IT-Management
Was tun gegen Datenklau im Internet?

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Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie vertrauenswürdig eigentlich die Daten sind, mit denen Ihr Unternehmen arbeitet?

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Wenn man so viel im Auto sitzt wie ich in diesen Tagen, hört man zwangläufig auch viel Radio. Meist ist es langweilig, aber manchmal kriegt man auch Stoff zum Nachdenken geliefert.

Vor ein paar Tagen brachte die Sendung Today mal wieder etwas zum Thema Internet-Plagiat. Viele Studenten scheinen auf den Trichter gekommen zu sein, dass es wesentlich anstrengender ist, einen Essay zu schreiben, als Google zu verwenden. Ein bisschen surfen, ein bisschen was ausschneiden und wieder einfügen, und fertig ist die Geschichtsarbeit.

Diese Kunst ist nicht neu, in den letzten 5 Jahren hat die BBC regelmäßig zu Examenszeiten darüber berichtet – vielleicht schreiben ja auch die Reporter voneinander ab. Doch das Problem scheint sich zu verschärfen.

Es wäre naiv anzunehmen, dass die Leute mit solchen “kleinen” Betrügereien aufhören, sobald sie in die Arbeitswelt eintreten. Nehmen wir einmal ein hochkarätiges Beispiel, das so genannte “Dodgy Dossier” (fragwürdiges Dossier) zum Irak. Die wichtigsten Abschnitte waren aus einer online gestellten Doktorarbeit der Philosophie abgekupfert – den Beweis dafür lieferten Fehler, die in beiden Dokumenten identisch waren.

Wenn Mitarbeiter einer Organisation ein Expertenwissen vortäuschen, das sie nicht haben, bringen sie den gesamten Betrieb in Gefahr. Die Qualität von Daten kann jedoch nur jemand beurteilen, der von der Sache was versteht.

Ein anderes Mal belehrte mich Stückeschreiber Alan Bennett im Radio darüber, wie gefährlich es ist, den Erkenntnissen anderer zu vertrauen. “Ich lese gerade ein Buch über Kafka”, sagte Bennett, ich habe es aus der Bibliothek. An einer Stelle sehe ich eine lange Passage am Rand mit einer Schlangenlinie markiert. Ich widme der Stelle besondere Aufmerksamkeit, finde jedoch nichts Bemerkenswertes. Als ich die Seite umdrehe, bewegt sich der Markierung. Es ist ein langes dunkles Haar.”

Wie man sieht, sind nicht alle Daten so nützlich, wie sie zunächst aussehen.

Ebenfalls in der letzten Woche schaltete ich zufällig ein, als der frühere Geheimdienst-Officer John Hughes-Wilson sein neues Buch Puppet Masters vorstellte, eine Geschichte der geheimdienstlichen Arbeit. Was meinte er zum “Dodgy Dossier”? Simple Übertreibung, vergleichbar mit früheren Zeiten, als westliche Geheimdienste eine Bedrohung durch die Sowjets heraufbeschworen, um ihre Budgets gefüllt zu bekommen. Außerdem ist es eine Geschichte von Dienern, die ihren Herren nach dem Mund reden. Er riet den Spionen zu mehr Mut, auch unerfreuliche Wahrheiten zu sagen.

Das mag ein guter Rat sein, aber ihn zu befolgen ist genauso schwierig, wie seine Studienarbeiten selbst zu schreiben. Gott sei Dank ist die Informationstechnologie in der Lage, gegen solcherlei Lug und Trug anzukämpfen.

Das Cut-and-Paste zu verbieten, dürfte eine weniger gute Lösung sein. Aber eine automatisierte Kontrolle könnte helfen. So wie jetzt auch Examensgremien damit beginnen, eingehende Arbeiten auf Plagiat zu überprüfen, so sollten auch IT-Systeme in Unternehmen die Qualität der gespeicherten Informationen ins Visier nehmen. BI (Business Intelligence)-Systeme sind beispielsweise in der Lage, den Informationen verschiedener Quellen unterschiedliches Gewicht beizumessen, und stellen in der Regel nützliche Mechanismen bereit, damit auch Benutzer die Herkunft von Informationen nachvollziehen können.

Die meisten BI-Systeme können auch Fehlerquoten grafisch darstellen, vor allem solche, die für die Vorhersage von Trends eingesetzt werden. Und was besonders hilfreich ist: Diese Systeme haben keine Skrupel, unbequeme Fakten beim Namen zu nennen.

Ein IT-Verantwortlicher, zu dessen Aufgaben der Entwurf, die Auswahl und die Installation von BI-Systemen gehört, sollte sich über die Wichtigkeit dieses Jobs klar sein. Diese Systeme sind nicht nur ein Fenster ins Innere der Firma, sie sind vielleicht die größte Chance für den Firmenchef, die ungeschminkte Wahrheit zu erfahren.