Polizei fasst nach bundesweitem Schlag sieben Hacker

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Jugendlicher Leichtsinn mit lukrativem Nebeneffekt: Die Jugendlichen hatten über Trojaner Kreditkartendaten gestohlen.

Nach bundesweiten Ermittlungen und Durchsuchungsaktionen hat die Polizei eine Gruppe von Hackern aufgedeckt. Das gaben die Staatsanwaltschaft Stuttgart und die Polizeidirektion Esslingen heute bekannt, die ein umfangreiches Ermittlungsverfahren wegen Computersabotage und -betrug führen. Gestern hatte man die Wohnungen der sieben Tatverdächtigen im Alter zwischen 14 und 21 Jahren durchsucht.

Insgesamt waren 34 Polizeibeamte bei den Durchsuchungen in Niedersachsen, Nordrhein Westfalen, Hessen, Berlin und Baden-Württemberg eingesetzt. Es wurden PCs, Laptops Server, Router, Festplatten, Hack- und Spam-Programme sowie eine ganze Reihe andere Beweismittel beschlagnahmt.

Polizei-Sprecher Fritz Mehl: “Speziell ausgebildete Polizeibeamte sicherten einen enormen Datenbestand, der nun ausgewertet werden muss. Eine erste Sichtung ergab auch Hinweise auf Zahlungsverkehr aus dem Ausland. “Bei einer Verurteilung müssten die Täter mit einer empfindlichen Strafe, der Einziehung ihrer Computer und Schadenersatzforderungen rechnen.”

Nach bisherigen Erkenntnissen hatten die Verdächtigen im März zwei Server eines im Kreis Esslingen ansässigen Internetdienstleisters mit einer DDoS-Attacke angegriffen, sich Zugang verschafft und dort Daten gelöscht und ausgespäht. Anschließend speicherten sie auf den Rechnern Trojaner ab. Nach bisherigen Erkenntnissen gelangten sie mit unterschiedlichen Methoden in den Besitz von Kreditkarten- und Kontodaten. “Durch den Einsatz dieser Daten hätten sie innerhalb sehr kurzer Zeit über enorme Beträge verfügen können”, so der Polizeisprecher weiter.

In einer Variante verschickten die Täter E-Mails, in denen sie den Eindruck vermitteln, dass Online-Auktionsfirmen oder Dienstleister für Abrechnungen Kontodaten anforderten. Weiter verfälschten bzw. veränderten sie Homepages, wodurch ein Schaden von mehreren Tausend Euro entstand. Die Tatverdächtigen haben laut Polizeiangaben die Vorwürfe in den anschließenden Vernehmungen zumindest teilweise eingeräumt.

Ein arbeitsloser 19-jähriger aus Wesel in Nordrhein-Westfalen stellte sich als alter Bekannter der Behörden heraus. Bei ihm wurde erst im Oktober letzten Jahres wegen ähnlicher Delikte das Haus durchsucht und eine Computeranlage beschlagnahmt. Damals bestand der Verdacht, dass er die Inhaber von gehackten Servern um 10.000 Euro erpressen wollte. Verschiedene Mittäter bezeichneten ihn jetzt als “Lehrer”. (mk)
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– testticker.de)

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