Neues US-Gesetz bedroht Computerexporte

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Im US-Repräsentantenhaus wurde aktuell ein Gesetz beschlossen, das der US-Computerindustrie bei Anwendung schweren Schaden zufügen könnte.

Im 630-seitigen National Defense Authorization Act geht es vor allem um Finanzierung von Militärprojekten; daneben schreibt das Gesetz vor, dass Exporte von militärisch einsetzbaren Gütern durch die entsprechenden Behörden genehmigt werden müssen.

Dazu zählen auch Computer, die aus der modernen Kriegführung und Waffenentwicklung nicht mehr wegzudenken sind. Genehmigungspflichtig wäre demnach alles, was schneller tickt als ein Pentium 3 mit 650 MHz – für heutige Verhältnisse ein Leistungsniveau, das einem PDA näher steht als einem Desktop-PC.

Wie Peter Leitner vom US-Verteidigungsministerium dazu erklärte, mache es die latente Bedrohung durch mögliche Atombomben in Terroristenhänden eben nötig, die Ausfuhr von “Hochleistungsrechnern” zu beschränken.

Analysten weisen allerdings darauf hin, dass junge Industrienationen wie China geradezu auf eine solche Gelegenheit warten, um ihre eigene Exportindustrie voranzubringen. Auch sei das Aufbauen von Super-Computer-Clustern aus schrottreifen Alt-PCs mittlerweile kein Problem mehr, so dass mutmassliche Atom-Terroristen die nötigen Berechnungen auch ohne Pentium 4, Opteron oder Itanium durchführen könnten. (mk)
( – testticker.de)

Autor: jm.urio
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