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Jetzt sollte man nicht die Zügel schleifen lassen

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In der “toten Zeit” sollte man nicht die Füße hochlegen – der Sommer ist eine gute Gelegenheit für Überprüfungen und Vorbereitungen, meint Andy Green, Chef von BT Global Services.

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Überall in Europa genießen die Schulkinder die langerwarteten Sommerferien. Jetzt ist die Zeit für eine ruhigere Periode in der Geschäftswelt, vor allem in Südeuropa, wo viele Büros im August komplett geschlossen sind. Diese langsameren Sommermonate werden oft als “tote Zeit” bezeichnet – eine Zeit, in der die Produktivität und der Fokus auf ihre Steigerung begrenzt sind. Aber können es sich die europäischen Unternehmen in einer Phase der beginnenden wirtschaftlichen Erholung leisten, sich zurückzulehnen und diese wertvollen Wochen verstreichen zu lassen?

“Es ist entscheidend, daß sich Unternehmen die Zeit nehmen, ihre IT-Infrastruktur neu zu bewerten”

Die Sommerzeit bietet eine ausgezeichnete Möglichkeit für Unternehmen, interne Abläufe zu überprüfen und das kommende Jahr vorzubereiten. IT und Kommunikation sind beispielsweise lebenswichtig für den Geschäftserfolg in der heutigen digitalen Netzwerk-Ökonomie. Es ist entscheidend, daß sich Unternehmen die Zeit nehmen, ihre IT-Infrastruktur neu zu bewerten um sicherzustellen, daß die IT-Strategien vollständig auf die Unterstützung der künftigen Geschäftslinie ausgerichtet sind. Zu viele europäische Unternehmen sehen dies nicht als Priorität, und zu wenige realisieren, daß die beste Zeit für die Integration der IT in ihr Business-Modell jetzt ist.

Laut World Trade Organisation gab es im Jahr 2003 global ein Wachstum von 2,5 Prozent, was zu einem Wachstum des Welthandels um 4,5 Prozent führte. Dies ist aber nicht weltweit einheitlich. Asien und die Übergangswirtschaften, die ehemalige UdSSR und ihre Satellitenstaaten, konnten die dynamischsten Handelsaktivitäten verzeichnen, wobei die Importe und Exporte um 10 bis 12 Prozent wuchsen. Die Wirtschaft in Europa dagegen bleibt schwerfällig und wuchs im letzten Jahr um weniger als zwei Prozent.

Europa riskiert, weiter hinter den aggressiveren Ökonomien zurückzufallen, wenn die Unternehmen nicht dem Beispiel der USA folgen, wo viele Firmen wie etwa Wal-Mart in die vernetzte Welt investiert haben und innovative Technologien verwenden, um Geschäftsabläufe zu rationalisieren und der Konkurrenz einen Schritt voraus zu bleiben.

Jetzt, wo der wirtschaftliche Aufschwung allmählich zu greifen beginnt, werden zwei Typen von Unternehmen entstehen, Die einen werden sich zurückhalten und sich auf bestimmte Felder beschränken und nicht in der Lage sein, sich zu ändern. Die anderen sind “ungebunden” und offen für neue Gelegenheiten. IT gibt Unternehmen die Möglichkeit, ungebunden zu werden, und ermöglicht es, neue Märkte und Ziele zu erreichen. Warum investieren die europäischen Unternehmen also hier nicht mehr? Erhalten die Firmen von neuen Technologien einen Energieschub, oder gehen sie wegen der Technologieaktualisierung in die Knie? Oder ist einfach nur vielen von ihnen nicht bewußt, welche Vorteile IT bietet, und haben sie Angst vor dem Unbekannten?

Eine neuere Studie von Omnetica hat festgestellt, daß 41 Prozent der britischen Unternehmen nicht wissen, was Konvergenz ist. Das unterstreicht den Eindruck, daß mangelndes Verständnis Firmen von IT-Investitionen abhält. Das heißt allerdings nicht, daß die Unternehmen sich jetzt aufmachen sollten, um die neuesten und großartigsten Technologien zu kaufen, die die größte Medienaufmerksamkeit erhalten. Manchmal muß man einfach nur nachschauen, was man bereits hat, und überlegen, wie man es effektiver einsetzen kann.


Reden Sie nicht mehr von ‘neuen Technologien’ – sie sind heute verfügbar

Viele Firmen reden immer noch von “neuen” Technologien – als ob sie irgendwo in der Zukunft warteten. Dabei handelt es sich um “Jetzt”-Technologien – sie sind heute verfügbar und in Reichweite jedes Unternehmens. Es ist diese altmodische und risikoscheue Einstellung, die die europäischen Unternehmen zurückhält. Dieser Sommer ist eine großartige Gelegenheit, rational darüber nachzudenken, wie Technologien hilfreich dabei sein können, Geschäfte voranzutreiben, und diese Überlegungen in die Tat umzusetzen. In acht Wochen kann eine Menge geschehen.
Technologie ermöglicht immer schnellere Geschwindigkeiten bei Veränderungen – 2010 werden wir in einer Welt der “Ambient-Technologien” leben, in der hochentwickelte Technologien in Alltagsgegenstände eingebaut sind. Man kann bereits sehen, wie die ersten Mikrochipsauftauchen, die in Kleidung und andere Waren eingebaut werden können und es den Händlern so ermöglichen, sofort und exakt die Lagerbestände zu kontrollieren. Diese Generation von Ambient-Technologien ist nur ein paar Jahre entfernt. Kann es sich ein Unternehmen wirklich leisten, in den kommenden Monaten Schwung zu verlieren?

Jede Firma muß sich Zeit nehmen, um zu sehen, wie sie den Geschäftsbetrieb verbessern und zu einem “ungebundenen Unternehmen” werden kann – und jetzt ist die richtige Zeit dafür. Der Sommer kann eine Zeit für gründliche Überlegungen sein, und nicht einfach nur ein toter Zeitraum.


Der Autor
Andy Green ist Geschäftsführer der Global Services von BT (British Telecom)