Microsoft Media Player 10
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Microsoft Media Player 10

Große Erwartungen

Microsoft Media Player 10

Große Erwartungen lasten auf dem neuen
Windows Media Player 10
(WMP 10). Schließlich ist dieser das Zentrum von Microsofts bunter neuer Multimedia-Welt rund um
Windows XP Media Center
und den
iTunes
-Konkurrenten MSN Music-Services. Die Final-Version des Media Player 10 sorgt aber für einige Enttäuschungen.

Doch eine gute Nachricht vorweg: Die neue Oberfläche ist deutlich bedienfreundlicher. Über sechs Reiter sind alle Programmfenster direkt anzusteuern für das Wiedergeben, Verwalten, Rippen, Brennen, Synchronisieren und Streamen von Mediafiles. Ein Klick der rechten Maustaste auf die Titelzeile macht alle Datei-, Ansichts-, Wiedergabe- und Zusatzfunktionen verfügbar. Über Tools Options lässt sich WMP 10 umfassend konfigurieren, etwa hinsichtlich Sicherheit und Privacy, Netzwerk, Dateitypen, Plug-ins und Brenn-Optionen.


MP3-Encoder integriert

Microsoft Media Player 10

Endlich besitzt der Media Player auch einen MP3-Encoder (Fraunhofer Codec), so dass sich Audio-CDs nicht nur ins WMA-Format mit konstanter und variabler Bitrate sowie verlustfrei rippen lassen, sondern auch direkt ins MP3-Format. Unterstützt werden allerdings nur konstante 128, 192, 256 oder 320 kBit/s. Eine variable MP3-Bitrate offeriert das Programm nicht.

Automatische Konevrtierung – ohne Handarbewit beharrt der Mediaplayer auf Micrsofcts WMA-Format
Umfassend sind die Funktionen, um riesige Medienbibliotheken in den Griff zu bekommen. Dateien können manuell und automatisch bewertet, getaggt und in Playlisten sortiert werden. Das manuelle Synchronisieren ausgewählter Mediafiles klappt im Test mit dem iMX-300 MP3/WMA-Player von Innoax reibungslos. Ausnahme: Media Player konvertiert vor dem Synchronisieren die MP3-Dateien ohne Rückmeldung in das eigene WMA-Format, statt den MP3-Codec beizubehalten oder eine Benutzerabfrage zu starten. In den Optionen sucht der Anwender vergebens nach der Sync-Konfiguration. Um die Konvertierung zu verhindern, muss man im Sync-Fenster die Eigenschaften des Wechseldatenträgers aufrufen und im Reiter Quality das Häkchen aus der Zeile Convert files as required by this device (recommended) entfernen. Das ist noch zu umständlich.


Hardware ohne Treiber nutzen

Microsoft Media Player 10

Insgesamt unterstützt Microsoft nach eigener Aussage 70 Geräte, etwa von Creative Labs, Rio und iRiver, deren Daten WMP 10 auch automatisch mit der Media Library abgleicht. Das funktioniert dank des neuen bidirektionalen MTP (Media Transfer Protocol), das der Player gleich mitliefert. Zusätzlicher Vorteil des Protokolls: Für MTP-kompatible Hardware-Player müssen Anwender keine eigenen Treiber mehr installieren.

Wer nicht Windows XP einsetzt, muss auf WMP 10 verzichten. Und da WMP 10 mit Apples DRM-Verfahren nicht klarkommt, werden auch iTunes-Kunden enttäuscht – ihre Dateien sind mit WMP 10 nicht abspielbar.


Multimedia mit Lücken

Microsoft Media Player 10

Die Enttäuschungen setzen sich fort: keine neuen WM-Codecs, kein MPEG-2-Dekoder für DVD-Wiedergabe, kein Support für Real Audio/Video, Quicktime oder das Open-Source-Format OGG; gleiches gilt für AAC (Advanced Audio Codec).

Dafür bekommen Nutzer kostenpflichtige Online-Musikdienste und Microsofts neues Janus-DRM. Dessen detaillierte Konfigurierbarkeit auf Anbieterseite gestattet auch das Vermieten von Musik und Filmen. Eine Datei ist dann zum Beispiel nur drei Tage abspielbar. Das DRM voll einsetzen wird wohl MSN Music (
music.msn.com
). Der Dienst war ebenso wie die Lokalisierung des Media Player 10 bis Redaktionsschluss noch nicht in deutscher Version verfügbar. Beide sind aber noch für Oktober geplant. Auch Anfang November findet sich auf der
deutschen Seite
nur ein Demo.

Wer einen All-in-one-Mediaplayer sucht, der alle wichtigen Formate abspielt, benötigt den neuen WMP 10 nicht zwingend. Audio-Enthusiasten können bei der Freeware
Winamp 5
bleiben. Windows-Media-Anwender sollten auf die deutsche Version warten, um auch die lokalen Online-Funktionen nutzen zu können.