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Longhorn: Microsoft hat die besten Stücke zuerst herausgeschnitten

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Nach Meinung von Alistair Dabbs hätte Microsoft lieber ein paar unwichtigere Features aus dem ersten Release von Windows Longhorn streichen sollen als ausgerechnet die Speicherarchitektur der nächsten Generation.

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Zwei Wochen sind lang in der Computerbranche, und es waren anstrengende zwei Wochen für Microsoft. Nachdem die Microsoft-Server unter den Anforderungen von Windows XP Service Pack 2 in die Knie gegangen waren, kündigte das Unternehmen an, das Erscheinen der nächsten Windows-Version, Longhorn, werde sich ein weiteres Mal verzögern. Doch man scheint hier offensichtlich das Richtige zu tun, um sich aus einer schwierigen Situation zu retten.

Vielleicht fühlen Sie sich im Augenblick Microsoft nicht wirklich zugetan. Vor allem, wenn Sie SP2 erst einmal prüfen wollten, bevor Sie es an Ihre Angestellten verteilen, nur um dann festzustellen, dass die ganz Eifrigen es bereits mit automatischem Update installiert hatten.

Und falls Sie zu denen gehören, in deren Betrieb verschiedenste andere Dinge ebenfalls nicht mehr so richtig funktionieren und jeder seinen PC mit einer eigenen clientseitigen Firewall bestückt, was ihn unverzüglich von den Unternehmensanwendungen abschneidet, dann mögen Sie Microsoft sogar mehr als verfluchen. Ein Glück nur, dass das automatische Update vielfach gar nichts tut, obwohl es vorgibt, SP2 downzuloaden. Genau in dem Moment, wo Microsofts Download-Server sich mit Getöse verabschieden, erleben wir Microsofts Coming-Out zu Longhorns zögerlichen Entwicklungsplänen. Die Plattform der Zukunft sollte mit einer derart anspruchsvollen Funktionalität ausgestattet werden, dass mein 8-jähriger Sohn wahrscheinlich ein Teenager wird, bevor das Produkt endgültig auf dem Markt sein wird. Darüber hinaus sieht es so aus, als ob SP2 sämtliche R&D-Ressourcen (Resources and Development) aufgefressen hätte.

Erinnern Sie sich noch an Microsofts Marketing-Slogan “Security is our number one priority”? Sind wir einmal realistisch: Microsofts Priorität ist Geld, redlich oder – wie manche meinen – auch unredlich verdient. Hätten die Medien den Software-Ggiganten nicht beschimpft mit Aussagen zu Windows XP, das ungefähr so sicher sei wie ein 50-Euro-Schein auf dem Pflaster der Fußgängerzone, dann hätte es SP2 nie gegeben und Longhorn wäre uns an Weihnachten 2005 unter den Tannenbaum gelegt worden.

Microsofts Antwort auf dieses Szenario ist ein Kompromiss und scheint vernünftig und praktikabel: Statt den Startschuss für Longhorn auf den Sankt-Nimmerleins-Tag zu verschieben, wird es um einige Features gekürzt und kann dafür früher erscheinen. Die neuste Schätzung ist Ende 2006, gefolgt von einer Server Edition im Jahr 2007, und in der Zwischenzeit werden die XP-Kunden mit einigen Bonbons besänftigt. Einige dieser Bonbons werden Erweiterungen sein, um die wechselnden Bedürfnisse am Markt zu befriedigen.

Und jetzt die schlechte Nachricht: Microsoft hat das Speichersystem der nächsten Generation aus Longhorn herausgenommen…….