Leichtes Spiel für Hacker: Hälfte der drahtlosen Netzwerke nicht gesichert

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Datendiebe haben in Deutschland leichtes Spiel. Drahtlose Netzwerke sind nur sehr unzureichend verschlüsselt. Das ergab ein Test der PC Professionell (12/2004).

Die Computerzeitschrift PC Professionell hat als erste Redaktion Europas aus der Luft Wireless LANs (Local Area Networks) gesucht und analysiert. Gemessen wurde im Luftraum über München. Das Ergebnis: Über 4.000 verschiedene WLAN-Zugangspunkte wurden gefunden, mehr als 2.000 davon waren nicht gesichert.

Mit einer Cessna wurden im Flug über München 4.022 Zugangspunkte gefunden und analysiert, davon waren exakt nur 1.973 verschlüsselt. Dabei ließen sich jene WLANs erreichen, die an Fenstern oder in oberen Etagen funken; Geräte im Gebäudeinneren oder in den unteren Etagen sind aus der Luft kaum messbar. Von den verschlüsselten Zugängen benutzten über 93 Prozent die veraltete WEP-Codierung, weniger als sieben Prozent waren mit der neueren und sicheren WPA-Methode verschlüsselt.

Entdeckt wurden so unter anderem viele Firmen, Selbständige und Freiberufler, deren Netze nicht oder nur unzureichend verschlüsselt waren. Zahlreiche Rechtsanwaltskanzleien oder Arztpraxen waren durch den Namen des Netzwerks (Kanzlei Dr. X, Kliniknetz oder Praxis Doktor Y) deutlich zu identifizieren. Damit könnten Datendiebe gezielt an sehr sensible und persönliche Daten von Mandanten und Patienten gelangen. (kh)

Autor: karen
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