Sparen mit IP-Telefonie
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Vergessen Sie alles, was Sie jemals über IP-Telefonie gehört haben. Jetzt ist die Technik reif und wird den Markt mit unschlagbaren Preisen revolutionieren.

Gute Sprachqualität

Sparen mit IP-Telefonie

Bis vor kurzem stand IP-Telefonie für Verzögerungen, Echo, Rauschen und Probleme beim Gesprächsaufbau. Im Bereich Voice over IP, also Sprachübertragung über das Internet, hat sich jedoch einiges getan: Seit wenigen Wochen bieten die ersten SIP-Provider ihre Dienste in Deutschland an. Ab etwa 100 Euro stellen sie Telefone zur Verfügung, die wie echte Telefone aussehen, aber über einen Netzwerkanschluss verfügen. Anstelle einer Telefonleitung benötigen die Geräte lediglich eine Verbindung ins Internet. In der Regel bekommen sie diese über einen DSL-Router.

Etwa 15 Sekunden nach dem Einstecken des Telefons erscheint die aktuelle Uhrzeit im Display; die Quelle dafür ist ein NTP-Server, also Zeitabgleich aus dem Internet. Noch ein paar Sekunden später hat sich das Telefon am Server des Telefonproviders registriert und ist einsatzbereit. Es ist über eine Festnetzrufnummer erreichbar, die sich der Kunde weitgehend selber aussuchen kann.

Je nach Provider stehen verschiedene Vorwahlen für Städte wie München, Berlin, Hamburg oder Düsseldorf zur Verfügung. Wer also hauptsächlich Verwandte und Bekannte im Süden der Republik hat, selber aber im hohen Norden oder gar im Ausland wohnt, kann sich 089 als Vorwahl aussuchen und so bei den Personen, die am häufigsten anrufen, Ortstarife ermöglichen.


Plug-and-play-Telefone

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Gespräche in die andere Richtung, also vom IP-Telefon ins Festnetz, funktionieren genau so simpel wie an jedem anderen Telefon. Die Anwender bleiben vor Konfigurationsorgien bewahrt, denn sowohl Nikotel als auch Sipgate, die beiden ersten deutschen SIP-Telefonprovider, liefern ihre Telefone vorkonfiguriert und Plug-and-Play-fähig aus.

Nach dem Abheben des Hörers ertönt ein Freizeichen. Zwar stammt es aus keiner Vermittlungsstelle, sondern wird im Telefon generiert, aber es bedeutet letztlich, dass das Telefon auf die Eingabe einer Rufnummer wartet. Wie bei Handys ist die Vorwahl immer nötig. Sipgate erwartet die Eingabe der Rufnummer mit deutscher Vorwahl, wer Nikotel als Provider gewählt hat, muss die Ländervorwahl mit eingeben.

Wenige Sekunden nachdem der Benutzer gewählt hat, fängt im Display eine Stoppuhr an zu zählen: Die Verbindung steht. Ein Freizeichen gab es leider nicht bei allen Gesprächsversuchen. Wer das nicht kennt, wird überrascht sein, quasi ohne Vorwarnung seinen Gesprächspartner zu hören.

Telefongebühren sind übrigens erst dann fällig, sobald der Teilnehmer abgehoben hat; selbst wenn der Timer im Display schon anläuft, sobald die Verbindung zustande gekommen ist.
Ein Telefonat ins deutsche Festnetz kostet bei Sipgate 1,79 Cent pro Minute, rund um die Uhr. Konkurrent Nikotel liegt mit 1,9 Cent pro Minute geringfügig darüber. Besonders interessant sind jedoch die Tarife ins Ausland: In die USA geht es für 2,3 beziehungsweise 2,9 Cent, eine Minute nach Italien kostet 2,6 beziehungsweise 3,9 Cent. IP-Telefonie lohnt sich also jetzt schon.

Bild: IP-Telefon mit Netzwerkanschluss


1000 Minuten für 9 Euro

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Doch die wirklichen Preisbrecher kommen erst. So bietet Sipgate ab März für knappe 9 Euro im Monat 1000 Minuten ins deutsche Festnetz; sogar eine Flatrate ist schon angekündigt. Der Preis für beliebig viel surfen und telefonieren innerhalb Deutschlands ist mit etwa 40 Euro geplant.

Ausgenommen sind allerdings Handynetze, denn die Betreiber eben dieser verlangen für eingehende Verbindungen vergleichsweise horrende Summen. So kann man für den Preis einer einminütigen Verbindung in ein deutsches Handynetz zehn Minuten nach Kanada telefonieren: Knappe 23 Cent erscheinen pro Minute auf der Rechnung.

Diese günstigen Preise erreichen die Provider übrigens durch den Einkauf von großen Minutenpauschalen bei den herkömmlichen Telefongesellschaften sowie durch den Technologievorteil. Immerhin zahlen sie wenig bis nichts für das Telefonat, solange es im Internet bleibt. Per Internet können sie den Anruf bis ins nächstgelegene Ortsnetz routen und dort über ein Gateway ins Festnetz leiten. So brauchen sie keine eigenen Leitungen und zahlen verhältnismäßig geringe Gebühren.

Dagegen müsste eine ganz normale Telefongesellschaft für ein Gespräch zwischen München und Hamburg über eine eigene Leitung verfügen oder eine vorhandene anmieten. SIP-Provider hingegen schicken das Telefonat für sie kostenlos per Internet nach Hamburg, speisen es dort in die Telefonleitung ein und bezahlen auf diese Weise nur noch den Tarif für ein Ortsgespräch. Telefonate zwischen zwei IP-Endgeräten beim selben Provider sind deswegen auch kostenlos.


Adapter für herkömmliche Telefone

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Das derzeit sowohl bei Sipgate als auch bei Nikotel angebotene IP-Telefon von Grandstream gewinnt leider keinen Designpreis. Doch es funktioniert einwandfrei und so simpel, dass es kaum etwas dazu zu sagen gibt. Es erreicht den Kunden vorkonfiguriert, er muss es nur mit seinem DSL-Router verbinden. Wer die Einstellungen ändern möchte, kann das problemlos über das Web-Interface tun. Genial: Änderungen an der Routerkonfiguration, etwa Port Forwarding, sind nicht nötig.

Die Provider setzen auf Proxyserver und Stun, um die Network Adress Translation der Router bei jeder Anmeldung zu durchschauen. Das funktioniert nahezu perfekt, nur die Statful Packet Inspection Firewall vom Linksys WRV54G filterte die Pakete, und Anrufe aus dem Festnetz kamen nicht durch. Alternativ zum Telefon bietet Nikotel einen ebenfalls von Grandstream stammenden Adapter an, der einen LAN-Eingang und drei TAE-Ausgänge hat. (Bild)

Er versorgt also analoge Schnurlostelefone, Anrufbeantworter oder komplette analoge Telefonanlagen. Echte Alternativen dazu gibt es im Moment nicht. IP-Telefone anderer Hersteller sind für Unternehmen ausgelegt und kosten entsprechend viel, doch günstige Modelle finden sich zumindest schon in den Schreibtischschubladen der Entwickler:

So stellt der Berliner IP-Telefon-Hersteller Snom zur Cebit sein Modell 190 vor, das optisch dem bereits erhältlichen 200er gleicht. Es sieht aus wie ein hochwertiges Komforttelefon und ist nur im Funktionsumfang leicht eingeschränkt; Privatnutzern werden vermutlich aber nichts missen. Das Gerät soll zwischen 125 und 150 Euro kosten.


WLAN-Telefone

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In den Schubladen anderer Netzwerkausstatter liegen Pläne schnurloser WLAN-Telefone. Sie sollen für unter 250 Euro im zweiten Quartal 2004 verfügbar sein. In Verbindung mit Hotspots spielen WLAN-Telefone ihren vollen Funktionsumfang aus, denn sie sind überall, wo eine Internet-Verbindung verfügbar ist, unter der Festnetzrufnummer erreichbar.

Wer sich einmal an die Webzugänge der SIP-Provider gewöhnt hat, möchte sie nicht mehr missen. Nach einem Login zeigen sie die letzten Anrufe, Anrufe in Abwesenheit, den aktuellen Kontostand, Kontakte und weitere Informationen. Hat man einen Anruf verpasst, reicht ein Mausklick im Web-Interface für einen Rückruf: Kurz nach dem Klick auf den Call-Link neben jeder Telefonnummer läutet das eigene Telefon. Wird es abgehoben, baut es die Verbindung zum gewünschten Gesprächspartner auf.

Um IP-Telefonie ausprobieren zu können, ist übrigens nicht zwingend Hardware nötig. Telefonieren, auch ins Festnetz, ist auch mit Software am PC möglich. Allerdings ist der Konfigurationsaufwand höher und telefonieren macht am Rechner kaum Spaß.


Fazit

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Nach dem Einstecken des Telefons von Sipgate war ich begeistert: Ich konnte sofort wählen und sprechen wie mit jedem anderen Telefon auch. Wer mit IP-Telefonie sparen will, sollte deswegen nicht an der Hardware knausern und sich lieber für 99 Euro ein Telefon kaufen als viel Zeit mit Software zu verschwenden. Bei kostenlosen Programmen gibt es lästige Konfigurationsfummeleien, und das Ergebnis ist ein bescheidenes Telefonerlebnis mit langen Verzögerungen. Trotzdem werde ich noch warten, bevor ich meinen ISDN-Anschluss kündige. Das Grandstream funktioniert super, und sein Preis ist auch okay mir ist es aber einfach zu hässlich für den Wohnzimmertisch.


Pakete von SIP-Providern

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Nach der kostenlosen Anmeldung bei Sipgate liefert der Provider auf Wunsch das Grandstream-Telefon komplett vorkonfiguriert aus. Dank Stun ist es nicht einmal nötig, die Konfiguration des DSL-Routers zu ändern.