TV am PC ansehen & aufnehmen
Der PC als Fernseher

KomponentenWorkspace

Eine TV-Karte ab 40 Euro verwandelt den Rechner in einen vielseitigen Festplatten-Videorekorder. Ein selbst gebauter Video-PC kann Sat-Receiver, Videorekorder, Radio sowie DVD- und DivX-Player ersetzen.

Minimaler Aufwand

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Der Aufwand, einem PC die Funktionen eines Fernsehers beizubringen, ist minimal. PCI-Karten gibt es ab 40 Euro. Sie sind zum Einbau in einen Desktop-Rechner gedacht und haben softwareseitig die beste Unter-stützung. USB-Modelle eignen sich auch für Notebooks, aber nur bei DVB-T ist der Empfang auch unterwegs möglich. Das wirft die Frage nach dem geeignetsten Übertragungsstandard auf, die im Einzelfall zu entscheiden ist.

Wer analoges Fernsehen über die Hausantenne empfängt, kann dies bis zur Abschaltung weiter tun. TV-Karten für analoges Fernsehen ermöglichen einen günstigen Einstieg, die Bild- und Tonqualität ist aber von einem guten Empfang abhängig. Die meisten Analogkarten haben außerdem Eingänge für andere analoge Signalquellen, an die sich beispielsweise ein Videorekorder anschließen lässt. Das ermöglicht die Wiedergabe von VHS-Bändern auf dem Bildschirm und, mit geeigneter Software, die Umwandlung in MPEG-Videos.


In DVD-Qualität fernsehen

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Prädestiniert für den Einsatz am PC ist digitales Fernsehen nach dem DVB-Standard. Diese Übertragungstechnik hat gegenüber analogen Verfahren entscheidende Vorteile. Die Bild- und Tonqualität ist unabhängig von der Empfangsqualität genau so, wie sie der Sender ausgestrahlt hat. Für Aufzeichnungen auf Festplatte ist es nicht notwendig, die Daten erst umzurechnen der MPEG-Stream kann ohne Rechenaufwand mitgespeichert werden. Neben Video und Audio enthält ein DVB-Stream auch Daten wie Videotext und die elektronische Programzeitschrift EPG. Auf Knopfdruck stellt sie Informationen zur laufenden und zu den nachfolgenden Sendungen zur Verfügung. Beim Umschalten auf einen anderen Kanal weiß man deshalb sofort, was gerade läuft und wann die nächste Sendung beginnt.

Zum Empfang von DVB gibt es drei Möglichkeiten. Für DVB-S ist eine auf die Astra-Satelliten gerichtete, digitaltaugliche Schüssel die beste Lösung. Mit über 130 Fernseh- und 150 Radioprogrammen bietet das die größte Programmvielfalt, ist aber in Mietwohnungen oft nicht möglich. DVB über Kabel ist DVB-C, die Kanäle sind auf öffentlich-rechtliche Sender und auf Premiere begrenzt. Wer nur Kabel zur Auswahl hat und auf die Privaten nicht verzichten möchte, muss mit analogem Empfang vorlieb nehmen.


DVB-T hat 40 Programme

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Die dritte Möglichkeit ist DVB-T. Es verwendet dieselben Frequenzen wie analoges Fernsehen, bringt aber viermal so viele Kanäle im selben Frequenzband unter. Wer seine Hausantenne weiter verwenden will, sollte beachten, dass DVB-T anders als analoges Fernsehen überwiegend in vertikaler Polarisation ausgestrahlt wird. Der Empfang mit der auf horizontale Polarisation ausgelegten Hausantenne ist deshalb oft zu schlecht. In Berlin, einer der ersten umgestellten Regionen, sind derzeit 27 Programme, davon 15 öffentlich-rechtliche und zwölf private, zu empfangen.


Mini-PC

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Ein selbst gebauter Video-PC kann Sat-Receiver, Videorekorder, Radio sowie DVD- und DivX-Player ersetzen. Ein Mini-Barebone-System eignet sich bestens dazu, einen Rechner als kompakten Ersatz für zahlreiche Multimedia-Geräte aufzubauen. Wer die Komponenten geschickt auswählt, kann ein solches System komplett lüfterlos und damit geräuschlos kühlen. Um die Funktionen eines solchen PCs bequem vom Sofa aus mit der Fernbedienung zu steuern, empfiehlt sich eine Media-Center-ähnliche Oberfläche.


Digitales Fernsehen

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DVB-T ist digitales Fernsehen über die Antenne. Damit steigt die Senderanzahl auf bis zu 40 Programme. Die Karte zeigt den Ausbau von DVB-T und wann die Versorgung noch nicht erschlossener Regionen geplant ist. Der flächendeckende Empfang wird wenn überhaupt nur mit guten Antennen möglich sein. Das ?Überallfernsehen?, also der mobile Empfang mit einer kleinen Antenne, gelingt vorerst nur in Ballungsräumen. Mit der Umstellung auf DVB-T ist gleichzeitig die Abschaltung der analogen Programme verbunden. Wer analog über Antenne fernsieht, muss also im einfachsten Fall eine DVB-T-Set-Top-Box vor den Fernseher schalten oder alternativ einen PC mit DVB-Hardware ausrüsten.


USB-Box

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TV- und DVB-Empfänger in PCI- und USB-Ausführung geben das Bild wahlweise auf dem Monitor oder dem Fernseher aus.

Eine TV-Karte für den PCI-Slot oder eine USB-Box macht den PC zum Videorekorder. Die Bilddarstellung erfolgt am PC-Bildschirm oder über einen TV-Ausgang auf einem Fernseher mit zahlreichen Zusatzfunktionen wie EPG, zeitversetzter Wiedergabe und DVD-Playback. Eine Fernbedienung darf natürlich nicht fehlen. Sie liegt den meisten TV-Karten bereits bei oder kann günstig nachgerüstet werden.


TV am Notebook

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PCMCIA-Steckkarten und USB-Boxen machen das Notebook zum portablen Fernseher mit Videorekorderfunktion.

Grundsätzlich unterscheidet sich Fernsehen am Notebook nicht von Fernsehen am PC, nur dass es auch unterwegs funktionieren soll. TV-Hardware gibt es als PCMCIA-Karten und in USB-Ausführungen, die meist auf analogen Kabel- und terrestrischen Empfang ausgelegt sind. Ein Anschluss an die Hausantenne oder das Kabelnetz muss in der Nähe sein, bei hoher Signalstärke reicht oft eine Zimmerantenne aus. Unterwegs Fernsehen ist erst mit DVB-T möglich, da in gut versorgten Gebieten eine kleine Stabantenne ausreicht. So ließe sich im fahrenden Auto in bester DVD-Qualität fernsehen.

Autor: swasi
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