IT Security – Datenschutz
Die Datenschutzpolizei gehört verhaftet

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Sie sind gegen nützliche Neuerungen wie Smartcards und Gmail und ereifern sich über einen Plan des britischen Unternehmens BT, Online-Kinderpornographie zu bekämpfen. David Neal wirft einen Blick auf die seltsame Weltsicht der Datenschutz-Gladiatoren.

IT Security – Datenschutz

Endlich habe ich einen Gmail-Account von Google. Ich gebe offen zu, dass das aufregender ist als wenn ich heute morgen aufgewacht wäre und einen karatekämpfenden Affen in einem von der Decke hängenden Korbsessel gesehen hätte, der einen Cowboy-Hut trägt und eine Katze streichelt , einen Mini-iPod (Silber) in der Hand hält und mit einem mysteriösen Glitzern in den Augen sagt, “Wie wärs mit einem Trip nach Las Vegas?”

Wie ich mir zu Weihnachten immer wieder selbst sage, “Man kann mir ganz einfach eine Freude machen … es muss nur das sein, was ich haben will!” So weit, so gut. Ich zögere, meine persönliche Gmail-Adresse bekannt zu geben, da ich nicht mit so viel Spam überschüttet werden möchte, dass man damit mehrere Datenbanken füllen könnte. Zumindest habe ich jetzt aber die richtige Kombination aus Namen und amüsantem Insider-Witz, um für wenigstens ein paar Minuten meinen Spaß zu haben. Also habe ich wie ein Verrückter E-Mail hin und her geschickt. Da ich außerdem bis zu drei weitere Leute einladen konnte, Mitglieder zu werden, befinden sich auch einige meiner Freunde in höchster Aufregung. Aber weshalb? Letztlich ist das doch nur ein E-Mail-Account, der viele “Experten” dazu brachte, die Arme in die Luft zu werfen und zu schreien, dass das eine Bedrohung für den Datenschutz sei.

Es gibt Kritiker, die meinen, Gmail sei gefährlich, da die Systeme von Google den Inhalt der E-Mails untersuchen dürften, um passende Werbung anzuhängen.

Weshalb regt man sich über Datenschutz immer so auf?

Weshalb regt man sich über Datenschutz immer so auf? Natürlich mag ich Datenschutz. Trotzdem benutze ich wie viele andere Pendler nach London eine so genannte Oyster-Karte – was bedeutet, dass irgend ein Datenfrickler herausfinden kann, dass ich ziemlich regelmäßig von Charing Cross zu einem Zielort in Kent reise, was nicht weiter überraschend ist, weil ich dort wohne. Das kann man mit Hilfe der Oyster-Karte einfacher herausfinden, aber es ist auch nicht viel komplizierter, als würde sich jemand meine Fahrkarte ansehen. Ganz zu schweigen von der Kundenkarte meines Supermarktes. Sollte sich wirklich jemand dafür interessieren, wie viel Süßigkeiten ich jede Woche regelmäßig kaufe, könnte es zu einem Massenauflauf eines Mobs kommen, der mich als “Kinderarzt” beschimpft und Ziegelsteine durch meine Fenster wirft. Nützlicher wäre es natürlich, wenn mich die Weight Watchers und ehrgeizige Zahnärzte in ihr Visier nehmen würden.

In diesem Monat kamen die Datenschützer wieder in die Nachrichten, als das Telekommunikationsunternehmen BT erklärte, es werde alles tun, um Kinderpornographie im Internet zu stoppen. Ein lobenswertes Ziel – wenn auch in der Praxis schwer zu erreichen -, aber was war das Ergebnis? Datenschutzfanatiker, die sich wegen ihrer Herzenssache aufspulten. BT verfügt über eine Technologie namens Cleanfeed, die von allen begrüßt wurde, die sich mit der Verbreitung von Kinderpornographie befassen, aber natürlich konnten die Datenschutz-Advokaten nicht schnell genug die Tür zuwerfen. Damit sichergestellt wird, dass derartiges Material nicht im Netzwerk herumschleimt, muss BT offensichtlich überwachen, was alles übertragen wird. Für mich ist das kein Problem, aber einigen Leuten macht das offenbar schwer zu schaffen,

Natürlich hat Datenschutz seine Berechtigung. Was ich aber ironisch finde, ist der Umstand, dass diese Propagandisten ihre Gedanken und Beschwerden nicht für sich behalten können. Datenschutz funktioniert nämlich in zwei Richtungen, wenn Sie wissen, was ich meine.
David_neal@vnu.co.uk