IT-Markt
Hardware ist doch nicht so langweilig!

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Das fast gesunkene Schiff taucht wieder auf: Der Boom bei Hardware-Verkäufen bringt auch andere IT-Bereiche wieder auf Kurs.

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Computer Hardware ist einfach langweilig. Offen gesagt, je schneller die grauen Kästen in der Ecke stehen und so ruhig und ungestört laufen wie ein Kühlschrank, desto besser.

Dies spiegelt wahrscheinlich die Meinung vieler IT-Manager wieder. Hardware war der Stern am Firmament des Technologiehimmels – in ihren ersten 20 Jahren, als die mit einer hohen Handelsspanne belegten Produkte die Profite der großen Anbieter in die Höhe schnellen ließen. Diese Zeiten gehören der Vergangenheit an, da heute jeder seine Arbeit aufs Internet und per Outsourcing ins Ausland verlegt.

Es scheint aber als hätte die Hardware eine Art Comeback zu verzeichnen. Statistische Zahlen belegen, dass die Hardwareverkäufe im privaten Sektor sich schneller erholen als bei der Software. Firmen haben im zweiten Quartal diesen Jahres knapp 300 Millionen Euro mehr für Computer-Hardware ausgegeben als im Vergleichszeitraum 2003, während aber die Softwareverkäufe gefallen sind.

Die IT-Chefs machen sich die Folgen des Markteinbruchs zu Nutze, um neue Systeme zu den Niedrigpreisen für Massenware zu kaufen – ein günstiger Zeitpunkt für diejenigen, die das Endstadium des Kaufzyklusses erreicht haben, der Ende des vergangenen Jahrzehnts mit einem Boom begonnen hatte.

Aber der Umschwung auf Massenware im Hardware-Bereich wird erhebliche Auswirkungen haben. Der Technologiechef der BBC, John Varney, erklärte in einem Interview mit dem britischen Magazin Computing, dass die Verwendung von Massentechnologie die Basis für eine Revolution in der Rundfunkindustrie bilden wird. Auch dies spielt eine Rolle bei Varneys Entscheidung, den Technologiebereich von BBC für 2 Milliarden Pfund (etwa 2,93 Milliarden Euro) abzustoßen.

Die Umstellung auf Massenware wird der Schlüssel zu völlig neuen Arbeitsweisen in der gesamten Industrie sein. Viele Firmen, die ihre PC-Systeme auffrischen, tun dies mittels einer Neubewertung der Tools, die ihre Anwender brauchen. Nicht jeder braucht heute noch einen Arbeitsplatzrechner, da Notebooks und PDAs oder sogar Smartphones all die Funktionen bieten können, die ein vielbeschäftigter Angestellter auf seinen häufigen Reisen braucht. Mit der Massenware wird die technische Leistung für jeden erschwinglich, und weil Informationstechnik in immer mehr Formen um sich greift und omnipräsent ist, wird sie auch dem Markt für Software, Services und Kommunikation zu einem Aufschwung verhelfen.

So mag Hardware zwar langweilig sein, aber ihre derzeitige Neugeburt im Sales-Bereich dürfte auch für die Industrien drumherum der Beginn besserer Zeiten sein.