Video over IP
Das Netzwerk ist der neue Schnüffler

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Überwachung mittels Video-over-IP wird zur realisierbaren Alternative zu CCTV-Sicherheitssystemen. Dabei sind aber einige Sicherheitsmaßnahmen unumgänglich, die es bei den alten analogen Systemen nicht brauchte.

Video over IP

Da Sprach- und Video-Funktionalitäten inzwischen in nahezu sämtliche LAN-Hardware als Standard integriert sind, prüfen immer mehr Firmen, wie sie von dieser Technologie am besten profitieren können.

Die Verlagerung des internen Telefonsystems ins Datennetzwerk ist eine auf der Hand liegende Option, auch wenn vielen Firmen das Vertrauen fehlt, sie zu verfolgen. Eine andere, weniger ehrgeizige Anwendung des LANs ist das Hosting eines Überwachungssystems.

Die Zahl der verfügbaren IP- oder Netzwerk-Kameras steigt, und die Preise fallen, da immer mehr Mainstream-Anbieter wie D-Link neben Spezialisten wie Axis auf dem Markt auftauchen. Die Geräte können an festverdrahtete und Wireless-LANs angeschlossen werden, was Flexibilität bei der Positionierung und Installation erlaubt.

Diese Geräte bieten eine Farbbild-Auflösung von bis zu 640×480 Pixeln, was üblicherweise viele mehr ist als die traditionellen Closed-Circuit-Television-(CCTV)-Kameras, die selten mehr als bestenfalls körnige Schwarzweißbilder liefern.

Die Kostenersparnis ist allerdings schwer zu quantifizieren, da die meisten Firmen erst einmal Ausgaben für neue Hardware und Software tätigen müssten und ihr CCTV-Netzwerk als Backup behalten würden oder es ganz abschaffen könnten. Außerdem müssen Netzwerk-Manager bedenken, dass die Kameras umso mehr LAN-Bandbreite benötigen, je höher die Auflösung der Bilder ist.

Und obwohl ein IP-Überwachungssystem die Verwaltung der Video-Überwachung im Netzwerk zentralisieren kann, könnte sich das als zweischneidiges Schwert erweisen, je nachdem, wie komplex das LAN wird und wie viele Leute damit beschäftigt sind, sich darum zu kümmern.

Nicht, dass irgendein bereits eingestellter Chef der Sicherheitssysteme notwendigerweise die Entlassungspapiere bekommen müsste. Stattdessen kann er einfach ein Verwaltungs-Interface installieren, von dem aus das Video-Sicherheitssystem gesteuert werden kann, und zwar mit Hilfe eines einzigen PCs, der mehrere Fenster zeigt anstatt der Reihen von Schwarzweißmonitoren, die traditionell bei CCTV dafür genutzt werden.

Sicherheitsexperten meinen, dass die Bilder, die von IP-Kameras gemacht werden, im Gegensatz zu solchen, die auf Video-Kassetten aufgenommen werden, viel schneller per E-Mail an die Polizei geschickt werden können oder sogar während eines Vorfalls live über das Internet beobachtet werden können, was es den örtlichen Polizeidienststellen erlauben kann, Art und Ernsthaftigkeit der Bedrohung einzuschätzen.

Gibt man einer Kamera eine IP-Adresse, bedeutet das auch, dass Zugang zu den Kameras per Internet möglich ist, was für Netzwerkverwalter nützlich sein kann, wenn sie ein Auge sowohl auf Außenstellen haben wollen als auch auf das Gebäude, in dem sie selbst sitzen.

Es ist allerdings sinnvoll, diese Verbindungen mit Virtual-Private-Network-Technologie zu schützen, da anderenfalls Einbrecher im Internet Kamerabilder prüfen könnten, um Schwachstellen für das Eindringen zu identifizieren, Lagepläne zu erstellen und Zeiträume zu erkennen, in denen wenige Leute anwesend sind.

Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass auch das Video-Sicherheitssystem herunterfährt, wenn das Netzwerk ausfällt, in einigen Fällen zusammen mit dem Telefonsystem. Dieses Problem lässt sich aber überwinden, wenn man die üblichen Methoden für die Ausfallsicherheit von Netzwerken verwendet.

Insgesamt bedeutet dies, dass Unternehmen über ihre Optionen sehr sorgfältig nachdenken müssen und am besten einen Pilotversuch durchführen sollten, bevor sie in Video-IP-Überwachungssysteme investieren.