Audioplayer fürs LAN
MP3s im Wohnzimmer

KomponentenMobileWorkspace

Wer keinen Rechner in der guten Stube, aber trotzdem Zugriff auf alle seine MP3-Lieder haben möchte, kann sie per Netzwerk, kabellos oder durch die Stromleitung transferieren und über die Stereoanlage abspielen.

Wireless LAN Player

Audioplayer fürs LAN

Auch wenn die angstfreien Zeiten in Tauschbörsen vorbei zu sein scheinen, verliert komprimierte Musik keineswegs an Beliebtheit. Der Nachteil ist jedoch, dass noch weit nicht jeder CD-Player auch in der Lage ist, MP3s wiederzugeben. Im Wohnzimmer spielen die Musikstücke deswegen bisher kaum eine Rolle, wenn nicht bereits ein PC dort steht. Das könnten Netzwerkspieler für die Stereoanlage ändern. Sie benötigen lediglich eine Netzwerkverbindung zum Rechner, auf dem die Musikdaten liegen. Ein Kabel muss dafür trotzdem nicht durch die Wohnung, denn drei der Spieler sind für Wireless LAN vorgesehen.

Zwei davon lagen uns auch tatsächlich vor. Es handelt sich um das MP101 von Netgear sowie um das Wireless Audio Gateway von Agere. Beide haben ein eingebautes Display für die Anzeige von Track- und Bandnamen, der Qualität der Lieder sowie für eine mehr oder weniger gut gelöste Suchfunktion. Fernbedienungen übernehmen bei beiden die Steuerung. Dabei fallen auf der des Audio Gateway zwei Tasten auf, die mit einem Smiley bedruckt sind. Mit ihnen ist eine rasche Bewertung des aktuell spielenden Lieds möglich. Gefällt es dem Zuhörer, fügt er das Stück mit einem Druck auf den grinsenden Smiley zur Favoritenliste hinzu; ein Druck auf den gegenteiligen Smiley entfernt es wieder. Allerdings liegt die Fernbedienung aufgrund ihrer Bauform nicht besonders gut in der Hand; auch die Bedienung ist etwas gewöhnungsbedürftig.

Die Boxen sind bereits eingebaut, deswegen eignet sich das W-LAN-Radio besonders für Zimmer ohne Stereoanlage. Es soll demnächst für knapp unter 100 Euro verfügbar sein.


MP3 übers Stromkabel

Audioplayer fürs LAN

Das hat Netgear deutlich besser gelöst. Die Steuerung ist logisch und gelingt auf Anhieb. Auch das Gerät an sich wirkt schwerer und hochwertiger. Außerdem verfügt der MP101 als einziger Netzwerk-MP3-Spieler über eine RJ45-Buchse für den Anschluss eines ?normalen? Netzwerkkabels.

Einen etwas anderen Ansatzpunkt verfolgt das Wireless B Media Link for Music, WML11B, von Linksys. Es ähnelt auf den ersten Blick einem klassischen Radio mit eingebauten Boxen und abstehender Antenne. Statt Ultrakurzwelle empfängt es W-LAN und sorgt so auch in Küche, Schlaf- oder Badezimmer für MP3-Genuss. Dank der eingebauten Boxen ist keine Stereoanlage nötig.

Devolos D-LAN Audio passt eigentlich gar nicht in die Runde. Es verfügt weder über ein Display noch über eine Fernbedienung und erst recht nicht über Netzwerkdose oder Wireless LAN. Steckt es in einer Elektrosteckdose, versucht es, Verbindung zu einem Artgenossen oder einem D-LAN-Netzwerk aufzunehmen über die Stromleitung.

TTL-Networks stellte uns dieses Vorabexemplar des Agere Wireless Audio Gateway zur Verfügung. Ab wann es im Handel erhältlich sein wird, steht noch nicht fest. Es soll etwa 150 Euro kosten.


Serversoftware

Audioplayer fürs LAN

Sind zwei Audio-Adapter innerhalb der Reichweite im Stromkabelnetz, dient einer als Sender und der andere als Empfänger. Beide sind sowohl mit Ein- als auch mit Ausgängen für Tonsignale bestückt. Der Anwender kann wahlweise ein Cinch- oder Klinkekabel verwenden, um etwa Musik aus der Soundkarte in das Netz einzuspielen oder es an die Anlage weiterzugeben. Andererseits ist es auch möglich, per Winamp-Plug-in direkt einen Musikstream ins Netzwerk abzusenden. So speist der Rechner beispielsweise die aktuellen Top 100 in die Hausverkabelung; beliebig viele Audio-Adapter können daraus wieder Musik machen. Einfluss nehmen auf die Playliste kann der Zuhörer allerdings nicht.

Leider ist keines der Geräte in der Lage, direkt auf Musikfreigaben zuzugreifen. Sie alle benötigen eine Serversoftware, die auf einem Windows-Rechner laufen muss. Das ist ärgerlich, wenn sonst Linux den Server-Part übernimmt. Doch künftige Entwicklungen machen Hoffnung. Einige Hersteller arbeiten bereits an Routern und Netzwerkadaptern mit USB-Anschluss, die externe Festplatten zu Netzwerkspeichern machen. Eine Zusammenarbeit zwischen solchen Komponenten und Playern ist wahrscheinlich.

Der MP101 ist bereits für knapp 150 Euro verfügbar. Von allen Produkten wirkt sein Gehäuse am hochwertigsten. (Bild)