Mainboard-Tools
Mehrwert für Mainboards

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Im umkämpften Mainboard-Markt setzen Hersteller immer mehr auf Komfort-Features. So liefern sie eigene Programme mit, die, unter anderem, ein automatisches Übertakten erlauben. Hier die besten Mainboard-Tools.

Komfort-Features

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Im umkämpften Mainboard-Markt bieten die Hersteller nicht nur reichhaltige Hardware-Ausstattung und günstige Preise, sondern verstärkt auch Komfort-Features. Dazu zählen beispielsweise eine variable Lüftersteuerung, automatisches Übertakten und detaillierte Überwachungs-informationen.

Hersteller wie Abit und MSI statten die Mainboards sogar mit speziellen Chips für erweiterte Diagnose-Features aus. Dank speziell programmierter Windows-Software ist das umständliche Konfigurieren kryptischer Bios-Funktionen passé: Komfortabel erhöht der Anwender nun per Mausklick die Taktfrequenz oder liest die Prozessortemperatur aus.


Software zum Tunen und Überwachen

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Bei der Kaufentscheidung für ein Mainboard lohnt sich der Blick auf die Hersteller-eigenen Tools: Die mitgelieferten Programme beinhalten beispielsweise nützliche Informationen über das PC-System und warnen rechtzeitig bei einem ausgefallenen Prozessor-Lüfter.

Die neuesten Software-Versionen der Mainboard-Entwickler erlauben sogar das Übertakten des Prozessors unter Windows. Einige Tools helfen dem Nutzer beim Übertakten sogar mit zusätzlichen Stabilitätstests. So vielfältig wie der Funktionsumfang der Tools verschiedener Hersteller, ist auch ihre Oberfläche.

Viele Programme überraschen mit futuristischem Design im Stil einer Kommandozentrale. Gerade beim Überwachen von Temperatur- und Spannungswerten wirken die zahlreichen Grafikelemente jedoch eher störend. Positiv fällt hier PC Probe von Asus auf: Das schlichte, aber übersichtliche Design stellt alle wichtigen Informationen klar gegliedert und gut verständlich bereit.

Problematisch ist eine große Anzahl mitgelieferter Tools. MSI-Hauptplatinen beispielsweise liegen über zehn verschiedene Programme für unterschiedliche Einsatzzwecke wie Übertakten oder Bios-Update bei.


Mehr Performance, weniger Lärm

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Anwendern, die alle Leistungsreserven nutzen wollen, sind Mainboards von MSI oder Abit zu empfehlen. Diese bieten clevere Übertaktungs-Tools. Anhänger leiser PCs sollten sich Hauptplatinen von Aopen oder Fujitsu Siemens genauer anschauen. Hier schonen automatische Lüfterregelungen die Nerven. Im Folgenden stellt PC Professionell die Tools bekannter Mainboard-Hersteller vor.


Abit

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Lange Zeit genoss Abit den Ruf besonders Overclocking-freundlicher Mainboards. Offensichtlich hat sich das taiwanische Unternehmen auf den Lorbeeren ausgeruht. Zwar gibt es auf allen Mainboards von Abit mit Soft Menu 2 die Möglichkeit, Front-Side-Bus-Frequenz, Kernspannung und Multiplikator zu verändern. Allerdings nur im Bios und nicht unter Windows.

Auch der bereits betagte Winbond Hardware Doctor läuft nicht unter Microsoft Windows 2000/XP. Erst seit Ende vergangenen Jahres bietet Abit auch ein Windows-Pendant: Basis ist ein spezieller Diagnose-Chip auf den neuen Abit-Mainboards (zum Beispiel AI7 für Pentium 4, AN7 für Athlon XP), mit dem sich Funktionen wie etwa die Lüfterregelung auch von Windows steuern lassen.

Eine einheitliche Schnittstelle für Systemüberwachung, Lüfterregelung und Übertakten bietet die mitgelieferte Abit-EQ-Software. Der Anwender bestimmt selbst, welche Sensorwerte auf dem Hauptschirm angezeigt werden. Wichtige Einstellungen wie Shutdown-Temperatur oder Lüfterverhalten lassen sich im eingebauten Speicher des Diagnose-Chips dauerhaft und unabhängig von der Software sichern.


Aopen

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Ein möglichst geräuscharmer PC ist das Ziel von Aopens Silent-Tek-Utility. Hierzu passt die Software die Umdrehungszahlen von Prozessor- und Gehäuselüfter automatisch in mehreren Stufen an, bis hin zum kompletten Abschalten. Zusätzlich sind Netzteil- und Grafikkarten-Lüfter steuerbar. Voraussetzung ist eine speziell darauf abgestimmte Grafikkarte von Aopen sowie ein Netzteil mit zweipoligem Mainboard-Anschluss. Im Idealfall schaltet Silent Tek bei geringer Systemlast alle Lüfter ab ? der PC arbeitet dann völlig geräuschlos.

Über einen zusätzlichen Gimmick verfügt das Aopen AX4C Max II: Ein mitgeliefertes Mikrofon im PC misst die Lautstärke der Lüfter. Allerdings ergibt sich daraus kein wirklicher Nutzwert ? trotz ausführlicher Diagramme: Die Lüfter werden ausschließlich über die jeweils ausgelesene Temperatur geregelt. Als weitere Tools liefert Aopen zudem diverse Programme der Ez-Serie mit. Dazu gehören das Übertaktungs-Tool Ez Clock, mit dem der Front-Side-Bus-Takt in 1-MHz-Schritten erhöht werden kann, sowie die System-Wiederherstellungs-Software Ez Restore.


Asus

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Das Systemüberwachungs-Tool Asus PC Probe wird bereits seit Jahren weiterentwickelt und gehört zu den besten Programmen seiner Art. Dazu tragen vor allem die übersichtliche Oberfläche und die vielen Einstellmöglichkeiten bei.

Die ausgelesenen Temperatur- und Spannungswerte werden optional auch in einem Logfile gespeichert, welches bei der Analyse von Hardware-Problemen hilft. Eine Lüfterregelung ist allerdings bislang nicht vorgesehen ? diese kann nur über das Bios und dann auch nur in zwei Stufen vorgenommen werden. Auch die Funktionen der AI-Serie von Asus stehen bislang größtenteils nur im Bios zur Verfügung ? inklusive Übertaktungsmöglichkeiten.

Statusmeldungen des Asus Post Reporters, der beim PC-Start über Probleme informiert, lassen sich aber über den Winbond Voice Editor auch mit eigenen Sprachsamples überschreiben. Zudem erkennt der AI Audio Codec automatisch, ob sich ein Stecker für die Soundkarte im falschen Port befindet. Das Bios lässt sich dafür komfortabel per Windows updaten. Asus Live Update sucht auf Wunsch automatisch im Internet nach neuen Bios-Revisionen.


Fujitsu Siemens

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Als einziger nicht-taiwanischer Mainboard-Hersteller im Vergleich bietet Fujitsu Siemens mit dem System Guard ein ausgereiftes Thermal-Management-Tool mit aufgeräumter Oberfläche. Die Temperaturwerte überwacht der System Guard an bis zu drei Positionen im PC und liest die Drehzahlen von bis zu fünf Lüftern aus. Die Drehzahlregelung der Lüfter kann automatisch erfolgen: Die Drehzahlgrenzen werden in Abhängigkeit von der CPU-Temperatur über Schieberegler im Betrieb stufenlos eingestellt. Bei geringer Belastung läuft das System sogar lüfterlos.

Bei Fujitsu-Siemens-eigenen oder speziell lizenzierten Netzteilen regelt das Tool darüber hinaus auch automatisch die Netzteil-Lüfter. Netzteil-Lizenznehmer ist
Silentmaxx
. Darüber hinaus stellt das Tool wichtige Informationen wie die systemrelevanten Spannungen (+5 und +12 Volt) sowie den Status der CMOS-Batterie bereit. Die Altersüberwachungs-Funktion ermöglicht Rückschlüsse auf die verbleibende Lebensdauer des jeweiligen Lüfters. Eine integrierte Hintergrund-Überwachung rundet das empfehlenswerte Programm ab.


Gigabyte

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Um einen möglichst schnellen Zugriff auf die mitgelieferten Programme zu erlauben, hat Gigabyte einen Windows Utility Manager entwickelt, der sich direkt im Systray installiert. Von dort aus wird die Überwachungs-Software Hardware Health, das Windows-Bios-Flash-Utility und das System-Diagnose-Tool DMI-Manager gestartet.

Das Overclocking-Programm Easy Tune 4 ist separat zu laden. Hier kann nicht nur der Front-Side-Bus-Takt erhöht, sondern auch durch Umschalten in den erweiterten Modus der Multiplikator verändert werden ? aber nur, sofern es sich um ungelockte AMD-Athlon-XP-Prozessoren handelt.

Gigabytes System Information Viewer bietet neben Informationen über Temperatur und Spannungen auch eine Festplatten- und Speicherüberwachung. Ist nur noch wenig Platz vorhanden, erscheint je nach Einstellung ein Alarm-Fenster. Da die meisten Windows-Versionen bereits einen ähnlichen Check eingebaut haben, bleibt der Nutzwert aber gering.


MSI

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Mit Abstand die meisten Mainboard-Tools liefert MSI mit: Mehr als zehn verschiedene Programme bieten vom Bios-Flash über Hardware-Monitoring bis hin zur Passwort-Verwaltung fast jedes erdenkliche Feature.

Kernbestandteil aller neueren MSI-Boards ist die Core-Cell-Logik, die auf dem Mainboard direkt für die Verwaltung von Temperaturmessungen, Taktfrequenz-Einstellungen und Lüfter-Drehzahlen verantwortlich ist. Clou des Core-Cell-Chips ist jedoch die automatische Übertaktungsfunktion: DOT (Dynamic Overclocking Technology) erhöht bei anspruchsvollen Applikationen automatisch den Front-Side-Bus-Takt je nach Vorauswahl um bis zu 20 Prozent. Im Bios können hierfür Profile von Private bis Commander gewählt werden. Über das Software-Tool Core Center lässt sich dieser Chip von Windows aus ansteuern.

Neben einer automatischen Drehzahlregelung können auch feste Umdrehungswerte für die Lüfter gesetzt werden. Auch das Übertakten per Schieberegler ist möglich: entweder in fünf Stufen bis 533 MHz oder in 1-MHz-Schritten. Dabei ist jedoch Vorsicht angeraten: Taktfrequenz-Änderungen werden ohne Nachfrage sofort übernommen ? im schlimmsten Fall hängt sich das System auf.

Besitzer von AMD-Athlon-64-Prozessoren sollten auf die Version 1.6 updaten: Neu ist hier die Unterstützung von AMDs Cool ?n? Quiet. Interessant sind auch die Sicherheits-Utilitys Password Keeper, Lockbox und Secure Doc. Damit lassen sich Passwörter verwalten, besonders sichere generieren und Dateien komfortabel verschlüsseln. Ein Bios-Update-Programm rundet das gelungene Software-Paket ab.


Alternativen ? kostenlose Tools für Mainboards

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Neben den Tools der Hersteller gibt es auch eine Reihe von Freeware-Utilitys. Interessant sind die nützlichen Tools inbesondere, wenn dem Mainboard keine Software beilag.

Anwender, die mit dem Mainboard ein ausgefeiltes System-Tool erhalten, benötigen meistens keine weitere Software. Denn die Hersteller-eigenen Utilitys sind perfekt auf die Hardware abgestimmt. Einige Hersteller legen jedoch keine Tools bei oder das mitgelieferte Utility stellt nicht den vollen Funktionsumfang bereit. Für diesen Fall sind jedoch sehr gute Freeware-Alternativen erhältlich.

System überwachen

Eine Vorreiter-Rolle in diesem Bereich nimmt das bereits seit Jahren gepflegte und ausgereifte Programm Motherboard Monitor ein. Version 5 des Systemüberwachungs-Tools liest auf beinahe 1000 verschiedenen Mainboards Temperaturen, Lüfterdrehzahlen und Spannungen aus. Eine ständig aktualisierte Liste mit den unterstützten Produkten ist im Internet verfügbar ( http://mbm.livewiredev.com). Icons im Systray informieren über die wichtigsten Sensorwerte. Auf Knopfdruck zeigt der Hauptbildschirm alle ausgelesenen Werte. Variable Alarm-Optionen inklusive Notfall-Shutdown schützen das System vor Überhitzung.

Lüfter regeln

Ähnliche Funktionen wie Motherboard Monitor bietet das Gratis-Tool Speed Fan. Hauptaugenmerk liegt hier aber auf der automatischen Geschwindigkeitsregelung für CPU- und Gehäuselüfter. Das funktioniert allerdings nur auf Mainboards, deren Chipsatz überhaupt eine Lüfterregelung vorsieht. Die regelmäßig aktualisierte Online-Support-Seite ( www.almico.com/speedfan.php) listet derzeit knapp 200 kompatible Boards. Auf einigen Mainboards erlaubt Speed Fan auch variables Front-Side-Bus-Übertakten: Je nach Auslastung des Systems wird die Taktfrequenz entweder automatisch erhöht oder verringert.

CPU übertakten

Bei
CPU MSR
handelt es sich um ein Programm zum Übertakten der CPU. Dies geht jedoch nur bei AMD-CPUs, die als AMD Mobile Athlon XP-M erkannt werden. Hierfür müssen die dritte L5- sowie die L6-Brücke der AMD-Athlon-XP-CPU mit Leitsilber geschlossen sein. Durch die PowerNow!-Funktion von AMD kann dann in Windows ein beliebiger Multiplikator gesetzt werden ? selbst bei superlocked CPUs.