Novell-Chef: Microsoft hat durch Monopolpreise 60 Milliarden Dollar aus dem Markt gezogen

BetriebssystemOpen SourceSoftwareWorkspace

Der Linux-Anbieter will sich verstärkt als Konkurrent zu Redmond etablieren. Auf einer Entwicklerkonferenz vor allem für Linux-Software griff novell-Chef Jack Messman Microsoft direkt an.

Die Marktdominanz Microsofts bei Betriebssystemen habe der IT-Branche in der Vergangenheit enorm geschadet, sagte Jack Messman, Chef des Software-Unternehmens Novell, während seiner gestrigen Keynote zur Eröffnung der Entwicklerkonferenz
BrainShare in Barcelona
. Jahrelang habe der Konzern überhöhte Lizenzgebühren für Windows gefordert. “Ich bin der Meinung, dass die Innovation durch Microsoft gebremst wurde”, so Messman. Dem Konzern seien durch Monopolpreise rund 60 Milliarden Dollar zuviel zugeflossen – ein Betrag der ansonsten zu einem großen Teil an andere Software-Projekte gegangen wäre.

Novell will mit seinen Entwicklungen im Linux-Bereich dagegen ankämpfen. Durch die Übernahme von Ximian und SuSE kaufte das Unternehmen zwei bedeutende Anbieter im Bereich der grafischen Oberflächen und der Linux-Distribution hinzu. Mit dem neuen Novell Linux Desktop, das auf der Konferenz vorgestellt wird, soll so ein Betriebssystem zur Verfügung gezeigt werden, dass auf dem Desktop eine Alternative zu Windows darstellt. Auch im Server-Bereich erwartet Messman ein weiteres Wachstum der Installationsbasis von Linux. Durch die Einsparungen bei Lizenzgebühren würden so mehr Gelder bereitstehen, die in das Anwendungs-Segment fließen und dort zur Entwicklung neuer Applikationen beitragen.

Novell ist damit einer der wenigen Linux-Anbieter, die sich als direkte Konkurrenz zum Redmonder Konzern positionieren wollen. Firmen wie RedHat sprechen in der Öffentlichkeit eher vom Wettbewerb zwischen Linux und dem artverwandten Unix.

Den Wettbewerb mit Redmond will Novell durch die Konzentration verschiedenster Open-Source-Anwendungen auf einen Anbieter bestehen. So bietet Novell als einer der wenigen Distributoren auch Support für Applikationen von Drittherstellern wie JBoss an. Nach Angaben Messmans sei das Partner-Netzwerk binnen des letzten Quartals um 92 Prozent gewachsen.

Gleichzeitig müsse man jedoch auch damit leben, dass Windows in absehbarer Zeit noch immer eine bedeutende Rolle spielen wird, so Messman. “Bei einem 94-prozentigen Marktanteil können wir Windows nicht unbekümmert außen vor lassen – das wäre töricht”, so der Firmenchef. Trotz des Engagements im Linux-Segment werde Novell daher auch zukünftig Support für Windows bieten, solange die Kunden dies wünschen. (mk)
(de.internet.com – testticker.de)

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