RIAA verklagt erneut 482 Filesharing-Nutzer

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Die erwartete Abschreckung durch die Klagen bleibt bisher aus. Fast 2500 Datentauscher wurden bereits vor Gericht zitiert.

In einer weiteren Klagewelle hat der Branchenverband der US-Musikindustrie RIAA 482 Anzeigen gegen Tauschbörsennutzer eingereicht. Dies teilte die Organisation gestern in Washington, D.C., mit. Erneut handelt es sich um so genannte “John Doe”-Klagen. Die RIAA übermittelt dabei den Behörden lediglich Indizien für vermeintliche Urheberrechtsverletzungen in Form von Logfiles und IP-Adressen. Laut einem Gerichtsurteil aus dem letzten Jahr darf nur die Staatsanwaltschaft die Provider mit einer richterlichen Anordnung zur Herausgabe von Kundendaten zwingen.

Während die RIAA in vorherigen Fällen vorrangig User aus bestimmten IP-Nutzergruppen wie Studenten anzeigte, ist diesmal kein System erkennbar. Noch immer trifft es jedoch ausschließlich Nutzer des FastTrack-Netzwerkes (Kazaa). Mit der neuen Klagewelle erreicht die Zahl der Musik-Fans, die von der Industrie vor Gericht zitiert werden, 3429. Über 600 Fälle wurden bereits mit außergerichtlichen Einigungen oder Urteilen abgeschlossen.

Der von der RIAA erhoffte Effekt einer Abschreckung vor der Tauschbörsennutzung stellte sich jedoch bisher offenbar nicht ein. Zwar wurde ein Rückgang der Nutzerzahlen bei Kazaa verzeichnet, Marktforscher führen diesen jedoch auf saisonale Effekte und die Abwanderung von Anwendern zu neuen Systemen wie eDonkey und Overnet zurück. (mk)
(
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– testticker.de)

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RIAA

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