Spionage-Trojaner nistet sich in koreanische Regierungs-PCs ein

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Medienberichten zufolge haben Kriminalbeamte in Südkorea sechs Regierungsstellen entdeckt, die mit dem Trojaner ausspioniert werden. Darunter sind etwa die Atomenergiebehörde und das Amt für Entwicklung von Verteidigungssystemen.

Vergangenes Wochenende meldete das koreanische National Cyber Security Center (NCSC), dass der Trojaner “Peep” auf 64 Computern von Behörden gefunden wurde. Eine Unterabteilung des Verteidigungsministeriums für Waffenentwicklung ist davon ebenso betroffen wie die Behörden für Seeschifffahrt, die Wasserpolizei, eine Mittelstandsabteilung des Wirtschaftsministeriums und die Atomenergiebehörde.

Der NCSC zufolge wurden sofort Schritte unternommen, die Infektionen zu beseitigen und sicherzustellen, dass keine weiteren Daten aus diesen Organisationen herausgehen. Antiviren-Software wurde in den Abteilungen verteilt, wo sie noch nicht installiert war. Ob vor der Entdeckung wichtiges Material gestohlen wurde, wollte die NCSC nicht kommentieren.

Wang Ping-an, der 30jährige Autor des Trojaners Peep, wurde bereits vergangenen Monat in Taiwan festgenommen. Die taiwanische Regierung hatte damals geglaubt, ihre Systeme seien von Festlands-China infiltriert worden. Wang, chinesischer Bürger des unabhängigen Taiwan, hatte seinen Wurm damals an die kommunistischen Chinesen weitergegeben. Bei Autoren von Würmern, Viren und Trojanern nehmen die Taiwaner eine ebenso prominente Stelle in Asien ein wie die Deutschen in Europa. Der Autor des im Jahr 2000 weit verbreiteten und äußerst gefährlichen Chernobyl-Virus war ebenfalls aus diesem Land: Cheng Ing-hau sitzt noch im Gefängnis und muss dort zudem seine Geldstrafe erarbeiten. Sein BIOS-Schädling hatte in Südkorea 250 Millionen US-Dollar Schaden angerichtet. (mk)

Weitere Infos:

Sophos über die Korea-Unterwanderung mit Trojanern

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