Mangelnde E-Mail-Netiquette behindert Geschäftsabläufe in Europa

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Verärgerung durch formlose, vor Fehlern strotzende Nachrichten.

Mangelnde E-Mail-Netiquette im Arbeitsalltag wirkt sich störend auf die Arbeitsabläufe aus. Das geht aus einer europaweiten Studie hervor, die der Organizer-Hersteller PalmOne in Auftrag gegeben hat. Antworten lassen auf sich warten, wichtige E-Mails werden ohne Hinweis auf Dringlichkeit versandt und inhaltslose oder schlecht formulierte Mails führen zu Missverständnissen und können sogar den Geschäftsbeziehungen schaden. Bei 61 Prozent der Befragten habe dies beträchtliche wirtschaftliche Auswirkungen, weil wichtige Geschäftsentscheidungen verzögert werden.

Nachlässige Texte wirken irritierend und viele Menschen fassen schlecht formulierte E-Mails als ein Zeichen von Geringschätzung auf. Einer von zehn Umfrageteilnehmern war schon einmal in einen Streit verwickelt, weil der Ton einer Nachricht Anlass zu Missverständnissen gegeben hatte. Andere Mitarbeiter haben zugegeben, dass sie gelegentlich wissentlich falsch behaupten, eine E-Mail nicht erhalten zu haben.

79 Prozent der Befragten müssen Antworten auf gesendete E-Mail-Nachrichten hinterherlaufen. Einer von zehn Befragten klagt über solche E-Mail-Fluten, dass keine Zeit mehr bleibt, wirklich alle Nachrichten zu beantworten. Mehr als einem Fünftel der Teilnehmer in Großbritannien und Spanien graut davor, nach einer Abwesenheit wieder an den Arbeitsplatz zu kommen, weil sie genau wissen, welcher Berg von E-Mails dort auf sie wartet. Dies macht sich insbesondere in Italien bemerkbar, wo 70 Prozent der Teilnehmer bei ihren E-Mails nachhaken müssen.

Schuldgefühle bei der Arbeit, weil die E-Mails nicht beantwortet werden können

Einer von zehn Befragten gibt zu, regelmäßig mit Schuldgefühlen bei der Arbeit kämpfen zu müssen, weil die E-Mails nicht beantwortet werden können. In Großbritannien ist dieses Phänomen besonders verbreitet; 11 Prozent der Teilnehmer haben deshalb schon einmal vorgegeben, eine E-Mail nicht erhalten zu haben, als der Absender nachgehakt hat.

81 Prozent der Teilnehmer stehen E-Mails ablehnend gegenüber, die schlecht formuliert sind und Rechtschreib- und Grammatikfehler enthalten. Dies gilt insbesondere in Deutschland, wo ein Drittel der Teilnehmer der Meinung ist, die Absender solcher E-Mails seien eher nachlässig und schlampig.

Kurze, eher schneidend formulierte E-Mails, bei denen sich der Absender nicht die Mühe macht, den richtigen Ton zu treffen, können unbeabsichtigt den Geschäftsbeziehungen schaden. Einer von zehn Teilnehmern (in Deutschland sogar 23 Prozent) erklärte, dass schon einmal Streitigkeiten mit Kollegen oder externen Personen entstanden, weil sie den Inhalt der E-Mails falsch aufgefasst hatten.

Angehörige des unteren Managements in ganz Europa sollten auf der Hut sein: Die Oberen nehmen schlampige, schlecht formulierte E-Mails besonders übel; 41 Prozent sind davon überzeugt, dass solche E-Mails auf Faulheit und sogar auf Geringschätzung hindeuten. (mk)
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– testticker.de)

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