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Wer wird Google regulieren?

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Könnte der enorme Einfluss des Suchmaschinengiganten auf den E-Commerce zum Missbrauch führen? Tim Anderson jedenfalls hat seine Bedenken.

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Könnte der enorme Einfluß dieses Suchmaschinengiganten auf den E-Commerce zum Missbrauch führen?

Man kann Google zu seinem erfolgreichen Eintritt in den Aktienmarkt wahrlich gratulieren. Er ist wohlverdient. Googles kostenloser Service versetzt Millionen von Unternehmen und Einzelpersonen in die Lage, das Internet sinnvoll zu nutzen.

Allerdings wirft der wachsende Einfluss von Suchmaschinen, den sie auf tagtägliche Unternehmensentscheidungen haben, schwerwiegende Fragen auf. Mit Google werden Recherchen angestellt, neue Kontakte aufgebaut und Kaufentscheidungen getroffen. Jetzt drehen Sie den Spieß doch einfach mal um und überlegen, wie sich Google auf Ihr Unternehmen auswirkt, wenn Sie in irgendeiner Form einen Internet-Auftritt haben.


“Es gibt einen subtilen Einfluss von Suchmaschinen auf den Web-Inhalt, auf den viele von uns sich verlassen”

Der gesunde Menschenverstand würde sagen, dass niemand Geschäfte nur auf dem Internet-Traffic aufbauen sollte, der durch Suchmaschinen kommt. Wenn aber ein Großteil von Site-Besuchern über Suchanfragen kommt, passiert dies eigentlich schon standardmäßig. Es gibt noch einen anderen, subtileren Einfluss auf den Web-Inhalt – auf den viele von uns sich verlassen. Er rührt von der Tatsache her, dass viele Web-Seiten ihren Inhalt so angepasst haben, dass sie in der Rangliste der Suchmaschinen einen höheren Platz einzunehmen. Dieses Vorgehen ist zwar verständlich aber leider auch bedauerlich.

Die Hauptfrage ist doch: Welche Test- und Untersuchungsmöglichkeiten gibt es, um abzusichern, dass die Macht der Suchmaschinen nicht missbraucht wird ? Im Jahre 2002 hat die US-Handelsbehörde “Federal Trade Commission” (FTC) führende Suchmaschinen angeschrieben und warnend darauf hingewiesen, dass bezahlte Ränge in der Auflistung sich von den anderen Suchergebnissen klar unterscheiden sollten.

Google und andere Suchportale halten sich daran, aber die Situation ist nicht eindeutig. Insbesondere das zugehörige Adsense-Schema impliziert, dass eine große Anzahl von Webseiten Werbung von Google beinhaltet, wobei sowohl Google als auch die Webseiten-Besitzer finanziell profitieren. Um den FTC-Normen vollständig gerecht zu werden, sollten Ergebnisse mit dieser Art Werbung von anderen Links, die keine Google-Werbung tragen, abgegrenzt werden. Dies ist aber häufig nicht der Fall.

Außerdem sollten Non-Profit-Seiten und Seiten der Regierung in Bezug auf die Rangordnung denen mit kommerziellen Inhalten gleichgestellt werden. Ich habe keinerlei Grund anzunehmen, dass dies nicht der Fall ist oder dass Google mehr Verkehr auf seinen Adsense-Partner hinführt. Aber so weit mir bekannt ist, gibt es nichts, das Google davon abhalten könnte, dies zu tun.

“Das Wissen um Suchtechnologien und die Fähigkeit, gute Ergebnisse von schlechten zu unterscheiden, sind wesentliche Business-Skills”

Das Internet dürfte für das Erstellen von Vorschriften zu schnell sein, aber es spricht viel für eine Gewaltentrennung, so dass diejenigen, die verantwortlich für die Suchergebnisse sind, frei vom Einfluß derjenigen sind, die Werbung verkaufen oder andere Produkte vermarkten.
In einer idealen Welt würden Suchportale von Non-Profit Organisationen betrieben werden, die keine anderen Interessen haben, als uns die bestmöglichen Daten zu liefern. Aber es ist schwer vorstellbar, dass solche Projekte die Kraft und die Qualität der führenden kommerziellen Sites aufweisen würden. Und dann geht es auch noch um die Erziehung der Anwender. Suchmaschinen neigen dazu, die Popularität über alles andere zu stellen, aber dies ist ein schlechter Indikator für qualitative Information.

Das Wissen um Suchtechniken und die Fähigkeit, gute Ergebnisse von schlechten zu unterscheiden, sind also wesentliche Business-Skills.