Speichernachfolger
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DDR2-Technik ermöglicht schnellere Speichertaktraten ab 533 MHz. Doch wie groß ist der Leistungsgewinn?

Lange Latenzzeiten

Speichernachfolger

Deutliche Performance-Steigerungen bringt die DDR2-Speichertechnik anfangs nicht. Im PC-Segment beginnt die Markteinführung mit DDR2-533-Modulen. Trotz der beschleunigten 533-MHz-Datenübertragung begrenzen lange Latenzzeiten den Leistungsgewinn.

Die Timing-Einstellungen sind deutlich langsamer als bei DDR-Speicher der ersten Generation. DDR2-533-Speicher (PC2-4300) wird damit kaum schneller arbeiten als die derzeit weit verbreiteten DDR400-Module. Erst mit höheren Frequenzen von 667 und 800 MHz kommt DDR2-Speicher ab 2005 richtig in Fahrt.

Selbst das Tuning ist eingeschränkt: Sind DDR400-Module mit schnellen CL-Timings von bis zu 2,0 erhältlich, bieten DDR2-Riegel nur einen langsamen Wert von 4,0. Schnellere Module gibt es zunächst nicht ? zugunsten der bestmöglichen Kompatibilität mit den Intel-Chipsätzen halten sich alle Speicheranbieter streng an die Specs des zuständigen JEDEC-Gremiums. Für den Verbraucher bietet dies aber auch Vorteile: Anders als beim ersten DDR400-Speicher stehen die JEDEC-Vorgaben für DDR2-400-, -533- und sogar -667-Speicher bereits fest.

Vom Start an ist damit das korrekte Zusammenspiel von Mainboards und Speicher gesichert. DDR2-Speicherriegel sind bereits von allen bedeutenden Speicherherstellern vorgestellt ? noch liegt der Preis allerdings sehr hoch und übertrifft bei den ersten Validierungsmodulen herkömmlichen DDR-Speicher noch um das bis zu Dreifache. Erst gegen Herbst ist mit einer größeren Verfügbarkeit und vertretbaren Preisen zu rechnen.


Intern halb so schnell

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Unverändert bleibt bei DDR2-RAM die grundlegende Double-Data-Rate-Technik (DDR): Pro Datentakt fließen zwei Datenpakete über den Speicherbus ? damit ist die Datenrate doppelt so hoch wie die Busfrequenz. Bei einem Bustakt von 266 MHz liefern DDR2-533-Module beispielsweise 533 Millionen Datenpakete pro Sekunde. Um die Daten auch bei derart hohen Frequenzen schnell genug bereitzustellen, kommt bei DDR2-Speicher eine entscheidende Neuerung zum Tragen: Der Takt der Speichermodule ist gegenüber der Busfrequenz halbiert.

Der Speicher selbst muss damit intern nicht schneller arbeiten. Um die Daten mit höherer Geschwindigkeit zu liefern, wird der Daten-Prefetch von 2 auf 4 Bit erhöht. Beim Prefetch werden die Daten aus dem Speicherkern ausgelesen und im I/O-Puffer des Speicherchips vor dem Transport über den Speicherbus zwischengespeichert. Da pro Taktzyklus vier statt zwei Datenpakte ausgelesen werden, verdoppelt sich bei gleichem Takt der Datendurchsatz.

Als weitere Maßnahme sorgt eine von 2,5 auf 1,8 Volt verringerte Betriebsspannung für geringere Wärmeverluste. Störende Signalreflexionen werden durch die Terminierung der Datenleitungen direkt in den Speicherchips reduziert. Die FBGA-Bauweise der Chips verkürzt zudem die Signalwege: Die Kontakte befinden sich auf der Unterseite der Speicherbausteine, welche unmittelbar auf die Speicherplatine aufgelötet werden.