Enterprise Software
Der Einfluss von Firmenfusionen auf Unternehmenssoftware

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Das Aussehen von Unternehmenssoftware könnte sich bald verändern, nachdem größere Anbieter letzte Woche ihre Strategie änderten und sich weitere Firmenzusammenschlüsse abzeichnen. Als Nächstes könnte Oracle mit seinem Angebot an PeopleSoft Erfolg haben.

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Die Hürden für einen Deal mit PeopleSoft brechen allmählich zusammen. Letzte Woche war von der EU zu hören, bis 9. November sei man mit der kartellrechtlichen Überprüfung durch, und PeopleSoft-Chef Steven Goldby meinte, es könne in Kürze zum Geschäft kommen, wenn Oracle sein Angebot vorlegt. Nach 16 Monaten, in denen nichts geschah, ließ das US-Justizministerium verlauten, es werde keinen Widerspruch einlegen, die EU gab an, sie würde sich ebenfalls nicht gegen den Deal stellen, und PeopleSoft trennte sich von seinem Geschäftsführer Craig Conway, der die Fusion ablehnte. Allerdings, meint Goldby, sind Oracles Angebote bislang nicht hoch genug.

Nach Meinung von Analysten-Experte Philip Carnelley von Ovum gehen Investoren davon aus, dass Oracle zu einer erneuten Erhöhung seines Angebots bereit ist. “Es gab einen Anstieg bei den PeopleSoft-Lizenzverkäufen. Wir sind davon überzeugt, Oracles Angebot wird letztlich passen”, fügte er hinzu.
Noch könnten andere Bewerber auf der Bildfläche erscheinen, vielleicht IBM, Microsoft oder HP, doch es scheint immer wahrscheinlicher, dass Oracle im nächsten Jahr das Geschäft unterschreiben wird.

Derartige Machtverschiebungen irritieren so manchen Kunden, doch es sieht so aus, als müssten sich die Käufer von IT-Technologie entweder an die großen Anbieter halten oder sich darauf gefasst machen, dass die Anbieter-Landschaft sich ständig verändert.

Auch andernorts spricht man von Konsolidierung. Computer Associates schloss letzte Woche einen 350 Millionen Dollar schweren Übernahmevertrag mit Netegrity; und RSA Security ließ verlauten, es stehe auf dem Markt zum Kauf zur Verfügung. “Ich sehe unser Unternehmen als potenziellen Fusionskandidaten”, meinte Geschäftsführer Art Coviello. “Wir haben ein hübsches Repertoire im Bereich Identitäts- und Zugriffsmanagement und kämen als Fusionspartner für kleinere Unternehmen in diesem Marktsegment in Frage.”

CRM-Gigant Siebel plant, Frontoffice-Tools zu übernehmen und in den Bereich Unternehmensanwendungen vorzudringen. Und Microsoft-Boss Steve Ballmer legt ständig neue Akquisitionspläne vor, während er gleichzeitig die Gespräche mit seinem vormaligen Verhandlungspartner SAP wieder aufzurollen scheint. SAP-Sprecher Bill Wohl gab dagegen zu verstehen, dass die Gespräche mit Microsoft beendet seien. Das Unternehmen zieht zwar in Erwägung, kleinere Firmen aufzukaufen, setzt aber ansonsten den Fokus auf die Entwicklung und den Verkauf der eigenen Produkte. “Es gibt eine Menge Unsicherheiten, was zukünftige Entwicklungen angeht. Die Kunden wollen aber Sicherheit”, sagte Wohl.

Eine kleine Minderheit von Unternehmen will allerdings ihren Fokus beibehalten. SAS Institute, die größte private Softwarefirma, bestätigte letzte Woche zum wiederholten Mal ihre Absicht, sich vom öffentlichen Markt fernzuhalten; während Lawson Software, ehemals im Visier von Oracle, hofft, weiterhin eine Alternative zu größeren Anbietern von Unternehmenssoftware zu bleiben. “Es sind nur die Jungs aus Walldorf (SAP), die über Verbindung Oracle-PeopleSoft vor Freude in die Hände klatschen”, meint Art Cooke, International President von SAS.