Mobile Security
Wi-Fi-Sicherheit wird durch Faulheit gefährdet

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Wenn man für Wireless-Access zahlt, macht es keinen Sinn, wenn andere ihn benutzen können. Ein Beitrag über die Jagd nach offenen WLAN-Netzen mit Pringles-Blechfolien, falsche Artikel über angeblich noch verfügbare Firmennetze und die neue Generation von Privatnutzern, die ihre Netze nicht richtig absichert.

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Wenn man für Wireless-Access zahlt, macht es keinen Sinn, wenn andere ihn benutzen können.

Als vor ein paar Jahren das Konzept des Wireless-Networking zum ersten Mal in der Geschäftswelt auftauchte, war ich aufrichtig überzeugt, dass die Vorstellung, sich in freier Wildbahn mit einem Wi-Fi-Mobilgerät auf die Jagd nach Gratis-Access zu begeben, keine große Zukunft haben würde.

Die Idee, Pringles-Blechfolien für das genaue Zielen einzusetzen und Bereiche mit Gratis-Access mit Kreide zu markieren, war zweifellos aufregend – dem gegenüber stand jedoch die traurige Wahrheit, dass die Anzahl von Firmennetzwerken, die sich aufspüren ließen, an einer Hand abzuzählen war. Das war mitten in London und es lag sicher nicht daran, dass ich mich nicht bemüht hätte.

Wireless-Süchtige erkennt man aus einem Kilometer Entfernung: Sie beobachten sehnsüchtig die Bildschirme ihrer tragbaren Geräte, die nach irgendetwas Brauchbarem in Reichweite suchen. Langsam werden ihre hoffnungsfrohen Gesichter immer resignierter, da sie immer wieder Nieten ziehen.

“Wo sind denn diese ganzen offenen Netzwerke?”, grummeln sie und verfluchen jeden Artikel und jede Meldung, die suggerierten, dass man überall Gratis-Access haben könne.

Vielleicht richten diese enttäuschten Wireless-Besitzer ihre Frustration auch gegen kommerzielle Hotspots und weigern sich, für Access zu zahlen, bis sie nicht etwas gratis als Ausgleich bekommen.

Es war bislang eigentlich so, dass ich immer den Eindruck hatte, der einzige Nutzer von Wi-Fi-Diensten zu sein, wenn ich mein Mobilgerät an einem Flughafen-Terminal, in einer Hotel-Lobby, in einem Bahnhof oder einem Coffee-Shop angeworfen habe.

Jawoll, es sah nicht gut aus für wagemutige frühe Adepten von Wi-Fi, und vielen dieser Enthusiasten ist inzwischen die Lust vergangen.

Gratis-WLAN-Jäger! Die Zeiten haben sich geändert, und ich schwöre, dass die derzeitigen Wireless-Besitzer Sie nicht im Stich lassen werden.

Sollten Sie allerdings zu jenen Usern zählen, die sich geschworen haben, sich nie mehr damit zu blamieren, dass sie einfach nirgendwo Gratis-Access bekommen, bitte ich Sie, Ihren Stolz herunterzuschlucken und es noch einmal zu versuchen. Die Zeiten haben sich geändert, und ich schwöre, dass die derzeitigen Wireless-Besitzer Sie nicht im Stich lassen werden.

Wireless-Networking ist zweifellos ein “großes Ding” zuhause bei Technologie-Liebhabern im ganzen Lande. Vielleicht bin ich das Opfer einer verblüffenden Marketing-Übung, aber es sieht so aus, als würde jeder darüber reden.

Ich spitze immer die Ohren, wenn ich mithöre, wie sich Leute über Technologie unterhalten. Zuletzt ging es dabei nicht um Handys oder Digitalkameras. Wireless-Networking ist angesagt. Wenn man das nicht zuhause hat, ist man altmodisch.
Ich finde es großartig, wenn Spezialisten-Technologie zum Mainstream wird und die Leute enthusiastisch werden. Das Problem ist, dass viele neue Wireless-Besitzer dieselben Leute sind, die immer noch die Uhren ihrer Videorekorder bei 00:00 Uhr blinken lassen.

Sei es, dass es zu kompliziert ist, sei es einfache Faulheit – sie stöpseln ihre neuen Kisten einfach ein und belassen sie in der Standardeinstellung. Schließlich scheinen sie gut zu funktionieren, also warum sollte man etwas ändern?

Die Standardeinstellungen der meisten Wireless-Router und Access-Points öfffnen sie allerdings sperrangelweit für alle, die eine Verbindung haben wollen. Ich weiß das, denn als wiedergeborener Wi-Fi-Enthusiast kann ich noch gar nicht glauben, wie sehr sich die Situation in den letzten Jahren verändert hat.

Wenn ich heutzutage vor einem Pub im Londoner Westend stehe und meinen WiFi-PDA anwerfe, werde ich geradezu überflutet. Es ist nicht ungewöhnlich, dass in meiner Reichweite vier oder fünf Netzwerke zur Verfügung stehen.

Natürlich sind einige davon sicher abgeschlossen, aber heutzutage ist mindestens eins weit offen. Die besten Kandidaten für freien Zugang sind bezeichnenderweise diejenigen, die den Namen des Herstellers als Service-Set-Identifikation benutzen.

Da das beim Konfigurieren eines Wireless-Routers oder Access-Point am einfachsten zu ändern ist, wird in einem Netzwerk, das mit einer derartigen ID sendet mit Sicherheit keine Schutzfunktion aktiviert sein.

Der stolze Besitzer hat es einfach eingestöpselt und sich um nichts weiter gekümmert, als er gesehen hat, dass es sofort funktionierte.

Ironischer weise haben die Hersteller die Sicherheit ihrer Geräte gefährdet, indem sie ihre Einrichtung so einfach gemacht haben.

Ironischerweise haben die Hersteller die Sicherheit ihrer Geräte gefährdet, indem sie ihre Einrichtung so einfach gemacht haben. Sie könnten natürlich dagegenhalten, dass ein Architekt unzählige Schlösser und Schlüssel vorsehen kann, die aber alle nutzlos sind, wenn der Eigentümer die Haustür weit offen stehen lässt.

Der Unterschied ist allerdings, dass bei den meisten Häusern die Türen standardmäßig geschlossen und verriegelt sind, so dass es dem sorglosen Eigentümer überlassen ist, sie offen stehen zu lassen.

Diese Situation hat zu einer Art Dilemma geführt. Natürlich ist schön, das Netzwerk eines Ahnungslosen zu nutzen, um gratis E-Mail zu lesen und zu browsen, aber anders als bei der Ausplünderung einer gesichtslosen Organisation fühlt es sich nicht richtig gut an.

Natürlich würde es mein Gewissen beruhigen, wenn ich annehmen könnte, dass zumindest einige nicht so ahnungslos sind und ihre Netzwerke mit Absicht geöffnet haben. Tief innen drin weiß ich allerdings, dass die meisten einfach nicht wussten, wie man die Sicherheitsmaßnahmen aktiviert, oder überhaupt nicht bemerkt haben, was geschieht.

Da immer mehr Breitband-Tarife entweder nach Datenmenge bezahlt werden müssen oder eine Obergrenze haben, wird dieser Gratis-Zugang für alle und jeden mit Sicherheit zu einem ernsten Thema werden.

Wenn man nur eine begrenzte Zahl von Gigabyte im Monat hat, will man sie nicht verschwenden. Andererseits sind es vor allem genau diejenigen, die billige, limitierte Breitband-Tarife gewählt haben, die ihre Netzwerke weit offen lassen für alle.

Die Moral der Geschichte ist also: Wenn man zuhause ein Wireless-Network hat und den Zugang dazu nicht gratis vergeben will, muss man Wep-Security aktivieren oder das Netzwerk so einrichten, dass alle Geräte außer den eigenen ausgeschlossen werden. Das ist einfach und dauert nicht lange.

Wenn Wireless-Besitzer ihre Netzwerke schließen, werde ich der erste sein, der den gelegentlichen Gratis-Zugang vermisst. Aber in einer Zeit, in der Tarife mit eingeschränkter Datenmenge zunehmen, ist das der vernünftige Weg nach vorne. Ich glaube, dass die zweite Ära des Wireless-Enthusiasmus sich ihrem Ende zuneigt.