IT Management
Wer bildet die Experten von morgen aus?

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Bei Experten mit IT-Kenntnissen droht Personalmangel. Madeleine Bennett meint, dass die Wirtschaft gut beraten wäre, Verantwortung zu übernehmen und Regierungsinitiativen zu unterstützen, die die IT-Ausbildung verbessern sollen.

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Wenn die Einschätzungen aus der Wirtschaft stimmen, droht dem IT-Bereich in der nächsten Zukunft ein Mangel an Fachkräften. In Großbritannien hat des öffentlich geförderte Gremium Eskills UK unlängst die Prognose abgegeben, dass bestimmte Qualifikationen, vor allem “weiche” und interpersonelle Fähigkeiten, bald stärker nachgefragt werden.

Neue Daten des Forschungsspezialisten Foote Partners zeigen, dass europäische und US-Unternehmen bereits jetzt bestimmten Gruppen von IT-Spezialisten höhere Gehälter zahlen. Das ist ein deutliches Zeichen, dass IT-Experten knapp werden, da die meisten Firmen denjenigen Mitarbeitern die Gehälter erhöhen, die schwer zu ersetzen sind. IT-Personal mit Kenntnissen in Security, Linux oder Systemverwaltung wird laut Foote Partners bereits stark nachgefragt – alle Unternehmen sollten sich daher bemühen, ihre Mitarbeiter zu halten. Die Firma prognostiziert außerdem, dass es im nächsten Jahr einen großen Bedarf nach erfahrenen Experten für Wireless, Projektmanagement, Web-Services und Datenspeicher geben wird.

Wie begegnet man dieser vorhergesagten Verknappung am besten? Eine Lösung besteht darin, sich an Dritte zu wenden – vielleicht durch das Outsourcen der Entwicklung bestimmter Technologie-Projekte an spezialisierte System-Integratoren oder durch den Einsatz einer Beratungsfirma. Dazu besteht die Möglichkeit, sich einen Offshore-Dienstleister zum Partner zu machen.

Für Unternehmen, die die IT-Entwicklung im Haus behalten wollen, könnte es eine gute Option sein, bereits vorhandene IT-Mitarbeiter weiterzubilden – vor allem, da es E-Learning-Module gibt, die den Bedarf an teuren Fortbildungen außer Haus reduzieren.

Beide Lösungen sind allerdings kurzfristige Optionen, die sich auf das vorhandene Potential von IT-Kräften verlassen. Langfristig muss die nächste Generation von erfahrenen IT-Profis entwickelt werden – und das erfordert einen früheren Beginn der Ausbildung, schon im Klassenzimmer.

Wenn man Schulkindern Zugang zu state-of-the-art-Technologie gibt und sie erstklassig unterrichtet, könnten sich auf vernünftige Arbeit und Weise künftige Arbeitskräfte heranbilden, die mit IT umgehen können. Das erfordert jedoch Lehrer, die im Umgang mit Technologien erfahren sind. Diese Expertise zu erlangen, könnte für manche von ihnen zu einer großen Herausforderung werden. Im Gegensatz zu vielen ihrer Schüler sind die meisten Lehrer nicht mit einem unkomplizierten Zugang zu einem Computer im Kinderzimmer oder in der Schule aufgewachsen. Nach einer britischen Studie der Teacher Training Agency, die eine Untersuchung unter frisch ausgebildeten Lehrern durchgeführt hat, schätzten nur 55 Prozent dieser Lehrer ihre Fähigkeit, IT im Unterricht zu nutzen, als gut oder sehr gut ein. In Großbritannien hat die Regierung im letzten Jahr rund 7,5 Millionen Euro für ein Projekt zur Verfügung gestellt, dass Einrichtungen der Lehrerbildung mit neuesten IT-Geräten ausstattet. Referendare müssen dort auch einen Test ihrer IT-Fähigkeiten absolvieren und ein gewisses Niveau im Umgang mit Technologie nachweisen. Außerdem wurde IT als Bereich anerkannt, in dem Nachwuchsmangel herrscht, so dass Studenten in diesem Bereich Stipendien erhalten können. Außerdem können neu ausgebildete IT-Lehrer einen Bonus erhalten. Da sind die Briten schon weiter als die Deutschen – aber noch nicht weit genug.

Derartige Initiativen würden davon profitieren, wenn die Industrie weitere Expertise und Ausrüstung zur Verfügung stellen würde. Wenn also Ihre Firma das nächste Mal eine E-Mail erhält, ob sie ihre alten IT-Geräte nicht einer Schule in der Nähe zur Verfügung stellen möchte, oder wenn sich eine Gelegenheit ergibt, dass Ihr IT-Personal in der Ausbildung helfen kann, könnte es klug sein, ja zu sagen. Im Endeffekt wird Ihr Unternehmen einen größeren Talent-Pool zur Auswahl haben, aus dem Personal rekrutiert werden kann – und das sollte die Investition lohnen.

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