12 DVD-Rekorder getestet
DVD-Rekorder werden endlich erschwinglich

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Schon für 267 Euro können Sie Fernsehsendungen aufnehmen und auf DVD brennen. Multiformatrekorder, die sowohl Plus als auch Minus unterstützen, gibt es aber noch nicht. Wir haben 12 DVD-Recorder getestet.

Videorekorders ade

12 DVD-Rekorder getestet

Die Tage des guten alten Videorekorders sind gezählt, denn es gibt einen neuen Gerätetyp, der ihn früher oder später vom Markt verdrängen wird: den DVD-Rekorder. Statt auf anfälligen Magnetbändern speichert er Filme und anderes TV-Material auf DVDs, und das in einer Qualität, die der VHS-Technik weit überlegen ist.

Dazu kommt, dass sich mit Einführung des Digitalfernsehens der Empfang verbessert, was eine bessere Aufzeichnung garantiert. Entscheidend für die stark anwachsende Popularität dieser Geräte ist die Preisentwicklung. Ende letzten Jahres kostete ein durchschnittlicher DVD-Rekorder noch deutlich über 1000 Euro. Inzwischen sind die Preise im Handel rapide gefallenund liegen je nach Hersteller zwischen 279 und 999 Euro.

Auf den folgenden Seiten finden Sie eine Übersicht über alle am Markt erhältlichen DVD-Rekorder, wovon wir fünf in unserem Testlabor genauer unter die Lupe genommen haben. Die Kandidaten müssen ihre Leistung in Bild- und Tonqualität sowie Kompatibilität und Ausstattung unter Beweis stellen.


Übersicht des Tests:

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Qualität braucht Speicher

12 DVD-Rekorder getestet

Die entscheidenden Vorteile der neuen Technik sind Bildqualität und Haltbarkeit. Was die Qualität angeht, so liegen selbst vergleichsweise günstige Geräte wie der Yamada 8000 für 279 Euro weit vor jedem VHS-Modell. Die typische Streifenbildung bei mittelmäßigen Aufzeichnungen fehlt komplett, der Kontrast ist sehr viel stärker und die Farben sind nicht so verwaschen, was man bei der Standbildfunktion deutlich sehen kann.

Die Aufnahme digitaler Bild- und Tonsignale verlangt enorm viel Speicherplatz oder eine effektive Komprimierung. Diese Datenreduktion übernimmt im Rekorder der so genannte Encoder. Je stärker er die Zahl der Bits und Bytes eindampft, umso länger kann ein Rekorder auf ein Medium aufzeichnen. Bei Aufnahmen in höchster Qualität passt auf einen 4,7 GByte Rohling nur eine Stunde Film. Deshalb bieten DVD-Rekorder verschiedene Qualitätsstufen an.

Der Yamada 8000 hat gerade mal vier, der JVC DRM10S erlaubt dagegen 60 Qualitätsstufen. Der Platz auf der DVD wird hier optimal genutzt, da je nach Länge des Films die optimale Kompressionsstufe gewählt wird. Dies erfolgt in der Regel automatisch, nur bei den Rekordern von Yamada, Mustek und Lite On muss die Kompression bei der Aufnahmeprogrammierung von Hand eingestellt werden.


Spielzeit und Formate

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DVD+RW-Rekorder ermöglichen vier Stunden Aufnahme, DVD-RW und DVD-RAM-Rekorder erlauben sechs Stunden. Sonst begrenzt die Datenrate, das heißt die Bildqualität, die maximale Aufnahmezeit. In Studioqualität aufnehmen können alle Formate nur für eine Stunde. Bei zwei Stunden verringert sich die Qualität, doch sie liegt immer noch über der von S-VHS-Videorekordern. Bei mehr als zwei Stunden wird das Bild deutlich schlechter und erreicht bei sechs Stunden das Niveau einer alten VHS-Aufnahme.

Die Aufnahme kann entweder mit einer fest vorgegebenen Zeit gestartet werden oder Sie lassen dem Rekorder die Wahl. In diesem Fall beginnt das Recording in hoher Qualität. Währenddessen berechnet das Gerät den freien Speicherplatz auf der Disk und passt Datenrate und Qualität stufenweise an den freien Speicherplatz an. Der Unterschied zur höchsten Qualitätsstufe (eine Stunde pro DVD) ist mit bloßem Auge auf einem Fernseher kaum zu sehen und nur wichtig, wenn der Film später über einen Projektor auf Leinwand projiziert werden soll.


17 Stunden pro Festplatte

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Auch die neuen doppelschichtigen DVD-Rohlinge mit einer Kapazität von 9,4 GByte lösen das Problem nicht, da sie die höhere Kapazität nur dadurch erreichen, dass die Scheiben beidseitig beschreibbar sind. Sind also die ersten 4,7 GByte voll, muss das Medium umgedreht werden, damit der Rest beschrieben werden kann. Ein DVD-Rekorder mit integrierter Festplatte, auf der die Filme komplett in bester Qualität gespeichert werden, ist dann die bessere Lösung. Ein Rekorder mit einer 80-GByte-Festplatte bietet Platz für insgesamt 17 Stunden Film in Spitzenqualität. Solche Apparate kosten allerdings noch weit über 1000 Euro. (Einen ausführlichen Test hierzu finden Sie in einer der nächsten Ausgaben.)


Formate machen flexibel

12 DVD-Rekorder getestet

Sämtliche DVD-Rekorder in unserem Test spielen neben MPEG-2- und DVD-Filmen auch VCDs und Audio-CDs ab. Einige Geräte können auch MP3-Dateien auf DVD wiedergeben; Panasonic und Thomson spielen sogar Audio-DVDs ab.
Bis auf Sony, Yamada und Philips können alle Testkandidaten auch Bilder anzeigen, allerdings nur im JPG-Format. Etwas fortschrittlicher sind hier die Modelle von Panasonic und Thomson. Der Thomson DTH-8000 hat als einziges Gerät im Test eine USB-Schnittstelle für den Anschluss eines Kartenlesers. Der DMR E65-EGS von Panasonic bietet einen Einschub für SD- und MM-Speicherkarten, so dass sich Bilder direkt von der Digitalkamera anschauen und auf einen Rohling brennen lassen. Die restlichen Geräte sind mit einer Firewire-Schnittstelle ausgestattet ideal, um einen DV-Camcorder anzuschließen. Fast alle getesteten Produkte spielen im Übrigen auch S-VCDs ab. Lediglich JVC und Panasonic beschränken sich in diesem Punkt auf VCDs.


2-in-1-Gerät digitalisiert VHS

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Wer seine VHS-Bänder auf DVDs digital überspielen möchte, der sollte sich einen DVD-Rekorder zulegen wie den Panasonic DMR-E75V. Der hat nämlich zusätzlich noch einen VHS-Rekorder eingebaut. Damit lassen sich Videobänder problemlos auf DVD-R- oder DVD-RAM-Medien kopieren. Der Rekorder legt dabei automatisch eine Playlist an, mit der die Filme auf den DVDs direkt angesprungen werden können. Kapiteleinträge sind nachträglich einfügbar. Ebenso können DVD-Inhalte auf VHS-Bänder überspielt werden. Kopiert werden können allerdings nur Aufnahmen, die nicht geschützt sind. Bei der Digitalisierung setzt Panasonic besondere Algorithmen ein, die maximale Bildqualität auch aus älteren VHS-Bändern herausholen sollen. Und dank der zwei eingebauten TV-Tuner kann man überdies zwei TV-Sendungen parallel aufzeichnen eine auf DVD und eine auf VHS. In Deutschland soll der DMR-E75V ab Juni 2004 für 849 Euro erhältlich sein.


Fragen & Antworten

12 DVD-Rekorder getestet

Kann man mit einem DVD-Rekorder auch Audio-CDs aufnehmen?
Nein, denn DVD-Rekorder haben keinen Digitaleingang und nehmen den Ton nur als Beiwerk zum Film auf.

Was bedeutet Progressive Scan?
Anstatt der üblichen Halbbilder (Interlaced) werden bei Progressive Scan Vollbilder ausgegeben. Der übliche Ausgang für die Vollbildsignale ist YUV. Beim Anschluss an einen Videoprojektor sind die bei der Interlaced-Signalausgabe gut sichtbaren Linien praktisch kaum noch erkennbar.

Was muss ich am Rekorder einstellen, damit er bei der Wahl der Scartbuchse als Bildausgabebuchse das entsprechende Signal (RGB/S-Video/Composite) ausgibt?
Entweder gibt es beim Setup im Onscreen-Menü eine entsprechende Einstellmöglichkeit für die Bildausgabeart der Scartbuchse oder es gibt einen Umschalter auf der Geräterückseite. Beim Onscreen-Menü wird Composite oft einfach Video genannt. In fast allen Fällen ist Composite die Werkseinstellung für die Bildausgabe der Scartbuchse.

Kann ich mit einem DVD-Rekorder 5.1-Sound auf eine DVD brennen?
Bislang ist es bei allen gängigen Medienarten und DVD-Rekorder-Typen nicht möglich, 5.1-Mehrkanalton auf DVD zu brennen. Bei Dolby Digital 2.0 ist Schluss.

Mein Rekorder ist über Scart-S-Video an den TV angeschlossen und bringt nur ein Schwarzweißbild!
Nicht alle Fernseher können S-Video-Signale wiedergeben. Am besten versuchen Sie es mit einer RGB-Verbindung.

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