Deutsche Musikindustrie führt offizielle Download-Charts ein

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Weil pro Monat mehr als eine Million Musikstücke heruntergeladen werden, handelt die deutsche Industrie jetzt. Nach dem Vorbild der Briten führen die Deutschen offizielle Charts für den Musik-Klick ein – und bezeichnen dies als “Europapremiere”.

Vielleicht gehört Großbritannien nicht ganz zu Europa – jedenfalls nicht für die Presse-Abteilung des deutschen Phono-Verbandes, der die Einführung der offiziellen Downloadcharts für Deutschland als etwas Neues empfindet. Gerd Gebhardt, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände, sprach heute in Berlin im gleichen überheblichen Marketing-Ton, wie er die Musikindustrie in den vergangenen Jahren ordentlich gebeutelt hat: “Die neuen Charts sind ein Zeichen für den durchstartenden Musikmarkt im Internet, der sich zu einem wichtigen Segment entwickelt hat und täglich weiter wächst”. Die schnelle Truppe vom Phono-Verband hat endlich gemerkt, dass monatlich mehr als eine Million Musiktitel heruntergeladen werden und dies für die Charts eine wichtige Größenordnung darstellt.

Die offiziellen Top-100-Single-Charts des Bundesverbandes werden zum 26. August erstmals die Download-Zahlen berücksichtigen. Verkaufte Singles und legal heruntergeladene Titel werden addiert und führen gemeinsam zu einer Chartposition. Vielleicht ist das die stolz vermeldete “Europa-Premiere” – denn in England werden die Downloads separat gezählt. Extra Download-Charts für Deutschland soll es dann im September geben.

Die wichtigen Online-Händler (nicht nur das defizitäre Phonoline der Musikindustrie) beteiligen sich an der Chart-Ermittlung. (mk)

Weitere Infos:
Deutscher Phonoverband

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