Gates-Mail enthüllt: Microsoft-Finanz-Transaktion sollte PeopleSoft-Übernahme durch Oracle verhindern

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Damit Oracle nicht PeopleSoft übernimmt und so Microsofts Pläne für den Einzug in den Business-Softwaremarkt stört, wollte der Software-Primus bis zu drei Milliarden Dollar investieren.

Microsoft erwog ein Investment in PeopleSoft schon einen Tag nach dem ersten Oracle-Gebot vom 6. Juni 2004. Das geht aus einem internen E-Mail-Wechsel zwischen Bill Gates und Steve Ballmer hervor. Dies wurde gestern auf einer Anhörung während des Wettbewerbsverfahrens gegen Oracle offen gelegt.

In dem Memo schrieb Gates: “Das wird nicht billig. 3 Milliarden Dollar werden wir schätzungsweise zahlen müssen”. Die Feindschaft zwischen Gates und Oracle-Chef Larry Ellison ist nicht nur persönlich: Beide streiten sich um den Business-Markt der Zukunft. Dabei hat Microsoft nie eine komplette Übernahme von PeopleSoft erwogen – man hatte eigene Pläne mit dem deutschen Unternehmen SAP. Das aber ließ sich nicht schlucken und blieb unabhängig.

Das laufende Verfahren des US-Justizministeriums gegen Oracle soll ein Monopol verhindern. Oracle wird PeopleSoft nur dann übernehmen können, wenn nachgewiesen wird, dass noch genügend andere Anbieter am Markt aktiv sind. Schärfster Konkurrent um den Großkundenmarkt ist Microsoft. Auch, wenn deren SAP-Übernahme nicht gelungen ist, hat man andere Feuer im Ofen: 2002 etwa übernahm MS die Firma Axapter, die durchaus Firmenkunden ab 5.000 Beschäftigten anspricht. Zuvor wurde bereits die Datenbankfirma Great Plains geschluckt, die ebenfalls Großkunden anspricht und im Börsen-Reporting aktiv ist. Außer Microsoft bleiben in den USA nicht mehr allzu viele Mitbewerber für Oracle. (mk)

Weitere Infos:

US-Justizministerium

Microsoft
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