell zieht dafür seine Klage gegen Microsoft vor der EU-Wettbewerbskommission zurück. Die Einigung wird das Ergebnis von Microsoft im laufenden Quartal belasten.

Mit dem Vergleich kann Microsoft zwei seiner schärfsten Kritiker zum Schweigen bringen. Zuvor war bereits im April 2004 mit Sun ein Vergleich in Höhe von 1,95 Milliarden Dollar und eine Kooperation vereinbart worden. Microsoft schätzt die noch offenen Wettbewerbsklagen auf ein Volumen von 950 Millionen Dollar.

Der weltgrößte Software-Konzern bezahlt Novell in bar, im Gegenzug lässt die Firma alle Vorwürfe in Zusammenhang mit seinem Betriebssystem Netware fallen. Ansprüche im Zusammenhang mit Novells WordPerfect-Software sind nicht Teil der Vereinbarung, so Novell. Es wurden auch keinerlei Lizenzierungsvereinbarungen zwischen den Unternehmen geschlossen. Von Seiten Microsofts gibt es kein Schuldeingeständnis.

Der Branchenverband Computer & Communications Industry Association war einer der Hauptakteure in dem Wettbewerbsverfahren gegen Microsoft in den USA und trat auch in dem laufenden EU-Verfahren auf. Im Rahmen der heute bekannt gemachten Einigung zieht die Organisation nun alle in Brüssel gemachten Vorwürfe in Zusammenhang mit Windows XP vom Februar 2003 zurück.

Zu diesem Vergleich machte Microsoft keine finanziellen Angaben. Microsoft tritt der ehemaligen Wettbewerber-Organisation nun selbst als Mitglied bei und zahlt einen Teil der juristischen Kosten der letzten zehn Jahre. (mk)
(de.internet.com – testticker.de)

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