H+BEDV geht wegen Ausbildungsplatz für Wurmautor auf Distanz zu SecurePoint

SicherheitSicherheitsmanagement

Das Unternehmen legte gemeinsame Projekte mit der Firma SecurePoint auf Eis. Man stört sich an der Einstellung des Sasser-Autoren.

Das Sicherheitsunternehmen
H+BEDV Datentechnik
setzt die Zusammenarbeit mit ihrem Partner
SecurePoint
vorläufig aus und wird gemeinsame Projekte nicht weiterverfolgen. Hintergrund dieser Entscheidung ist, dass das Lüneburger IT-Sicherheits-Unternehmen den mutmaßlichen Autor der Computerwürmer “Sasser” und “Netsky” als Auszubildenden beschäftigt. Das gab das Unternehmen heute in Tettnang bekannt.

Die Firma, die Sicherheitslösungen entwickelt und bis dato als Vertriebs- und Technologie-Partner mit H+BEDV kooperierte, schloss mit dem Ex-Virenschreiber einen Ausbildungsvertrag ab.

Der 18-jährige Schüler hat vermutlich die Computer-Würmer “Sasser” und “Netsky” programmiert, die weltweit tausende Rechner von Unternehmen und Privatpersonen lahm legten und Schäden in Millionenhöhe verursachten. Betroffen waren vor allem die amerikanische Fluggesellschaft Delta Airlines und die Europäische Kommission. Der Schüler wurde im Mai dieses Jahres festgenommen und hat die Autorenschaft bereits eingestanden. Ihm droht bei Verurteilung eine Freiheits-, oder Geldstrafe.

“Wir sehen die Einstellung mit kritischen Augen. Auf der einen Seite steht der löbliche Versuch, einem vielleicht ehemaligen Virenautor eine zweite Chance zu geben – dem gegenüber steht das ausschließliche Sicherheitsinteresse unserer Kunden. Was also SecurePoint macht, ist ihre eigene Sache, ich möchte keines unserer Produkte – wo auch immer – in einer engen Kooperation mit einem vermutlichen Virenautor weiterentwickelt wissen”, sagt Tjark Auerbach, Geschäftsführer von H+BEDV.

Das IT-Sicherheitsunternehmen Securepoint hat trotz massiver Kritiken aus der Branche das Ausbildungsverhältnis verteidigt. Lutz Hausmann, Technical Director des Unternehmens: “Bei der Debatte um unseren Auszubildenden wird in vieler Hinsicht weit über das Ziel hinausgeschossen.” Bei einigen Leuten finde fast eine Art Hexenjagd auf den Jungen statt, erklärte er in einem Gastkommentar bei de.internet.com. Selbstverständlich habe der Junge eine Straftat begangen, die Bestrafung fände aber vor Gericht statt. Sein Unternehmen wurde bereits mehrfach aufgefordert, den Jungen von seinem Ausbildungsplatz zu entbinden. “Dies wird nicht geschehen”, erklärte Hausmann charakterfest. (mk)
(
de.internet.com
– tetticker.de)

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