Mobile Computing
Mobiltelefon – Plattform für Marktschreier

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Guy Kewney befürchtet, dass der zunehmende Markt Internet-tauglicher Handys uns mit einer Flut schlechter Werbung überschwemmen wird.

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Den typischen “lauten Amerikaner”, wie er im amerikanischen Fernsehen in Lokalprogrammen von Kleinstädten auftritt und erzählt, wie viele Autos er im Angebot hat, wird man wohl kaum außerhalb der Vereinigten Staaten antreffen.

Doch wer ihn einmal gesehen hat – und niemals vergessen wird -, weiß spätestens dann, warum der “Stumm-Schalter” auf der Fernbedienung erfunden wurde. Doch es gibt eine wichtige Message, die uns diese Schreihälse lehren: Wo der Markt klein ist, kann auch kein Geld für gute Werbung ausgegeben werden.

Wenn Sie eine internationale Biermarke bewerben, können Sie es sich leisten, mit einem Ultraleichtflieger über ein paar bekannte Leuten mit einer Werbefahne zu fliegen und mal eben ein paar Werbeprospekte abzuwerfen, aber wenn Sie 40 Stück Ford-Auslaufmodelle verkaufen wollen, sollten Sie für die Werbung lieber nicht mehr als 3000 Euro ausgeben.

Also stellen Sie sich vor eine Kamera und schreien. Dann schicken Sie das Band an KUNY TV (oder etwas anderes mit den berüchtigten US-typischen Vier-Buchstaben-Kürzeln). Der Chef des TV-Senders erhält dafür als Bezahlung einen Rabatt beim nächsten Job, den Sie für ihn machen.

Das sind die Dinge, die uns das Internet beschert. Es ist okay, wenn Leute ihre lokalen Dienste auf “lokalen Terminals” (sprich Mobiltelefonen) bewerben, aber wie? Bestimmt nicht mit Werbung, die von Saatchis gemacht wurde.

Vielmehr startest du deine Webcam, setzt dich davor und mimst den starken Mann. Sei vor allem laut und aufdringlich. Du hast genau 30 Sekunden oder weniger, um ein 4-Gänge-Menü oder deine Dienste als Trompeten-Reparateur anzupreisen. Dann lässt du es von einem Freeware-Videoclip-Dienst bearbeiten.

Als Großbritannien noch ein Weltreich war, war die Plage des “lauten Briten” allgegenwärtig. Aristokratische, leicht vertrottelte Vertreter der Oberschicht ließen mit ihren kreischenden und wiehernden Stimmen jeden “Normalbürger” vor Schreck erblassen. Okay, die Zeiten haben sich zwar geändert, aber ich wette, bald werden sie ihre leerstehenden Schlösser feilbieten, mit krachender Stimme, die aus unseren Nokia-Handys dröhnt.