Große Festplatten getestet
160 GByte für 89 Euro

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Der beste Preis für 1 GByte Kapazität bei Festplatten liegt unter 60 Cent. Auf so dicke Drives passen 37 DVD-Images, 228 CDs oder 32 000 MP3-Songs. Serial-ATA ersetzt auf lange Sicht Ultra-ATA.

8 MByte Cache

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Angeboten werden Festplatten (HDD) mit 160 GByte unter 90 Euro von Hitachi, Seagate, Samsung, Maxtor und Western Digital. Die Modelle mit 2 MByte Cache (Zwischenspeicher für gelesene Daten) sind preiswert; für 8 MByte Cache verlangt jeder Hersteller 5 bis 8 Euro Aufpreis. Der größere Cache hat Sinn, wenn die Festplatte viel auf sich selbst arbeitet. Typische Aktionen, wo sich der höhere Cache in mehr Performance auswirkt, sind das Entpacken von ZIP- oder RAR-Dateien oder das Herauskopieren von MPEG-Dateien aus einem SVCD-Image. Wer seine Harddisk nur als Speichergrab für große Dateimengen braucht oder eine Systemplatte sucht, dem reichen auch 2 MByte Cache.

Der Standard-IDE-Bus (Bild) ist an seinem breiten 40-poligen Flachbandkabel zu erkennen. Mit ihm werden Festplatten, Laufwerke und Brenner betrieben.


Ultra-ATA ist Standard

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Die gängige Schnittstelle für die günstigen Harddrives ist IDE (Ultra-ATA). Zu erkennen sind die Platten am 40-poligen Flachbandkabel. Festplatten mit dem neuen Serial-ATA-Anschluss (S-ATA) sind bei gleicher Speicherkapazität bis zu 20 Euro teurer.

Die Leistungswerte der beiden Technologien, wie Zugriffszeit und Umdrehungszahl, sind identisch. Der Unterschied liegt hauptsächlich im Bussystem und der Datenübertragung. Während bei Ultra-ATA gelesene Daten parallel zum Mainboard- oder Festplattencontroller übertragen werden, schiebt S-ATA die anfallenden Inhalte nacheinander, seriell zum Controller. Das deutlich schmalere Flachbandkabel kommt mit sieben Leitungen aus. Technisch gesehen ist der Schritt wichtig, sobald die PC-Technologie irgendwann optische Datenübertragung verwenden will, die ebenfalls seriell arbeitet.

Das neue Bussystem (Bild) wird IDE komplett verdrängen. Für Festplatten gibt es jetzt zwei Stromanschlussarten. Wichtig: Nur einer davon darf benutzt werden.


S-ATA ersetzt Ultra-ATA

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S-ATA ist keine bloße Modeerscheinung, sondern ersetzt auf lange Sicht den Standard-IDE-Bus komplett. Dieses Update hat der parallele Port für Drucker und Scanner schon hinter sich. Er wurde durch USB und Firewire ersetzt. Mainboardhersteller verbauen seit einem Jahr beide Anschlussarten und Bussysteme für Festplatten, Laufwerke oder Brenner. So kann sich momentan jeder ein neues Mainboard zulegen und alte Laufwerke weiter verwenden. Während bei Festplatten Ultra-ATA und S-ATA zur Verfügung stehen, ist Plextor momentan der einzige Anbieter mit einem DVD-Brenner mit S-ATA-Technik.


Vorteile von S-ATA

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Es gibt drei weitere Vorteile von S-ATA: Mit aktuellen Betriebssystemen wie XP lassen sich S-ATA-Festplatten während des Betriebs ein- und ausstecken. Das ist ideal für Wechselrahmen und jegliche Art von externen Laufwerken. Außerdem wurde die maximale Datenübertragung des Bussystems von 100/ 133 MByte/s (ATA) auf 150 MByte/s erhöht. Zum Vergleich: Externe Firewire- und USB-2.0-Geräte schaffen 20, im theoretischen Idealfall 50 MByte/s. S-ATA in der Version II soll sogar bis zu 300 MByte/s erreichen. Diese Zahl steht nicht, wie oft geglaubt wird, für die maximale Performance der gekauftern Festplatte. Dieser Höchstwert gibt an, was ein Medium mit diesem Bussystem theoretisch erreichen könnte oder was alle Laufwerke zusammengenommen am Bus miteinander zur Verfügung haben. Ob das jetzt ein schnelles Laufwerk alleine nutzt oder sich mehrere teilen, ist dabei egal.

Der dritte Vorteil der neuen Schnittstelle S-ATA ist eine Verwaltung von Kopier- und Lesevorgängen. Zukünftige Festplatten haben NCQ-Technologie (Native Command Queuing) integriert. Ein Drive nimmt mehrere Aufträge oder Befehle gleichzeitig an. Diese werden unabhängig von der CPU neu sortiert und in optimaler Reihenfolge abgearbeitet. Das soll die Such- und Reaktionszeit bei Plattenzugriffen verkürzen. Seagate und Fujitsu haben Drives mit NCQ schon angekündigt.


Kaufberatung

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Was ist jetzt besser, Ultra-ATA oder S-ATA? Extra ein neues Mainboard zu kaufen oder einen S-ATA-Controller nachzurüsten, nur um auf dem neusten Stand der Technik zu sein, ist nicht notwendig. Zum Speichern von Daten reicht Ultra-ATA immer aus. Die Performance von Festplatten mit 7200 U/min ist bei S-ATA ebenfalls nicht besser. Ist das Mainboard älter als drei Jahre, kann es bei Ultra-ATA-Festplatten ab 160 GByte Speicherkapazität zu Formatierungsproblemen kommen: Die gesamte Plattengröße wird nicht erkannt, es lassen sich nur 128 GByte nutzen. S-ATA und Windows XP hingegen kennen diese Einschränkung nicht mehr.

Ist Serial ATA auf dem Mainboard vorhanden, investiert man mindestens bei der Systemplatte in die neue Technik. Da der S-ATA-Standard den IDE-Bus (Ultra-ATA) irgendwann vollständig ersetzt, ist die neue Technik ganz sicher kein Fehlkauf.


Fragen zu Serial ATA

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1. Ich habe eine Festplatte mit mehr als 160 GByte Speicherkapazität, diese voll gepackt und dabei alle Daten verloren.
Entweder kann der Controller die Festplatte nicht komplett adressieren oder Sie nutzen kein Windows XP. Versuchen Sie, das Mainboard-Bios zu aktualisieren, oder betreiben Sie die Festplatte mit maximal 128 GByte. Mehrere Partitionen lösen das Problem nicht. Macht der Controller nicht mit, ist das verwaltete Maximum der Platte zusammengerechnet immer 128 GByte.

2. Wie kann ich Festplatten mit mehr als 128 GByte nutzen?
Erste Voraussetzung bei Microsoft ist Windows XP. Dann ist ein Festplattencontroller mit 48-Bit-Adressierung nötig. Serial ATA kann das immer, bei Ultra-ATA sollte es jeder Intel-Chipsatz mit ICH5 können.


3. Muss ich bei Serial-ATA-Festplatten ein neues Netzteil kaufen?

Nein, für den neuen Stromanschluss gibt es auch Adapter. Bei neuen Netzteilen sind die Anschlüsse am Strang vorhanden, oft genug liegt aber nur ein Adapter bei.

4. Ich habe eine S-ATA-Festplatte mit altem und neuem Stromanschluss. Muss ich beide anstecken?
Auf keinen Fall. Eine S-ATA-Platte benötigt immer nur eine der beiden Stromversorgungen. Welche der beiden, ist egal es gibt keine bekannten Vorteile.

5. Muss ich meine Festplatte mit NTFS formatieren?
Nein, das Dateisystem FAT32 ist durch Windows 98 und ME noch gängig. Allerdings hat FAT32 eine wichtige Einschränkung: Es lassen sich nur 2 GByte große Dateien anlegen. Will man ein DVD-Image mit 4,3 GByte und mehr speichern, ist NTFS Vorraussetzung.

6. Muss ich meine Festplatte kühlen?
Klare Angaben sind nicht zu finden, allerdings sollen Hersteller behaupten, die Lebensdauer einer gekühlten Festplatte sei höher. PC Direkt rät, grundsätzlich alle Harddisks zu kühlen, denn gerade im Sommer kann die Temperatur einer Platte schnell über 50 Grad steigen.

7. Mein Mainboard hat einen S-ATA-Raid-Controller. Muss ich jetzt ein Raid-System installieren?
Nein, alle angeschlossenen Festplatten lassen sich auch als einzelne Laufwerke nutzen. Weder ein Raid-Verbund noch gleich große Platten sind nötig, um den Controller zu nutzen.

8. Sind Festplatten mit 8 MByte Cache schneller als Drives mit 2 MByte?
Nicht immer. Beim Installieren von CDs, Daten lesen oder Übertragen auf eine andere Festplatte gibt es keinen Vorteil. Erst wenn Files auf der gleichen Platte umkopiert, entpackt oder verdoppelt werden, macht sich der höhere Cache im Vergleich zu Platten mit weniger Cache durch mehr Leistung bemerkbar.


Raptor-Klasse & Übersicht

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10000 U/min sorgen für blitzschnellen Zugriff auf Daten, 7200 sind Standard, 5400 sind kühl und leise

Die Raptor-Klasse von Western Digital ist vergleichbar mit schnellen und teuren SCSI-Festplatten ideal für den Dauerbetrieb und als Systemlaufwerk geeignet. Spindeldrehzahlen mit 7200 U/min sind der gängige Standard bei Platten mit Ultra-ATA- und S-ATA-interface. Drives mit 5400 U/min liegen in der Leistung etwas niedriger und werden kaum noch hergestellt. Ihre Vorteile: Sie sind sehr leise und haben eine geringe Betriebstemperatur.

Große Festplatten im Überblick

Teil 1


Teil 2