Ausfallsicherheit
Plan B für den Ernstfall

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Ein paar einfache Regeln, meint Martin Courtney, könnten Firmen vor einem finalen Crash des Netzwerks bewahren, der im besten Fall nur teurere Ausfallzeiten verursacht, im schlechtesten den ganzen Betrieb zerstört.

Ausfallsicherheit

Die Notwendigkeit, Systeme gegen unautorisierten Zugriff zu schützen und diejenigen abzuwehren, die der Firma durch Lahmlegung des Firmennetzwerks Schaden zufügen wollen, hat selbstverständlich höchste Priorität bei IT-Managern. Aber alle Firewalls, virtuellen privaten Netzwerke (VPNs) und Intrusion Detection-Systeme (IDSs) dieser Welt werden die weitaus häufigsten aller Ursachen für einen Ausfall nicht beseitigen können: nämlich Stromausfälle, Naturkatastrophen oder auch kleine Nagetierchen, die sich durch die Kabel beißen. Auch helfen die genannten Maßnahmen den Netzwerken nicht wieder auf die Beine, wenn sie erst einmal ausgefallen sind.

Für eine Fehlertoleranz oder die Fähigkeit, ein oder mehrere Netzwerkkomponenten rasch wieder herzustellen, wenn sie defekt sind oder den Dienst verweigern, sollte also in jedem LAN und jedem WAN-Link, der über Telekommunikations- oder andere Provider zur Nutzung angeboten werden, gesorgt werden.

Eine einfache Regel heißt, einzelne Fehlerursachen aufzuspüren und entsprechende alternative Routing-Pfade oder Backup-Verbindungen hinzuzufügen, auf die der Verkehr sofort umgeleitet werden kann, und sicherzustellen, dass zusätzliche Kapazitäten umgehend zur Verfügung stehen.

Die Auswirkungen von Stromausfällen, außergewöhnlichen Netzbelastungen und dem Zusammenbruch einzelner Komponenten können auch durch eine Kombination aus unterbrechungsfreier Stromversorgung (USV) und Stromsicherungsaggregaten in Schaltungen, Routern und Servern oder in deren Gehäusen minimiert werden. Aber was geschieht, wenn ein ganzes Büro durch völliges Versagen der Netzwerkinfrastruktur und Komplettausfall oder Zerstörung von Servern lahm gelegt wird?

Das Aufbewahren von Sicherungskopien der Server-Inhalte außer Haus kann zwar Datenverlust reduzieren, aber die Handlungsfähigkeit des Büros könnte dennoch bis zum Einrichten eines Ersatzbüros völlig blockiert sein. Eine bessere Lösung wäre das Spiegeln der Server-Laufwerke, einschließlich Inhalt, Anwendungen und Benutzerprofilen, an mindestens einem anderen Standort mit einer zuverlässigen WAN-Verbindung, damit der gesamte Bürobetrieb, wenn nötig, rasch in ein anderes Büro verlegt werden kann was dann zumindest eher eine Frage von Stunden wäre als von Tagen.

Auch Telekommunikationsnetzwerke sind äußerst anfällig für Ausfälle. Im März brach ein Feuer in einem Tunnel aus, in dem Glasfaserkabel verlegt waren, die zwei von Manchesters größten Telefon-Knotenpunkten verbinden. Es war sowohl das lokale Telefonnetz betroffen als auch die privaten virtuellen Schaltungen (PVCs) und gemieteten Leitungen einiger Unternehmenskunden, und auch viele kleinere Geschäfte und Betriebe im Telekommunikationsbereich, die DSL nutzten, wurden von der Verbindung abgeschnitten. BT gelang es, einen Großteil seines Datenverkehrs auf andere Teile seines Netzwerks umzuleiten, doch in einigen Abschnitten kam es dadurch zu schweren Überlastungen.

Das gleiche Pech hätte jeden anderen Telekommunikations-Anbieter treffen können. Ob kleinere Unternehmen allerdings in der Lage gewesen wären, den Datenverkehr umzuleiten oder die Überlastungsprobleme aufzufangen, sei dahingestellt. Auf jeden Fall war dies ein Warnschuss zur rechten Zeit, der uns bewusst machen sollte, wie wichtig Ausfallsicherheit für das Netzwerk ist, egal ob bei einem kleinen oder einem großen Unternehmen.