Fotolog mit PHP
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Zur Urlaubszeit boomen Fotologs. Wie Sie einen Fotolog auf dem eigenen Server einrichten, zeigt Internet Pro mit der auf PHP/MySQL basierenden Software 4 Images.

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Fotolog mit PHP

Der Weg zum eigenen Fotolog beginnt üblicherweise mit einem Account in einer der vielen Foto-Communitys. Aber das hat auch Nachteile, weil man keinen direkten Serverzugriff hat. Das bedeutet unter anderem: keine genauen Statistiken, keine Datensicherungsmöglichkeit und keine Einflussmöglichkeit, falls der Fremdanbieter sein Angebot ändert, einschränkt oder gar einstellt. Glücklicherweise gibt es aber inzwischen einige leicht zu installierende und anzupassende Fotogalerie-Systeme, die meist auf PHP/MySQL aufsetzen.

Für diesen Workshop hat Internet Professionell das Produkt 4 Images (www.4homepages.de) ausgewählt, das neben Kommentarfunktion und Postkartenmodul auch über einen virtuellen Leuchtkasten zum Speichern von Lieblingsbildern verfügt, in deutscher Sprache vorliegt, mit Hilfe von Templates und Styles an die eigenen Belange angepasst werden kann und unproblematisch in der Installation ist. Zusätzlich gibt es ein Support-Forum unter www.4homepages.de/forum, in dem bei der Installation auftretende Probleme recherchiert oder diskutiert werden können.


Systemvoraussetzungen

Fotolog mit PHP

Um 4 Images auf Ihrem eigenen Server einzusetzen, benötigen Sie einen Webserver oder Webhosting-Account (empfohlen: Linux/Apache) mit FTP-Zugang, PHP (Version 4.0.5 oder höher) und MySQL (Version 3.23 oder höher, empfohlen: Version 3.23.33).

Außerdem sollte auf dem Server die Boutell GD Library, Image Magick oder Netpbm installiert sein. Eines dieser drei Produkte wird für die Generierung von Thumbnails benötigt. Die GD Library ist üblicherweise vorhanden und erfordert damit keine Zusatz-Installation. Informationen über die PHP-Version, MySQL und den GD-Support erhalten Sie mit dem Befehl phpinfo():


phpinfo();
?>

Speichern Sie diese Textdatei unter dem Namen phpinfo.php ab, laden Sie sie per FTP in ein Verzeichnis auf Ihrem Webserver und rufen Sie diese Datei anschließend im Webbrowser auf. Sie erhalten daraufhin einen ausführlichen Report.


Providerwahl

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Bei der Wahl des Providers sollten Sie vorab kalkulieren, wie viele Besucher und wie viel Traffic Sie erwarten. Dabei macht es natürlich einen Unterschied, ob Sie einen persönlichen Fotolog oder eine Community einrichten wollen. Ein Foto hat im Schnitt um die 200 KByte, bei 500 Views am Tag kämen Sie bereits auf 100 MByte Traffic pro Tag beziehungsweise gute 3 GByte Traffic pro Monat. Eine gut frequentierte Community landet aber schnell bei 2000 Views pro Tag und 20 GByte Traffic pro Monat. Achten Sie bei der Wahl Ihres Providers darauf, welche Schwellenwerte für den Traffic gelten und wie der Traffic berechnet wird. Am besten sind natürlich Fixpreise mit großzügigen Traffic-Grenzen, aber hier sind die AGB-Formulierungen zum Teil schwammig. Manche Provider bieten zwar Accounts ohne Trafficbeschränkungen, schließen dabei aber Bildergalerien aus.


Download und Installation

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Laden Sie die aktuelle Version von 4 Images (zurzeit 1.7) von www.4homepages.de oder von der Heft-CD. Entpacken Sie das ZIP-Archiv und kopieren Sie dann alle Dateien per FTP in ein Verzeichnis auf Ihrem Webserver. Die Dateistruktur muss dabei erhalten bleiben.

Die Installations-Dokumentation finden Sie im Unterverzeichnis /docs unter installation.txt. Hier ist auch beschrieben, welche Dateizugriffsrechte Sie nach dem Hochladen auf den Webserver vergeben müssen:

Vergeben Sie chmod 777 (drwxrwxrwx) für folgende Verzeichnisse:

- data
- data/database
- data/media
- data/thumbnails
- data/tmp_media
- data/tmp_thumbnails
- templates
- templates/default
- templates/default/media

Für die folgenden Dateien benötigen Sie chmod 666 (-rw-rw-rw-):

- alle Dateien im Verzeichnis templates/default
- alle Dateien im Verzeichnis templates/default/media


Web-Installer

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Rufen Sie nun den Web-Installer über die Datei index.php in dem Verzeichnis auf, das Sie für Ihre Galerie gewählt haben. Das Skript benötigt einige Angaben zur MySQL-Datenbank, außerdem legen Sie hier Usernamen und Kennwort für den Administrator fest.

Bei Datenbank Servertyp belassen Sie den voreingestellten Eintrag mysql. Datenbank Host ist üblicherweise localhost. Das Präfix für die Tabellen können Sie übernehmen oder ein eigenes wählen. Vergeben Sie dann einen Usernamen und ein Passwort für den Administrator und klicken Sie auf Installation starten. Wenn alle Angaben stimmen, kommt als Nächstes eine Meldung, dass die Installation erfolgreich war, ergänzt um einen Link zum Administrationsbereich.


Administration

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Nach einem Klick auf den Link gelangen Sie nach Eingabe von Administratorname und Passwort in die Administrationsoberfläche von 4 Images, wo Sie alle notwendigen Einstellungen vornehmen können, Wartungsarbeiten erledigen, User verwalten, Bilder hochladen, editieren und löschen, Kommentare bearbeiten und löschen und außerdem Statistiken erhalten. Zudem haben Sie hier die Möglichkeit, ein Backup der Datenbank anzulegen. Dabei werden nur die Konfiguration und die Kommentare gesichert. Die Bilder selbst werden im FTP-Bereich im Unterverzeichnis data abgelegt und können über FTP gesichert werden.

Die eingebaute Backup-Funktion arbeitet allerdings nur bis circa 5 MByte Datenbankgröße einwandfrei, danach empfiehlt es sich, eine eigene Backup-Lösung einzusetzen. Unter Verwendung des Befehls mysqldump kann man sich eine solche Backup-Lösung bei Bedarf auch selbst in PHP schreiben.


Allgemeine Einstellungen

Fotolog mit PHP

Unter Allgemein, Einstellungen nehmen Sie erste Grundeinstellungen vor. Vergeben Sie einen Namen für Ihre Galerie und hinterlegen Sie außerdem eine gültige E-Mail-Adresse für den Administrator. Mails werden mit Sendmail verschickt. Alternativ haben Sie auch die Möglichkeit, einen entsprechenden anderen SMTP-Server anzugeben.

Wenn Sie automatisch Thumbnails erstellen wollen oder auch Bildgrößen neu berechnen, wählen Sie bei Modul zum Erstellen der Thumbnail-Bilder ein Modul aus. In den meisten Fällen wird die Auswahl GD Bibliothek funktionieren.

Wenn Sie GD Bibliothek wählen und eine Version ab 2.0.1 sowie PHP ab 4.0.6 einsetzen und die Thumbnails in schlechter Qualität (reduzierte Farben) angezeigt werden, nehmen Sie die folgende Einstellung in der Datei constants.php im Verzeichnis includes vor:

define('CONVERT_IS_GD2', 1);

Voreingestellt ist der Wert 0. Weitere Einstellungen betreffen das Layout der Seite, Kommentareinstellungen und einige Session- und User-Einstellungen.


Kategorien

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Bevor Sie Bilder hochladen können, müssen Sie zuerst Kategorien mit Hilfe des Menüpunkts Kategorien verwalten anlegen. Fügen Sie zunächst neue Kategorien hinzu. Besonders interessant sind dabei die Einstellungen für Befugnisse, weil Sie hier beispielsweise den Upload auf User mit Administratorrechten beschränken können. Wenn Sie Privat wählen, können Sie später über Usergruppen explizit Befugnisse vergeben. Wenn Sie nur einen persönlichen Fotolog wollen, können Sie über die Rechte in den Kategorien und die Usergruppen die Uploadmöglichkeit für andere User ausschalten. Wenn Sie Uploads freigeben, bedenken Sie bitte, dass es bei 4 Images keine Beschränkung für die Anzahl von Uploads pro User gibt, diese muss bei Bedarf selbst programmiert werden.

Sie haben auch in der Administrationsoberfläche die Möglichkeit, Bilder hochzuladen. Allerdings werden dann nicht automatisch Thumbnails erstellt, selbst wenn das in den Einstellungen aktiviert ist. Sie müssen diese Thumbnails manuell mit dem Menüpunkt Auto-Thumbnailer erstellen.


Design anpassen

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4 Images wird mit einem Standarddesign ausgeliefert, das sich im Ordner templates/default befindet. Sie können aber weitere Templates aus dem Internet laden oder auf Basis des Default-Template-Sets selbst erstellen. Einige nützliche Templates finden Sie auf www.vierstra.com/4images.htm. Besonders interessant sind die Templates 4default_no_user und 4default_no_user_rand. Das erste Template eignet sich für alle, die keine Login-Funktion auf der Website haben wollen, die entsprechenden Elemente sind in diesem Template ausgebaut. Das zweite Template verzichtet zusätzlich noch auf die Darstellung des Zufallsbilds.

Um ein Template zu installieren, entpacken Sie das heruntergeladene ZIP-Archiv, wobei die Struktur erhalten bleiben muss. Das Verzeichnis mit den Template-Dateien kopieren Sie dann per FTP auf Ihren Server und vergeben die gleichen Dateirechte wie oben für das Default-Template beschrieben. Bei einigen Templates muss außerdem noch eine Datei in das 4-Images-Hauptverzeichnis kopiert werden.

Unter dem Menüpunkt Templates bearbeiten können Sie die Template-Dateien noch im Einzelnen editieren. Natürlich dürfen Sie das auch in einem HTML-Quelltext-Editor machen, zum Beispiel in Homesite. Hier können Sie auch zusätzliche Links oder Banner einbauen. Die zentralen Formateinstellungen finden Sie in der Datei styles.css. Hier werden Farben, Schriftarten, das Erscheinungsbild von Links, Tabellen, Formularfeldern und auch die Rollbalken festgelegt. Jedes Template-Set hat seine eigene styles.css-Datei.

Die Standard-Version von 4 Images ist in deutsch. Derzeit sind aber auch Language-Packs für die Sprachen Englisch, Spanisch und Französisch verfügbar, die auf der Hersteller-Website heruntergeladen werden können.


Sonstige Anpassungen

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4 Images hat standardmäßig eine E-Mail-Funktion eingebaut, mit der über den Server E-Mails an einzelne User verschickt werden können, wenn das Userprofil angeklickt wurde und der User die Anzeige der E-Mail-Adresse freigegeben hat. Da diese Funktion unter Berücksichtigung der neuen Spam-Gesetze nicht unproblematisch ist und Ihr Server in den Headern der so versendeten Mails steht, empfiehlt es sich gegebenenfalls, sie so zu ändern, dass bei Klick auf die Mail-Adresse statt eines Mail-Formulars das Mail-Programm auf dem Client gestartet wird. Ändern Sie dazu in der Datei member.php die Zeilen 921 bis 923 wie folgt:

else {
$user_mailform_link = "mailto:$user_email";
}
$user_email_button = "mailto:$user_email";

4 Images ist Open Source und für private, nichtkommerzielle Zwecke kostenlos ? unter der Bedingung, dass Sie den Copyright-Vermerk intakt lassen. Sie können also ohne weiteres Anpassungen oder Erweiterungen machen und zusätzliche Funktionen programmieren. Bevor Sie solche Anpassungen aber weitergeben oder auch wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihre Website noch als privat gilt, fragen Sie im Zweifelsfall beim Hersteller nach. Für kommerzielle Zwecke können Sie eine Lizenz ab 99 Euro erwerben.