Storage-Strategien
Kleinere Firmen haben etwas Besseres verdient

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SAN-Anbieter müssen mehr tun als einfach nur billigere, zurechtgestutzte Versionen ihrer Produkte für große Unternehmen zu verkaufen, wenn sie den Bedürfnissen kleinerer Firmen gerecht werden wollen, meint Alan Stevens.

Storage-Strategien

SAN-Anbieter müssen mehr tun als einfach nur billigere, zurechtgestutzte Versionen ihrer Produkte für große Unternehmen zu verkaufen, wenn sie den Bedürfnissen kleinerer Firmen gerecht werden wollen, meint Alan Stevens.

Bei IT-Anbietern ist es eine weit verbreitete Praxis, Produkte, die ursprünglich für sehr große Unternehmen gedacht waren, neu zu verpacken und zu deutlich reduzierten Preisen in kleine und mittlere Unternehmen zu verkaufen (KMUs). Die Preisreduzierung macht allerdings ein System für ein Großunternehmen nicht einfach zu einem Paket, das für KMUs geeignet ist. Das haben die Anbieter der neuesten iSCSI-Storage-Area-Networks-(SAN)-Produkte offenbar vergessen.

Verstehen Sie mich nicht falsch, der iSCSI-Enthusiasmus ist durchaus berechtigt. Mit Hilfe des iSCSI-Protokolls lassen sich Block-Level-Daten über High-Speed-TCP/IP-Verbindungen vom Speicher auf Server im ganzen Firmennetzwerk übertragen. Das ermöglicht es den Unternehmen, ein SAN viel einfacher und billiger aufzubauen als mit der traditionellen Glasfaser-Technologie. Es ist sogar möglich, ein SAN mit gewöhnlichen Ethernet-Netzwerkkomponenten aufzubauen, die zu bescheidenen Preisen erhältlich sind. Und Anbieter wie Datacore, FalconStor und andere haben Software entwickelt, die gewöhnliche Windows-Server in iSCSI-Speicher-Hosts verwandelt, was KMUs Zugriff auf SAN-Technologie gewährleistet.

Für größere Firmen dürfte es eine Reihe von Vorzügen geben, unter anderem größere Flexibilität bei der Speicherbereitstellung und die Möglichkeit, neue Kapazitäten sehr schnell online zu bringen. Leistung, Sicherheit und die Verfügbarkeit von Netzwerkspeicher können allesamt verbessert werden. Viele kleine Unternehmen werden allerdings, wenn überhaupt, wenig von einem iSCSI-SAN profitieren. Das ist natürlich relativ und der Begriff KMU deckt alles ab von einer Ein-Mann-Kapelle bis hin zu Firmen mit ein paar Hundert vernetzten Usern. Am oberen Ende ist die iSCSI-SAN-Technologie eine Überlegung wert, vor allem, wenn viele Server zum Einsatz kommen oder wo das Netzwerk schnell wächst. Weiter unten auf der Skala ist jedes SAN aber wahrscheinlich kontraproduktiv, da es sowohl teurer als auch komplizierter als etwa Network-Attached Storage (NAS) oder gewöhnliche Server-Shares ist.

Leider sehen das einige enthusiastische Anbieter nicht. Datacore beispielsweise hat gerade eine “Lite”-Version seiner Software SANmelody zum unglaublichen Preis von 165 Euro auf den Markt gebracht. Das zielt ganz klar auf die kleinsten Firmen ab, und diese vollständige Implementation der iSCSI- und Fibre-Channel-Server-Software von Datacore wird nur durch vorhandene Kapazitäten beschränkt. Das ist billig, aber wer braucht es? Bestimmt keine Firma, die nur einen einzigen Server hat, da sie dadurch nichts bekommt, was sie nicht schon hat. Außerdem hat man sich in der Eile, mit der das Produkt auf den Markt gebracht wurde, keine Mühe gemacht, die Komplexität zu reduzieren. Sicher ist das vollständige SANmelody-Paket leicht zu installieren und zu verwalten, wenn man im IT-Support eines größeren Unternehmens arbeitet, und das System hat auch viel Lob für seine einfache Benutzbarkeit erhalten. Wenn man allerdings der unter Druck stehende IT-Manager einer kleineren Firma ist und das LAN neben einer Reihe weiterer Aufgaben betreuen muss, wird man selbst mit der Lite-Version Schwierigkeiten haben.

IT-Anbieter sollten einfach darauf achten, dass der Enthusiasmus für eine neue Technologie nicht mit ihnen durchgeht.

IT-Anbieter sollten einfach darauf achten, dass der Enthusiasmus für eine neue Technologie nicht mit ihnen durchgeht. Sie müssen die Vorteile gründlich untersuchen und sicherstellen, dass sie echten Wertgewinn anbieten, vor allem, wenn sie ein System für große Unternehmen an kleinere Firmen vermarkten. Sie müssen auch mehr tun als einfach nur den Preis zu senken und die Funktionen einzuschränken. KMUs haben Bedürfnisse, die sich von denen der größten Unternehmen unterscheiden, und sie haben Systeme verdient, die dies widerspiegeln.