IT Management
IT- und Finanzchefs sind sich näher als man denkt

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Forschungsergebnissen zufolge sind sich Verantwortliche des IT- und des Finanz-Ressorts von Unternehmen näher, als man glauben mag.

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Was sind Ihre Hauptsorgen für das kommende Jahr? Das ist eine rhetorische Frage, denn – wenn ich Sie für einen Moment als statistische Kenngröße missbrauchen darf – ich weiß es nämlich schon. Einmal jährlich tun sich die britischen Magazine IT Week, Computing und Financial Director zusammen, um die breit angelegte ImageTrak-Umfrage zu starten, die genau solche Fragen beantworten soll.

Dabei loten wir nicht nur die Tiefen der Ängste aus, mit denen sich Firmen konfrontiert sehen, sondern wir fragen auch, wie gut die 50 führenden Anbieter darauf reagieren. Das mag sich für den einen oder anderen, dem es gerade nicht so gut geht, etwas unangenehm lesen – sie wissen natürlich, wer gemeint ist. Und wenn wir einmal die Konsistenz unserer Ergebnisse betrachten – mit Siebel seit zwei Jahren auf demselben desolaten Niveau -, dann sieht es so aus, als ob die Kunden nur allzu gut wüssten, wann sie sich am falschen vergriffen haben.

Auf der Plusseite brachte das Ergebnis Cisco ein wohlverdientes Lob ein als das Unternehmen, das bei der Erfüllung der Kundenerwartungen am besten abschneidet. Auch das mag für erfahrene IT-Kunden kaum eine große Überraschung sein, denn der Hersteller steht schon seit Jahren kontinuierlich bei unserem Ranking an der Spitze.

Ebenso wenig überraschend ist es, dass die IT-Sicherheit bzw. ihr Fehlen nach wie vor das Damoklesschwert ist, das gleichermaßen über den Träumen – und den Köpfen – von IT-Managern und Finanzdirektoren schwebt. Es ist seit den Anfangstagen de ImageTrak im Jahr 1999 die Nummer eins bei den großen Sorgen der Geschäftsführer. Daran hat sich auch in diesem Jahr wenig verändert, wobei es sogar so aussieht, als ob die Ängste eher noch bedrängender würden. Vor allem wird das Thema Sicherheit diesmal von mehr Geschäftsführern als im letzten Jahr als das kritischste Problem von allen bewertet. Dass es hier allmählich zu einer wachsenden Kollektiv-Paranoia kommt, verwundert nicht, wenn man den Berichten über einen rasanten Anstieg existenzbedrohlicher Sicherheitslücken auf unseren meistverwendeten Software-Plattformen Glauben schenkt.

Die Sorgen hinsichtlich der Software-Lizenzierung haben sich – erstaunlicherweise – gelegt. Di zu erfüllenden Anforderungen der Behörden bereiten dagegen – wie vorauszusehen war – etwas mehr Bauchschmerzen.

Aber eines der Ergebnisse liefert tatsächlich Grund zu Optimismus: Die Anzahl der Firmenchefs, die Budgetdruck als Schlüsselproblem nannten, ist erheblich gesunken. Dies, zusammen mit den in der letzten Woche berichteten regen Verkäufen im Netzwerk-Umfeld, lässt hoffen, dass die allerschlimmste Talsohle im allgemeinen Abwärtstrend nun wirklich vorbei ist. Zwar wurde man in der IT-Branche schon öfter von einem trügerischen Licht am Horizont getäuscht, aber irgendwann muss ja die Sonne mal wieder aufgehen.

Die lästige Frage, wie die IT nun in den Rahmen des restlichen Betriebs eingepasst werden soll, ist ein weiteres Rätsel, das nicht so schnell gelöst werden kann. Sowohl Finanzchefs als auch IT-Verantwortliche betonen die Wichtigkeit dieses Problems. Sie geben ihm beide sogar – seit eh und je – eine ähnliche Gewichtung, was zeigt, dass diese beiden Unternehmensbereiche mehr auf einer Linie liegen, als man vermuten mag.


“Die Isolationusmus der IT-Abteilungen scheint beendet”

Tatsächlich vertreten Finanz- und IT-Chefs eine erstaunlich konsistente Meinung dazu, was am wichtigsten und am wenigsten wichtig ist. Zum Beispiel sehen beide das Kapitel Outsourcing eher als untergeordnetes Problem an, obwohl es ja letztlich eine Frage der Finanzen ist. Auch die Notwendigkeit, neuen EU-Regelungen Folge zu leisten, wird von beiden Seiten genau gleich bewertet.

Auch wenn der Fokus unserer Nachforschungen auf Problemen liegt, scheint doch zumindest eine Sorge ausgeräumt: Die alte Sichtweise von einer IT, die isoliert dasteht und die realen Bedürfnisse des Unternehmens ignoriert, sollte endlich zu den Akten gelegt werden. Zumindest können wir darauf hoffen.