Grafiktreiber tunen
Beschleunigt automatisch

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Der Grafikkartentreiber wird bei Nvidia zur richtigen Tool-Sammlung: Neben versteckten Einstellungen zum dynamischen Übertakten flotter Grafikchips gibt es praktische Zusatzfunktionen wie einen integrierten Pop-up-Blocker.

Automatische Übertaktung

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Eine besondere Tuning-Option versteckt sich in den neuesten Forceware-Grafiktreibern von Nvidia. Nötig ist dazu ein kleines Tool, das sich Coolbits nennt.

Die Suche startet man am besten über Google, die REG-Datei ist nur 1 KByte groß. Dann ist bloß ein Doppelklick mit der Maus nötig, um die Funktionen des Nvidia-Treibers freizuschalten. Über die Eigenschaften der Anzeige kommen Sie in die erweiterten Optionen. In der Sektion des Forceware-Treibers gibt es einen Punkt, der Taktfrequenzen heißt .

Nach dem Aktivieren der Funktion Automatische Übertaktung werden die Taktraten der Grafikkarte im 3D-Modus dynamisch angehoben. Voraussetzung ist eine Grafikkarte mit Nvidia Geforce FX 5950 oder FX 5900, die aktuelle Treiberversion 56.72 und das Tool Coolbits, das die Windows-Registry ändert.

Die automatische Übertaktung bringt merkliche Leistungsvorteile: Eine Geforce-FX-5950-Grafikkarte läuft im Test bei den meisten 3D-Applikationen fünf bis zwölf Prozent schneller (siehe die Benchmarkbalken rechts unten). Dies entspricht den Geschwindigkeitswerten einer um fünf bis 16 Prozent übertakteten Grafikkarte.

Bild: Nvidia Grafikkartentreiber Desktopeinstellung


Temperatur und Taktung

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Die Steuerung der Taktraten durch den Grafiktreiber sorgt dabei für mehr Sicherheit: Inoffiziellen Angaben zufolge berücksichtigt das Feature die Chiptemperatur und reduziert die Frequenzen wieder, wenn die Gradzahlen zu hoch liegen.

Zum Ermitteln der Temperatur wird die in den Highend-Grafikchips integrierte Thermodiode genutzt. Der nötige Coolbits-Registry-Hack schaltet auch die manuelle Vorgabe der Chip- und Speicherfrequenzen frei: Unter dem Pfad HKEY_local_machine/software /Nvidia Corporation/Global/NvTweak wird der Dword-Wert Coolbits angelegt und mit dem Eintrag 3 auf Hexadezimal-Basis versehen. Nach dem Rechnerneustart steht das Auswahlfeld Taktfrequenzen bereit. Die Tests und Angaben beziehen sich auf die Forceware-Version 56.64, die bis auf die WHQL-Zertifizierung mit der endgültigen Ausführung identisch sein soll.

Eine völlig neue Erfindung ist Nvidias automatisches Overclocking bei Grafikkarten allerdings nicht ATI hat eine vergleichbare Funktion bereits bei den Radeon-9800-XT-Grafikkarten als Standardfeature eingebaut.


Pop-ups automatisch schließen

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Der Nvidia-Treiber bietet weitere nützliche Funktionen. Originelle Zusatzfeatures finden sich im Grafiktreiber unter dem Menü-Punkt Desktop-Verwaltung oder über das Nvidia-Symbol in der Taskleiste und den dortigen Eintrag Nview Desktop Manager.

Unter anderem steht ein Pop-up-Blocker für den Microsoft Internet Explorer bereit. Nervige Werbefenster beim Surfen im Internet gehören damit der Vergangenheit an. Wahlweise werden die Pop-up-Fenster komplett geblockt oder kurz angezeigt und dann automatisch ausgeblendet und geschlossen. Zur Aktivierung gilt es jedoch die richtigen Einstellungen zu finden: Unter Anwendungen muss Anwendungs-Erweiterungen ausgewählt werden. Hier verbergen sich die Einstellungen zum ungestörten Surfvergnügen.


Gerasterte Fenster

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Praktisch sind auch die Rasterlinien zum Anordnen von Programmfenstern (siehe die Bilder in der Mitte). Besonders auf großen Monitoren kann es hilfreich sein, mehrere Anwendungen gleichmäßig nebeneinander anzuordnen. Die einzelnen Fenster in die richtige Größe zu bringen und passend nebeneinander zu stellen, ist jedoch oft ein umständliches Unterfangen. Hier helfen die Rasterlinien, an die sich die Fenster automatisch in Größe und Position anpassen lassen.

Unter Benutzeroberfläche führt der Punkt Raster bearbeiten nach dem Aktivieren von Anzeigen-Rasterlinien zu einem eigenen Bildschirm, in welchem sich die Hilfslinien erzeugen und positionieren lassen. Beim normalen Arbeiten sind die Linien unsichtbar sie erscheinen erst beim Verschieben eines Fensters.

Wird gleichzeitig die [Alt]-Taste gedrückt und das Programmfenster maximiert beispielsweise mit einem Doppelklick auf die Fensterleiste, passt sich dessen Geometrie automatisch dem Raster an. Das Fenster springt dabei zu dem Segment, das seiner Position am nächsten liegt. Die Rasterfunktion bleibt für das jeweilige Fenster so lange aktiviert, bis mit dem Befehl Verkleinern wieder von der maximierten Darstellung auf die skalierbare Fensterdarstellung zurückgewechselt wird.


Mehrere Profile

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Für Anwender, die mit mehreren 3D-Applikationen arbeiten und diesen jeweils unterschiedliche Treibereinstellungen zuordnen wollen, stehen die Anwendungs-Profile bereit. Bestimmten EXE-Dateien lassen sich damit Treibereinstellungen zuordnen. Beispielsweise können immer beim Aufruf von Halo.exe anisotrope Filterung und Full-Scene-Antialiasing automatisch aktiviert werden.

Bild: ohne Kantenglättung

Originell ist auch die Option Wurf-Fenster-Aktion: Wird die linke Maustaste beim Verschieben eines Fensters losgelassen, bleibt das Fenster in Bewegung und rutscht von selbst in der anvisierten Richtung weiter, bis es am Bildschirmrand stoppt.

Update behebt Pixelflimmern

Auch für Bugfixes ist der neueste Nvidia-Treiber gut. Behoben wird beispielsweise das Pixelflimmern bei Geforce-FX-5900-XT-Grafikkarten. So kam es im Zusammenspiel mit den bisherigen 53.03-Treibern bei hellen Flächen vereinzelt zu Pixelfehlern. Die Hintergründe sind bislang unklar. Es wird vermutet, Nvidia habe die Versorgungsspannungen abgesenkt, um damit ein Übertakten der günstigen Geforce-FX-5900-XT-Karten zu verhindern. Obwohl es dazu wohl nie eine offizielle Stellungnahme von Nvidia geben wird, so ist dieses Problem mit der aktuellen Treiberversion doch ausgeräumt. Ein Update lohnt also aus vielen Gründen.