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DSL mit 3 Megabit

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T-DSL Bestandskunden dürfen sich demnächst über eine 30-prozentige Beschleunigung freuen. Und zwar zunächst ohne Aufpreis die Tarife werden sogar günstiger.

30 Prozent schneller

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Mehr Geschwindigkeit wollen Internet-Surfer und die bekommen sie auch. Sowohl Telekom als auch Arcor beschleunigen ihre Breitbandzugänge um etwa 30 Prozent. Aus DSL 768 wird 1 MBit, aus DSL 1500 werden ganze 2 MBit. Dazu kommt noch ein neuer 3-MBit-Tarif, der mit knapp 25 Euro Grundgebühr nur 2 Euro teurer ist als das jetzige DSL 1500 in Verbindung mit ISDN.
Passend zum Thema ist die Heft-CD mit 44 DSL-Helfern prall gefüllt: Downloadmanager beschleunigen den Datentransfer auch von langsamen Servern, alternative PPPoE-Treiber für den Internet-Zugang sorgen für mehr Power, und DSL-Optimierer tunen die Systemeinstellungen. Dazu kommen Programme, die Einfluss auf die 24-Stunden-Zwangstrennung nehmen, indem sie sie auf einen passenderen Zeitpunkt verlagern, Tools, die DSL-Router überwachen, und Player für Webradio- und TV-Stationen.
Außerdem hat PC DIREKT zusammengefasst, was Sie beachten müssen, wenn Sie Ihren Internet- oder DSL-Provider wechseln möchten, um schneller surfen zu können und um Geld zu sparen.


DSL wird bis zu viermal schneller

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Die alten DSL-Tarife mit Downloadrate n von 768 und 1536 kBit/s laufen aus, Nachfolger werden die Tarife 1000 und 2000 mit bis 1024 und 2048 kBit/s. Der neue, zusätzliche 3000er-Zugang (3072 kBit/s) ermöglicht bis zu viermal schnellere Downloads als das bisherige Standard-DSL das entspricht der 55fachen Geschwindigkeit von Analogmodems. Voraussetzung für die schnelleren Anschlüsse ist eine gute Anbindung zur nächsten Vermittlungsstelle. Wer bisher nur mit DSL-Light und 384 kBit/s surft, hat auch in Zukunft kaum Chancen auf höhere Geschwindigkeiten.
Die Deutsche Telekom bietet die drei neuen DSL-Bandbreiten seit 1. April 2004 an. Die Anschlüsse von Bestandskunden stellt der rosa Riese im Laufe des Jahres automatisch um: Aus T-DSL 768 wird T-DSL 1000 und aus T-DSL 1500 wird T-DSL 2000. Die monatliche Grundgebühr ist dann nur noch von der DSL-Geschwindigkeit abhängig und nicht mehr von der Anschlussart. Das ist zwar eine gute Nachricht für bisherige 768er-Kunden mit analogem T-Net-Anschluss, aber eine schlechte für solche mit ISDN: Sie zahlen künftig 4 Euro mehr im Monat , wenn auch erst ab 2005.


Freivolumen

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T-Online vermarktet bereits seit Februar einige neue DSL-Tarife. Bestandskunden merken das daran, dass die Volumentarife nun zum gleichen Preis etwas mehr Freivolumen enthalten, zum Beispiel 1,5 statt 1 GByte. Den Preis der Flatrate 1500 hat T-Online von knapp 100 auf 60 Euro gesenkt. Ob es neue Flatrates 2000 und 3000 zum gleichen Preis geben wird, war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt.
Telekom-Reseller 1&1 hat für April ebenfalls neue Tarife angekündigt. Die Flatrate-Preise für höhere Bandbreiten stehen laut 1&1 noch nicht fest. Die Preise der kleinsten Flatrate sowie aller zeit- und volumenbasierten Tarife sollen trotz der höheren Geschwindigkeiten gleich bleiben. Bestandskunden dieser Tarife stellt 1&1 ohne Aufpreis auf die jeweils nächsthöhere Bandbreite um.
Auch Arcor nimmt seit 31. März die drei neuen DSL-Bandbreiten ins Programm. Bestandskunden können upgraden. Auffälligste Änderungen bei den Tarifen: Die Grundgebühr für DSL 1000 verteuert sich gegenüber DSL 768 um 7 auf knapp 17 Euro monatlich. Außerdem hat DSL 2000 eine niedrige Uploadrate als das alte DSL 1500. Zehn Freistunden oder 1 GByte Freivolumen sind nun in der Grundgebühr aller DSL-Tarife enthalten. Für 10 Euro Aufpreis gibt es ein Freivolumen von 6 statt wie bisher 2 GByte oder wahlweise 40 statt bislang 20 Freistunden. Die 1000er-Flatrate ist um 5 Euro günstiger als die bisherige 768er. Die Flatrates für die höheren Geschwindigkeiten kosten jeweils 19,95 Euro, allerdings nur bis zu einem Volumen von 25 GByte. Wer in einem Monat mal mehr verbraucht, der zahlt für diesen Zeitraum dann 45 Euro (bei DSL 2000) beziehungsweise 70 Euro (bei DSL 3000).


Feste IP-Adressen

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Kann ich eine feste IP-Adresse bekommen?
Tlink bietet zu seinen DSL-Tarifen flexible limits und gamersflat für einen Aufpreis von 5 Euro monatlich eine statische IP. Bei Go2online ist der Aufpreis 15 Euro pro Monat im Tarif Games-Flat. Kamp verlangt 10 Euro Aufpreis bei den Home-Tarifen.

Können Kunden die 24-Stunden-Zwangstrennung beeinflussen?
Die DSL-Zwangstrennung findet durch T-Online 24 Stunden nach der Einwahl statt. Die Zeit, nach der die DSL-Zwangstrennung stattfindet, kann von den Kunden nicht beeinflusst werden. Davon unabhängig ist natürlich die Trennung, die Kunden selbst zu einer beliebigen Zeit vornehmen können.

Muss ein DSL-Nutzer Angst vor Dialern haben?
Ja, aber nur, wenn am PC zusätzlich ein Modem oder eine ISDN-Karte eingebaut beziehungsweise angeschlossen ist und eine Verbindung zum Telefonnetz besteht. Wer auf schmalbandige Verbindungen nicht verzichten kann, etwa um Faxe zu senden und zu empfangen, sollte bei Nichtgebrauch die Stecker ziehen oder einen hardwareseitigen 0190-Blocker zum Zwischenstecken kaufen.


Sicherheit

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Sind Computer, die permanent online sind, nicht ein hervorragendes Angriffsziel?
Ja. Es ist natürlich schon keine gute Idee, ein ungepatchtes Windows XP auch nur wenige Minuten mit dem Internet zu verbinden. Um wirklich sorgenfrei downloaden und surfen zu können, sind regelmäßige Besuche bei windowsupdate.microsoft.com Pflicht. Darüber hinaus sollte immer ein Virenscanner installiert sein. Wer keinen Router sein Eigen nennt, sollte auch über die Installation einer Software-Firewall nachdenken.

Welche weiteren Vorteile bringt ein Router?
Das aufgrund aktueller Sicherheitslücken interessanteste Argument ist definitiv die erhöhte Sicherheit, denn kein Computer hinter einem Router kann aus dem Internet direkt angesprochen werden. Auch das lästige Einwählen entfällt. Dank DHCP konfigurieren selbst günstigste Router sämtliche Clients im Netzwerk automatisch. Das ist besonders interessant, wenn ein Besucher mit Notebook und Wireless LAN einfach lossurfen kann. Ganz so einfach sollte man es seinen Besuchern allerdings nicht machen, denn wer keine WLAN-Verschlüsselung aktiviert, handelt fast schon grob fahrlässig.


Anschlussarten

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Warum bricht die Downloadgeschwindigkeit bei schnellen Uploads ein?

Jedes Mal, wenn der Rechner ein Paket erfolgreich heruntergeladen hat, bestätigt er das mit einer kurzen Nachricht an den sendenden Server. Kommt diese Nachricht an, gibt es das nächste Paket. Ist der Kanal ins Internet aber durch einen Upload ausgelastet, kommen diese Bestätigungen kaum noch durch. Da hilft es, die Upload-Geschwindigkeit zu beschränken. Fast alle Filesharing-Clients und FTP-Server bieten entsprechenden Optionen.

Wieso sollte ich mir noch schnelleres DSL bestellen, wenn die meisten Server bereits für DSL 768 zu langsam sind?
Wer nur surft, ist mit 768 kBit/s bestens bedient, zumal die Telekom diese Geschwindigkeitsstufe ja zugunsten einer 1-MBit-Leitung aufgibt. Downloadmanager bringen langsame Verbindungen auf Trab, indem sie mehrere Kanäle simultan öffnen oder sogar gleichzeitig von verschiedenen Servern ziehen.

Warum gibt es DSL-Anschlüsse nur in Verbindung mit Telefon?
Das ist abhängig vom Provider. Der Anbieter QSC beispielsweise bietet für Privatkunden einen DSL-Anschluss inklusive Flatrate für 59 Euro im Monat. Ein Modem ist im Paket enthalten, und die Geschwindigkeiten sind mit 1024 kBit/s upstream und 256 kBit/s downstream mit den Konkurrenzangeboten durchaus vergleichbar. Sinnvoll ist ein solcher Anschluss beispielsweise dann, wenn man zum Telefonieren bereits IP-Telefone einsetzt.


Datenschutz

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Welche Daten speichern d
ie Provider?

Laut Teledienste-Datenschutzgesetz (TDDSG) müssen ?Diensteanbieter dem Nutzer die Inanspruchnahme von Telediensten und ihre Bezahlung anonym oder unter Pseudonym ermöglichen, soweit dies technisch möglich und zumutbar ist?. Provider dürfen die zur Realisierung und (Zeit-)Abrechnung des Internet-Zugangs nötigen persönlichen Daten des Users speichern. Alle anderen Daten sind nach Ende der Nutzung sofort zu löschen.
T-Online speichert dagegen die IP-Adresse und Sitzungszeit eines Kunden für einen Zeitraum von 80 Tagen nach Rechnungslegung. Diese gepflegte Praxis steht im Widerspruch zu den Vorschriften des TDDSG. Bei einer pauschal abgerechneten Flatrate ist die Speicherung von IP-Adressen somit eigentlich nicht nötig und nur in Einzelfällen bei erhärtetem Verdacht auf betrügerische Aktionen zulässig. Provider dürfen diese Daten zudem nicht an externe Stellen weitergeben, können aber durch richterlichen Beschluss gezwungen werden, sie den Strafverfolgungsbehörden auszuhändigen.
Es geht auch anders: Freenet speichert nur vier Wochen lang, Arcor bei Flatrate-Usern gar nicht. QSC löscht Nutzungsdaten einen Tag nach Trennung der jeweiligen Verbindung. Fragen hier strafverfolgende Behörden an, werden sie mit einem lapidaren ?Daten nicht vorhanden? abgewiesen.


Mehr Wettbewerb dank Bitstream

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Die Telekom hat derzeit mit einem Marktanteil von etwa 90 Prozent den DSL-Markt in Deutschland in der Hand. Ein Wechsel zu einem anderen Anbieter ist speziell in ländlichen Gegenden nahezu unmöglich. Zwar sind Angebote anderer Provider, etwa Freenet, GMX oder AOL, verfügbar, doch sie alle basieren auf T-DSL.
Eine in anderen europäischen Ländern bereits verbreitete Technologie wird auch in Deutschland bald kleineren Anbietern und Resellern ermöglichen, ?eigenes? DSL zu liefern: Bei Bitstream vermietet die Telekom nicht den kompletten DSL-Anschluss an ihre Konkurrenten, sondern die Verbindung zum Kunden. Der Provider hat also Einfluss auf alles, was über die Leitung gehen soll. Das ermöglicht es ISPs, Dienste unabhängig von T-DSL verfügbar zu machen. Fastpath etwa könnten Reseller ohne Aufpreis für Online-Gamer weitergeben. Auch die Up- und Downloadgeschwindigkeiten ließen sich steuern und bei Bedarf ändern. Möchte ein Kunde auf kostenpflichtige Video- oder Audiodienstleistungen des Providers zugreifen, könnte Letzterer die Übertragungsrate für die Dauer des Streams anheben, um die Bild- oder Tonqualität zu verbessern. Auch wäre mehr Leistung auf Abruf denkbar. Möchte jemand etwa größere Datenmengen herunterladen, könnte er gegen eine Gebühr den Downstream für einen bestimmten Zeitraum erhöhen.
Ein weiterer Vorteil ist die gesteigerte Transparenz für Kunden. Sie haben künftig nicht mehr mit DSL- und Internet-Provider zwei Rechnungssteller und Anlaufstellen für Problemlösungen, sondern nur noch eine. Denn dank Bitstream wären AOL & Co. in der Lage, eigene DSL-Anschlüsse anzubieten. Somit fiele keine Gebühr von der T-Com an.