Enterprise Computing
Ecosysteme setzen die Standards

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Die IT-Anbieter hoffen, dass gemeinsam geschaffene standardisierte Umgebungen mehrerer Firmen beim Kunden Vertrauen schaffen, langfristigen Support ermöglichen und loyale Kunden bringen, meint Martin Banks.

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Eine wachsende Anzahl von Anbietern verwendet das scheußliche Wort “Ecosystem”, mit dem Versuch, die Käufer davon zu überzeugen, dass ihre Produkte auch von anderen Anbietern unterstützt werden. So arbeitet beispielsweise der 64-Bit-Itanium-Prozessor von Intel mit der Software von anderen Anbietern. Selbst Intel räumt ein, dass ein Chip für sich allein nutzlos ist, wenn nicht Anwendungen von Drittparteien damit arbeiten können. Wahrscheinlich soll der Begriff eher ein Image von natürlicher Harmonie heraufbeschwören als einen Marketingausdruck.

Ecosystems vermittelt den Käufern Vertrauen, dass das, was sie kaufen, auch ein Weilchen Bestand haben wird und auch unterstützt sowie gewissenhaft weiterentwickelt wird.

Man schaue sich doch das größte Ecosystem dieser Tage an – Microsofts Windows.

Ich bin sicher, dass das Unternehmen NT4 schon vor Jahren aus dem Verkehr gezogen hätte, wenn es wirklich überzeugt gewesen wäre, damit davonzukommen. Aber gerade dies ging eben nicht, denn viele Kunden hatten Anwendungen und Hardware, die an NT4 gekoppelt waren. Sie waren zufrieden damit, es weiter zu benutzen und wollten nicht aufrüsten.

Es scheint jetzt, dass diese Lektion auch von anderen Anbietern gelernt worden ist. Die Schaffung von Umgebungen, bei denen die Firmen bleiben wollen, kann sich in langfristigen Gewinnen auswirken. So hat zum Beispiel BEA sein WebLogic Application Server System der Open-Source Gemeinschaft zur Verfügung gestellt.

Die Open-Source Eclipse Foundation soll eine Open-Source Version des WebLogic Workshops integrated development environment (IDE) erstellen, damit die Entwickler eine Wahlmöglichkeit hinsichtlich der Tools für die Entwicklung von WebLogic Anwendungen haben. Und die Apache Foundation wir das WebLogic System in sein Beehive Projekt einbetten, so dass die Firmen eine Wahl von Software für Application Server haben, auf denen sie diese Anwendungen laufen lassen können. BEA will multiple Quellen für seine Technologie und so viele Java- und J2EE-Entwickler wie möglich ermutigen. Und langfristig werden einige dieser Entwickler wahrscheinlich folgerichtig zu WebLogic überwechseln.

IBM und Intel versuchen ebenfalls ein Ecosystem zu schaffen, wie sich dies bei ihrer Entscheidung, BladeCenter-Spezifikationen zu veröffentlichen gezeigt hat. Damit können auch andere Anbieter eine kompatible Ausrüstung herstellen. Dies verspricht, dass die IT-Käufer und Blade-Anbieter eine konsistente Plattform auf dem aufkeimenden Blade-Server-Marktplatz haben werden und es sollte ihnen bei der langfristigen Planung eine Hilfe sein. Anbieter, denen andernfalls die Ressourcen fehlen würden, ihre eigenen kompletten Blade-Systeme zu entwickeln und zu vermarkten, können jetzt Produkte zusammenbauen, wobei sie vielleicht sogar verworrene Technologien einsetzen, die aber für eine Nischenanwendung geeignet sind und gut mit anderen Systemen zusammen funktionieren, solange sie den BladeCenter-Standards entsprechen.

Die Einrichtung von Ecosystemen ist einfach ein Weg für Anbieter, sich in gewisser Weise über einen Standard zu einigen. Dieser Ansatz ist auch anderswo zu finden – zum Beispiel in der Musikindustrie, die sich auf einen Typ der CD-Technologie festgelegt hat, obwohl einige Firmen sich vielleicht für andere Systeme ausgesprochen haben, vermutlich wegen besserer Reproduktion oder Verschleißraten.

Ein Ecosystem könnte bedeuten, dass es eine einzelne Firma scher haben würde, den Markt zu dominieren, aber viele Hersteller sind zurück zu alten Überzeugungen gekommen, die da sagen, dass 10 Prozent eines riesigen Marktes viel mehr wert sind als 100 Prozent eines sehr kleinen.