Keine Angst vorm Daten-GAU
Datenrettung

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PC-Anwender in Gefahr: Hardware-Defekte, Systemcrash und Vireninfektionen. Dieser Artikel zeigt, wie man seinen Computer schützen kann.

Der Datenfeind

Keine Angst vorm Daten-GAU

Die Gefahr betrifft jeden PC-Anwender: Datenverlust. Funktionsstörungen von Hardware und Betriebssystem können überraschend auftreten und verursachen laut Datenrettungs-Spezialist Kroll-Ontrack einen insgesamt zehnmal höheren Schaden als Angriffe von Viren und Hackern.

Der Feind der Daten ist winzig: Bereits kleinste Verschmutzungen von der Größe eines winzigen Staubkorns und Kondenswasser durch Temperaturschwankungen können Headcrashs verursachen. Die Folge ist zunächst der Totalverlust aller Daten auf der Festplatte. Wo der Schreib-Lesekopf den Platter nicht berührt hat, können zwar Speziallabors wie Kroll-Ontrack, Ibas, Convar oder Vogon helfen. Doch die Datenrettung kostet oft mehrere zehntausend Euro und lohnt sich damit nur für wichtige Unternehmensdaten, nicht aber für Privatanwender.


Teurer Datenverlust

Keine Angst vorm Daten-GAU

Versicherungen beziffern den Verlust von nur einem MByte Daten mit finanziellen Einbußen von durchschnittlich 1000 Euro. Geht man davon aus, dass eine defekte 80-GByte-Festplatte Daten gleichen Wertes enthielt, beziffert sich der theoretische Schaden auf 80 Millionen Euro. Große Datenbank-Dateien, die von Unternehmen über Jahre gepflegt werden, sind meist unersetzlich. Deren Verlust kann das Ende der ganzen Firma bedeuten.

Die Gefahr des Daten-GAUs nimmt immer mehr zu. Denn hohe Festplattengeschwindigkeiten und -kapazitäten auf kleinstem Raum bedeuten, dass die Hardware anfälliger gegen Defekte wird und deshalb ein Headcrash in kürzester Zeit deutlich mehr Sektoren zerstören kann als bei alten Festplatten. Es stellt sich nicht die Frage, ob eine Festplatte Schaden nimmt, sondern wann.


Der richtige Basisschutz

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Am sichersten ist die Replizierung wichtiger Daten. Denn es ist unwahrscheinlich, dass mehrere Datenträger gleichzeitig ausfallen.

Unsicher lebt, wer nur eine Festplatte besitzt und Sicherungskopien einfach in ein anderes Verzeichnis oder auf eine andere Partition überträgt. Bei einem Festplatten-Schaden sind dann alle Daten verloren. Backups mit Tools wie Retrospect Backup Pro leisten hier gute Dienste. Noch umfassenderen Schutz versprechen Imaging-Tools, die Bit für Bit komplette Partitionen und Festplatten replizieren. Empfehlenswert sind etwa
Acronis True Image
, Norton Ghost und Powerquest Drive Image. Doch User sollten nicht vergessen, die Integrität der Backups und Images zu prüfen, sonst war das Speichern umsonst.

Auf den Schutz von Festplatten sollten Sie großen Wert legen. So dürfen diese weder direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein und überhitzen noch Temperaturschwankungen unterliegen, die gefährliche Kondenswasserbildung verursachen. Daher sind der richtige Standort und ein guter PC-Lüfter unabdingbar. Auch das lästige Herunterfahren von Windows und PC ist Pflicht. Denn das Ausschalten im laufenden Betrieb kann nicht nur die systeminterne Datenspeicherung ruinieren, sondern auch den Festplattencontroller zerstören.

Wer seinen PC zur nächsten LAN-Party trägt oder im Umzugskarton verstaut, muss das Gehäuse vor Stößen schützen. Denn die Erschütterungen können winzige Bauteile lockern und Motor- oder Lagerschäden bedingen. Auch dann droht ein Headcrash. Selbst Spannungsschwankungen im Stromnetz können die Integrität von Daten auf der Festplatte gefährden. Schutz dagegen bieten nur unterbrechungsfreie Stromversorgungen (USV).


Festplatten rufen um Hilfe

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Verschleißprobleme bei Festplatten kündigen sich immer an. Typische Hinweise sind Festplattengeräusche. Auf Kratzen oder Klappern sollten Sie daher genau achten und so schnell wie möglich Ihre Daten sichern.

Auch langsamere Datenzugriffe und Bootvorgänge sowie Hänger beim Systemstart können auf ein baldiges Ende der Harddisk oder auf Controller-Probleme hinweisen. Für die automatische Analyse eignet sich das Aktivieren von S.M.A.R.T. (Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology). Diese Prüffunktion gehört heute zum Standard bei Festplatten und ist über das Bios aktivierbar. Oft verursachen aber auch defekte Treiber oder fehlerhafte Systemeinstellungen diese Symptome.

Eine steigende Anzahl zerstörter Cluster deutet oft auf Dateisystemfehler hin. Datenverlust droht dennoch. Prüfen Sie regelmäßig die Integrität des Dateisystems in den Eigenschaften der logischen Laufwerke unter Extras/Fehlerüberprüfung sowie Defragmentierung.

Häufen sich Datenzugriffsfehler, ist es Zeit, die Festplatte auf physikalische und logische Fehler zu überprüfen. Das funktioniert mit Diagnose-Tools wie
Sandra
.
Seagate
bietet für Festplatten der eigenen Baureihen ein Online-Tool zur Überprüfung der Oberflächenstruktur.

In den Schadensstatistiken an zweiter Stelle folgen Benutzerfehler wie versehentliches Formatieren oder falsche Konfigurationen. Wer etwa über weniger als 256 MByte RAM verfügt und dies nicht über eine große Auslagerungsdatei kompensiert, riskiert Abstürze samt Verlust geöffneter Dateien


System- und Benutzerfehler

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Meist äußern sich Fehler dieser Art in eingefrorenen Bildschirminhalten. Über Risiken informiert der Windows-Leistungsmonitor unter Start/Ausführen/perfmon. Nicht der Anstieg der Prozessor-Leistungskurve ist hier alarmierend, sondern eine steigende Zahl von Seitenfehlern und eine dauerhafte Auslastung der Auslagerungsdatei.

Beim Auftreten von Bluescreens sollten Sie nicht sofort rebooten. Denn Windows braucht Zeit, die Speicherinhalte Bit für Bit in einer Dump-Datei zu sichern. In der Systemsteuerung unter System/Erweitert/Starten und Wiederherstellen muss dafür in den Einstellungen die Funktion Vollständiges Speicherabbild aktiviert sein.

Gegen versehentliches Löschen hilft eine sinnvolle Dateiablage. Handelt es sich um Systemdateien oder Registry-Inhalte, leistet auch die XP-eigene Systemwiederherstellung gute Dienste (Alle Programme/Zubehör/Systemprogramme). Gegen verlorene Mails hilft ein Duplizier-System anhand von Mail-Regeln. Auch Outlook Express kopiert alle Mails der definierten Absender in dafür vorgesehene Ordner.