Auf Nummer sicher gehen
Longhorn im Eigenbau

BetriebssystemWorkspace

Beim Thema PC-Sicherheit ist es nicht ratsam, auf Longhorn zu warten. Dieser Artikel zeigt, wie XP-Nutzer ihren Rechner sicher vor Angriffen schützen können.

Sicherheitsniveau erhöhen

Auf Nummer sicher gehen

Angefangen beim Einspielen von Windows-XP-Fixes über die tägliche Aktualisierung des Virenscanners bis hin zur optimalen Regelerstellung für die Desktop-Firewall ? Sicherheit kostet viel Zeit und Mühe. Mit dem Service-Pack 2 und zusätzlichen Tools lässt sich trotz der zahlreichen Lücken im Microsoft-Betriebssystem schon jetzt das Sicherheitsniveau von Windows XP deutlich erhöhen. Der Grad an Sicherheit kommt den Fähigkeiten von Longhorn dann bereits nahezu gleich.


Eine zuverlässige Firewall

Auf Nummer sicher gehen

Wäre nicht die Systemsicherheit und damit die Datenintegrität davon abhängig, könnten leidgeprüfte XP- Besitzer wohl darüber lachen: Ein dermaßen löchriges Betriebssystem wie Windows XP ist mit einer Firewall ausgestattet, deren Funktionsumfang gegen null geht und die sich nur um die eingehenden Datenströme kümmert. Dass dieser »Schutzmechanismus« auch in den aktuellen Longhorn-Builds zu finden ist, liegt aber nicht daran, dass Microsoft an der Komponente festhalten will. Vielmehr handelt es sich dabei um einen Platzhalter, der während der Beta-Phase durch eine richtige Firewall ersetzt werden wird. Wie diese aussehen und funktionieren könnte, zeigt das XP-Service-Pack 2.

Nach dem Einspielen des SP 2 werden alle vorhandenen Netzwerk-Verbindungen automatisch von der Firewall geschützt. Applikationen, die mit dem Internet kommunizieren wollen, werden gemeldet, und der Anwender kann daraufhin Zugriffsregeln definieren. Auch ist es erstmals möglich, sowohl Dienste und Ports als auch Programme in eine Ausnahmeliste (Whitelist) aufzunehmen. Hilfreich: Der Administrator kann für jede Applikation gezielt festlegen, ob Zugriffe aus dem Internet, dem eigenen Netzwerk oder von ganz bestimmten IP-Adressen erlaubt sind.

Mangels aussagekräftiger Testergebnisse rät PC Professionell jedoch dazu, auch zukünftig eine bewährte Firewall-Lösung, etwa den Testsieger
Sygate Personal Firewall 5.5 Pro
(50 Euro) und einen effektiven Trojaner-Blocker wie
A2-Personal
(30 Euro) oder
TDS-3
(45 Euro) zu nutzen.


Neues Sicherheitscenter

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Die Verwaltung der XP-Firewall wird im neuen Sicherheitscenter erledigt. Hier legt der Anwender auch fest, wie mit automatischen Windows-Updates verfahren wird. Zudem stehen Funktionen bereit, mit deren Hilfe ein bereits installierter Virenscanner zu integrieren ist.

Allerdings gelang es den Testern nicht immer, die neue Routine zur Zusammenarbeit mit einem Virenwächter zu bewegen. Während Pest Patrol Corporate Edition nicht erkannt wurde, arbeitete das Sicherheitscenter problemlos mit Norton Antivirus 2004 und Kaspersky Anti Virus Personal Pro 4.5 zusammen. Da es sich beim Service-Pack 2 aber nicht um die endgültige Version, sondern den Release Candidate 1 handelt, wird Microsoft die mangelhafte Integration sicherlich noch verbessern.


Für Downloads, gegen Pop-ups

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Ausgestattet ist Longhorn auch mit einem neuen Downloadmanager und einem Pop-up-Blocker. Der Downloadmanager unterstützt das Resuming und erlaubt es dem Anwender, heruntergeladenen Dateien eine bestimmte Priorität zuzuweisen, um so die Reihenfolge der Downloads zu regeln. Den simultanen Aufbau mehrerer Serververbindungen beherrscht das Tool allerdings nicht. Zeitgesteuerte Downloads lassen sich ebenfalls nicht durchführen. Anwender, die häufig Dateien von Web- und FTP-Servern herunterladen, kommen also auch zukünftig nicht um den Einsatz einer speziellen Downloadhilfe herum wie beispielsweise
Internet Download Manager 4.01
(25 Euro).

Als ausgereift präsentiert sich der in Internet-Explorer-Version 6.05.4051.0 integrierte Pop-up-Blocker. Einmal aktiviert, ignoriert dieser alle zusätzlich zu öffnenden Fenster. Wichtige Ausnahmen lassen sich jedoch leicht definieren. In den Genuss dieses Schutzmechanismus kommen auch alle XP-Nutzer nach Einspielen des SP 2, so dass der Einsatz einer externen Fremdlösung nicht mehr nötig ist.