Ungesicherte Windows-Rechner “überleben” im Internet nur noch 20 Minuten

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Sicherheitsexperten: Neu installierte Systeme sollte man zuerst updaten. Gewiefte Knacker sind mit automatischen Scan-Programmen auf der Suche nach Sicherheitslücken.

Sicherheitsexperten haben davor gewarnt, neue PCs an das Internet anzuschließen, ohne vorher Patches, Firewall und Virenscanner zu installieren. Durchschnittlich dauert es nur noch 20 Minuten, bevor ein ungesicherter Windows-Rechner mit Viren oder anderen Schädlingen infiziert ist. Vor einem Jahr lag die Zeit bis zum ersten Angriff noch bei durchschnittlich 40 Minuten, heißt es in einer gestern in Bethesda, Maryland, veröffentlichten Statistik, die das Internet Storm Center veröffentlicht hat, das zum SANS Institute gehört.

Die drastische Reduzierung der so genannten Survival Time bringt es mit sich, dass den meisten Nutzern nicht genug Zeit bleibt, um auch nur ein Update herunterzuladen und zu installieren. Dies wurde auch von anderen Sicherheits-Experten bestätigt. So schalteten die Administratoren der Universität von Massachusetts zwei PCs zu Testzwecken online. Beide waren nach nicht einmal 20 Minuten infiziert. Sie schalteten daraufhin Sicherheitsskripte in ihr Netzwerk, die allen Windows-Rechnern, die nicht mit den aktuellsten Patches ausgestattet sind, nur noch sehr begrenzten Zugriff auf das Netz gestatten.

Nutzer von Einwahlzugängen (Modem oder ISDN) haben durchschnittlich eine längere “Überlebenszeit” und werden hauptsächlich von Würmern bedroht. Bei breitbandigen Anbindungen, mit denen Rechner meist dauerhaft mit dem Netz verbunden sind, entstehen zusätzliche Gefahren durch Cracker und Script-Kiddies, die mit Portscans über größere IP-Adressblöcke nach Rechnern mit Sicherheitslücken suchen.

Wer keine Möglichkeit hat, Patches über einen gesicherten Rechner herunterzuladen und auf einem neuen System zu installieren, sollte vor dem Aufbau der ersten Internetverbindung zumindest weitgehende Sicherheitsmaßnahmen durchführen. Die Sicherheitsexperten empfehlen die Abschaltung der Windows-Verzeichnisdienste, die Aktivierung der Desktop-Firewall in Windows XP und die schnellstmögliche Installation des Service Pack 2. (mk)
( de.internet.com – testticker.de)

Weitere Infos:

Internet Storm Center des SANS-Instituts

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