Enterprise Computing
IBM liefert Selbstkontroll-Chips

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Die neue eFuse-Technik von IBM gestattet es den Prozessoren, ihre Arbeitsvorgänge selbst zu steuern, etwa die Speicheroperationen und Geschwindigkeit einzelner Vorgänge. So kann sich das System an sich verändernde Situationen anpassen und unter dem Strich die Leistung steigern.

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Die autonome EDV (autonomic computing) von IBM findet schließlich ihren Weg in die Hardware und zwar in Form einer Technologie, die es den Mikroprozessoren erlaubt, sich selbst zu überwachen, regeln und reparieren.

“Autonomic Computing” ist ein Begriff zur Beschreibung von Systemen, die sich bis zu einem gewissen Grade selbst verwalten können – ohne menschlichen Eingriff. Dies geschieht, indem sie ihre Konfigurationen den sich verändernden Umständen anpassen.

Die neueste, im letzten Monat angekündigte Entwicklung basiert auf einer Chip-Morphing-Technik – eFuse genannt. Diese patentierte Technologie kombiniert Software Algorithmen mit mikroskopischen elektrischen Sicherungen, die sich auf dem Chip befinden, um es den Prozessoren zu ermöglichen, sich an veränderliche Bedingungen anzupassen und die Leistung entsprechend einzustellen oder aber, um Probleme zu vermeiden. IBM erklärt, dass diese Technik verwendet werden kann, den Energieverbrauch zu überwachen und zu regeln, Reparaturen durchzuführen und auch, um Veränderungen hinsichtlich des Bedarfs an Ressourcen auf dem Chip festzustellen.

Die Technik kann wahrnehmen, wenn der Chip seine Leistung erhöhen oder senken muss, um ein potentielles Problem zu vermeiden, wie beispielsweise Speicherausfall oder Betrieb bei ungeeigneter Geschwindigkeit. Diese Technik konfiguriert den Chip neu, indem sie einige der elektrischen Sicherungen löst – um so den veränderten Anforderungen gerecht zu werden.

IBM wird diese Technologie selbst verwenden, um die Leistung von guten Prozessoren aus eigener Herstellung zu erhöhen. Anstatt zeitaufwendige manuelle Tests durchzuführen, werden die Chips schon auf dem Wafer getestet und Probleme mit der eFuse-Technik behoben. “Dies hilft IBM, die Gewinne in einem Bereich zu erhöhen, in dem Verbesserungen nötig sind?, sagte Nathan Brookwood von der US-Amerikanischen Analystenfirma Insight 64. Bereits Anfang des Jahres hatte sich Apple beklagt, dass IBM nicht in der Lage sei, den Bedarf an Power PC 970-Prozessoren für die G5 Power Mac Systeme zu decken. Ein Grund für dieses Problem war, dass IBM nicht in der Lage war, auf ihren Silicon-Wafern eine ausreichende Menge gute Chips herzustellen, sagte Brookwood.

IBM hat nach Wegen gesucht, höherwertige Chips zu produzieren, ohne nur die Taktrate zu erhöhen. Die Industrie kann sich nicht länger nur auf Geschwindigkeit und Größe konzentrieren, um die seine Prozessoren weiter zu entwickeln, behauptet Bernard Meyerson, Cheftechnologe und Vizepräsident von IBMs Technology Group.

Das fortgesetzte Schrumpfen von Chips hat zu schnelleren, billigeren und dichteren Systemen geführt aber dadurch sind auch Chips entstanden, die durch kleine Strom-Lecks eine Menge Energie verbrennen. In Zukunft wird der Innovationsgrad davon abhängen, bis zu welchem Grade sich die Architektur selbst optimiert, sagte Meyerson. “Unterm Strich sieht es so aus, dass man die Dinge nicht unendlich kleiner machen kann. Es geht nicht um Gigahertz, sondern um die Systemoptimierung. Es wird eine Welt sein, die durch Integration nach vorn gebracht wird?, fügte er hinzu.

IBM-Kunden können die eFuse-Technologie von jetzt an zum Testen und Validieren von Chips verwenden. Das Unternehmen meinte, dass diese Entwicklung Kosten senken und auch den Zeitraum verringern wird, die ein Produkt braucht, um auf den Markt zu kommen.

Zukünftige Anwendungen für eFuse könnten autonome Chips beinhalten, die sich selbst überwachen und selbst reparieren können, aber auch die Fähigkeit haben, sich neu zu konfigurieren, nachdem sie in Systeme eingebaut worden sind.

Die Technologie könnte in einer Vielfalt von Chips angewendet werden, einschließlich den Power5-CPUs von IBM und anderen Prozessoren für herkömmliche und und drahtlose Kommunikationsgeräte. IBM erwartet, diese Technologie in Chips für Geräte vom Mobiltelefon bis zum PC unterzubringen. Die Technik wird ohne zusätzliche Kosten für den Kunden in die Chips eingebettet werden, fügte ein IBM-Sprecher hinzu.

Obwohl das eFuse-“Morphing” im Lebenszyklus eines Chips nur begrenzt angewendet werden kann, ist die Technologie zur Zeit einzigartig und könnte dem Unternehmen einen Vorteil bei seiner Chip-Produktion verschaffen. (mk)