Internet Security
Weshalb diese Verzögerung bei Chip und Pin?

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Die Chip-und-Pin-Technologie auf Kreditkarten ist überfällig und muss so bald wie möglich entwickelt werden, um Internet-Kunden zu schützen und das Vertrauen der Verbraucher zu stärken, meint Ken Young.

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Es wurde festgelegt, die Chip-und-Pin-Sicherheit für Kreditkarten in Großbritannien nächstes Jahr einzuführen. Die dahinter stehende Argumentation ist so überzeugend, dass es verwunderlich ist, warum das Bankwesen so lange gebraucht hat, bis es diese Technologie auch für die Kreditkarten übernimmt.

Da es aber die Chip-und-Pin-Systeme schwieriger machen, Betrügereien in realen Geschäften durchzuführen, erwarten die Banken sehr zu Recht – dass frustrierte Ganoven dem Internet mehr Aufmerksamkeit widmen werden.

Wenn man etwas auf die Erfahrungen der Franzosen geben kann, so wird sich der traditionelle Kreditkartenbetrug wahrscheinlich um 80 Prozent verringern. Damit haben die Kartenbetrüger einen Anreiz, sich Online mehr anzustrengen.

(Bis die Deutschen reagieren, dauert es traditionell noch ein wenig – derzeit haben wir in Großbritannien noch mehr Online-Betrug, aber nächstes Jahr könnte Deutchland vorne liegen.)

Die Tatsache, dass die Banken hinsichtlich des Internets ein wachsendes Problem sehen, sich anscheinend aber nicht sonderlich bemühen, etwas dagegen zu tun, sagt viel darüber aus, was sie vom Internet-Handel halten. Er wird noch immer als der arme Verwandte des Ladengeschäfts betrachtet.

Online-Handel wird von den Banken noch immer als der arme Verwandte des Ladengeschäfts betrachtet

Versuchter Online-Betrug ist häufig bis zu 70 Prozent der Transanktions-Anfragen auf manchen Sites – aber die meisten Händler sind recht geschickt darin geworden, die Betrüger auszusondern, bis auf die Gerissensten. Online Händler verwenden einen Mix aus verschiedenen Techniken: Software, um das Kaufverhalten zu analysieren, die Verifikation von Adressen, Prüfung von E-Mail-Adressen und einfache Telefonüberprüfungen.

Aber obwohl der Kreditkartenbetrug mittels solcher Verfahren beträchtlich reduziert wurde, ist er für das Image des Online Handels noch immer zersetzend, wobei er zum einen die Kosten der aktiven Sites in die Höhe treibt und zum anderen den Transaktionsablauf verlangsamt.

Dass die Onlinewelt so viel versuchten Betrug auf sich zieht, verleiht ihr einen gewissen Makel der Unsicherheit. Eine kürzlich von Visa durchgeführte Erhebung fand heraus: 68 Prozent der Menschen glauben nicht, dass die Online-Eingabe von Kreditkarteninformationen sicher ist. Dabei gab die Hälfte derjenigen, die niemals online eingekauft haben, als Grund die Befürchtung an, abgezockt zu werden.

Eine von LogicaCMG durchgeführte Studie bezüglich des Online-Reisegeschäfts, hat festgestellt, dass 20 Prozent der Leute kein Zutrauen zu den Händlern haben, finanzielle Daten sicher zu verwahren. LogicaCMG schätzt, dass bis jetzt mehr als eine Million britischer Verbraucher Opfer von Sicherheitsbrüchen während Online-Transaktionen geworden sind.

Diese Sachverhalte bedeuten, dass ein beträchtlicher Anteil von Personen sich die Webseiten von Einzelhändlern zwar ansieht, jedoch nicht von ihnen kauft. Man braucht nur mit den Reiseunternehmern zu reden und sie werden bestätigen, dass 90 Prozent der Besucher von Webseiten einfach nur herumstöbern sowie Preise und Angebote vergleichen, bevor sie anrufen um zu buchen oder ein Reisebüro aufsuchen. Für einige Händler ist es ein bisschen so, als ob sie eher ein teures Online-Nachschlagewerk ins Netz stellen als einen Online-Shop.

Es ist höchste Zeit für ein paar tiefgreifende Maßnahmen. Die Anwendung der Chip- und-Pin-Methode im Internet muss forciert werden. Die Banken behaupten zwar, dass sich die Verzögerung aus dem Mangel an Kartenlesern auf den PCs ergibt, aber sollten die Banken die Kunden nicht dazu ermutigen, in die notwendige Technik zu investieren?

So könnten zum Beispiel die Käufer angeregt werden, Geld für Kartenleser anzulegen, indem sie beim Kauf mittels Chip-und-Pin-Systemen kleine Rabatte erhalten.

Die britische Egg Bank zeigte Initiative und bietet als Einzige ihren Kunden einen PIN-Referenzdienst auf ihrer Webseite an. Im Moment ist es nur möglich, seine PIN zu erhalten und sie zu prüfen, wenn die Details verloren gegangen sind. Die Bank hofft, ihren Kunden in Zukunft anbieten zu können, die PIN online zu verändern aber dies würde erfordern, dass die Kartenleser die Nummer auf der Karte verändern können.

Die Sicherheitsmängel beim Online-Shopping liegen für alle klar auf der Hand. Der Schutz dieser Technologie wie die Chip-und-Pin-Systeme sollte lieber früher als später eingeführt werden.