IT-Strategie
Nicht an den alten PCs kleben bleiben!

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Die Anschaffungskosten neuer PCs lassen sich leicht mit Produktivitätssteigerung rechtfertigen. Wer beim Einkauf von Hardware Geld sparen will, muss später mit unzufriedenen Mitarbeitern und gesenkter Produktivität kämpfen.

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Man kann mich einen seltsamen Kauz nennen, aber ich liebe es, morgens auf meinem Spaziergang ins Büro stapelweise alte PCs auf der Straße zu sehen. Das ist mir eine ganze Zeitlang nicht mehr passiert, und als ich neulich einen ganzen Haufen alter Dell-Systemeinheiten und 15-Zoll-Monitore einsam vor einem Büro sah, wie sie darauf warteten, zur ewigen Ruhe abtransportiert zu werden, führte ich beinahe ein Freudentänzchen auf.

Leser meiner bisherigen Kolumnen werden verstehen, weshalb genau ich so fröhlich bin – und das hat nichts (nun, nicht ganz) mit dem Umstand zu tun, dass ich als IT-Journalist ein gesundes Interesse daran habe, dass neue Technologien gekauft werden.

Sie sollten mittlerweile erraten haben, dass es um mein altes Steckenpferd geht, den Beschäftigten mehr Macht zu geben. Jeder Haufen alter Rechner, die entsorgt werden, bedeutet eins von zwei Dingen – das Unternehmen ist pleite, oder es wird etwas neues angeschafft. Im ersten Fall liegt das nach meiner zynischen Weltsicht wahrscheinlich daran, dass man sich nicht darum gekümmert hat, in neue Geräte zu investieren, und im Ergebnis haben die Angestellten einen Großteil ihrer Arbeitszeit damit zugebracht, sich die Sanduhren auf dem blauen Bildschirm des Todes anzuschauen statt ihre Aufgaben zu erledigen.

Ich entschuldige mich nicht dafür, dass ich dieses Thema regelmäßig aufwärme – schließlich ist Produktivität der wesentliche Grund, weshalb Unternehmen IT einsetzen, oder? Ansonsten würden wir immer noch alle Karbonpapier und Tippex benutzen (was, das machen Sie wirklich?), als ob es keine Produktivitätsvorteile durch Technologie gäbe.

Deshalb war es so herzerwärmend, unlängst einen Kommentar der Analystenfirma MetaFacts zu sehen, dem zufolge sich die PC-Wiederbeschaffungszyklen, zumindest in den USA, allmählich verkürzen. Laut IDC hat sich der Anteil der PCs, die ersetzt werden, bevor sie zwei Jahre alt geworden sind, von 58 Prozent im Jahr 2003 auf 68 Prozent in diesem Jahr erhöht.

Die erfahreneren Beobachter unter Ihnen könnten dagegenhalten, dass das einfach daran liegt, dass moderne PCs nicht länger als ein paar Jahre halten und dann Selbstzerstörungstendenzen einsetzen. Das glaube ich allerdings nicht. Meinem Gefühl nach sind Arbeitskräfte, die immer mehr Ahnung haben und sich mit IT auskennen, immer weniger bereit, sich mit langsamen, veralteten PCs abzufinden. Und die Erkenntnisse von MetaFacts deuten darauf hin, dass sich ähnliche Trends beim Wiederbeschaffungszyklus von Home-PCs anbahnen.

Es gibt ein Beispiel aus dem echten Leben: Mein Nachbar hat jetzt zu Hause einen wesentlich höher spezifizierten PC als an der Arbeit und stellt die Leistungsunterschiede fest. Der wichtige Punkt dabei ist, dass die Leute inzwischen genügend technisches Selbstvertrauen haben, um sich bei ihren Vorgesetzten zu beschweren, wenn sie meinen, dass ihr PC es nicht mehr bringt. Ich fürchte, da kann man ihnen nichts mehr vormachen.

Ich hoffe, dass die Unternehmen mittlerweile realisieren, welche Vorteile eine vernünftige Politik bringt, die darauf achtet, die IT-Hardware so aktuell zu halten, wie es ökonomisch praktisch ist.

Wenn das stimmt, sind das gute Neuigkeiten für PC-Hersteller, gute Nachrichten für in Bedrängnis geratene IT-Manager, aber vor allem sind es noch bessere Neuigkeiten für die User. Und das sollte, wenn meine Theorie stimmt, absolut brillante Neuigkeiten für die Unternehmen bedeuten.

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