Microsoft: Auslagerung ganzer Entwicklungsabteilungen nach Indien seit langem vorbereitet

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Auch vor den USA macht die Globalisierung nicht halt: Die Zahl der in Indien beschäftigten Mitarbeiter wird viel höher als bei der Ankündigung genannt. Die Gewerkschaften sind verärgert.

Der Software-Konzern Microsoft hat offenbar bereits vor drei Jahren die Auslagerung von Kernbereichen seiner Entwicklungsabteilungen nach Indien geplant. Während bisher vorrangig Service-Segmente wie Call-Center für technischen Support nach Asien verlegt wurden, könnten bald auch Bereiche wie die Programmierung von Teilen des Betriebssystems folgen. Im Mai und Oktober 2001 hatte Microsoft Verträge mit den Software-Unternehmen Infosys Technologies und Satyam Computer Services abgeschlossen, teilte die ITK-Gewerkschaft CWA, der die Dokumente vorliegen, gestern in Washington, D.C., mit. Enthalten sind genaue Listen mit den Einsatzplänen für Software-Entwickler, Teamleiter, Programm-Manager und Tester. Unterzeichnet sind die Verträge von Sivaramakichenane Somasegar, Vice President der Windows Engineering Services-Abhteilung bei Microsoft.

Laut den Unterlagen gibt es zwei Varianten, mit denen Microsoft Entwicklertätigkeiten an die Unternehmen auslagern kann. So ist die direkte Vergabe von Programmierarbeiten nach Indien möglich, aber auch die Entsendung von Beschäftigten der indischen Firmen nach Redmond ist vorgesehen. Während Microsoft bisher stets von 500 Beschäftigten sprach, die in Indien für den Konzern tätig sind, dürfte die tatsächliche Zahl dadurch deutlich höher liegen. Genaue Zahlen wollte der Konzern jedoch nicht nennen.

Offiziell begann Microsoft auch erst im Jahr 2002 mit der Verlagerung von Geschäftsbereichen auf den Subkontinent. In der so genannten “Think India”-Rede gab Brian Valentine das Motto “Zwei Köpfe für den Preis von einem” als Strategie für die zukünftige Personalpolitik aus. Durch das Offshoring, aber auch die Beschäftigung von Leihkräften am angestammten Firmensitz, sollen die gezahlten Gehälter gesenkt werden. Ein Zeitarbeitsvermittler, der anonym bleiben wollte, berichtete der Gewerkschaft, dass US-Unternehmen in Indien sogar Entwickler finden, die für 100 Dollar monatlich tätig sind. (mk)
(
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– testticker.de)

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